Buchtipp: „Armut“

24.05.2024/EG

Matthew Desmond: Armut
Eine amerikanische Katastrophe

Sachbuch (Einkommen, Politik, Ungleichheit, Vermögen)

„Die USA sind das reichste Land der Welt – und doch gibt es hier mehr Armut als in jeder anderen fortgeschrittenen Demokratie: Würden die Betroffenen einen eigenen Staat gründen, hätte dieser eine größere Bevölkerung als Australien oder Venezuela. Warum klaffen gerade hier, wo doch alle Mittel vorhanden sein sollten, Reich und Arm, Anspruch und Realität so drastisch auseinander?“

Autor

Matthew Desmond, geboren 1979, ist Professor für Soziologie an der Universität Princeton. Selbst in prekären Verhältnissen aufgewachsen, hat Desmond später zu Forschungszwecken über Jahre hinweg von Armut betroffene Familien begleitet. Ihre Geschichten gingen ein in das Buch «Evicted», für das er 2017 den Pulitzer-Preis erhielt. Der lange erwartete Nachfolger «Armut», der ein noch größeres Bild zeichnet, stand auf Platz 1 der «New York Times»-Bestsellerliste.

Rowohlt Verlag, ISBN 978-3-644-01980-5, E-Buch

Buchtipp: „Umverteilung des Reichtums“

17.05.2024/EG

Christoph Butterwegge: Umverteilung des Reichtums

Sachbuch (Armut, Einkommen, Politik, Ungleichheit, Vermögen)

„Warum nimmt die soziale Ungleichheit seit Jahren zu? Welche Rolle spielen dabei Wirtschaftsstrukturen, Eigentumsverhältnisse und Verteilungsmechanismen? Mit welchen Narrativen werden die beträchtlichen Einkommens- und Vermögensunterschiede gerechtfertigt? Christoph Butterwegge beleuchtet die Politik unterschiedlicher Bundesregierungen und fragt, weshalb sich die Kluft zwischen Arm und Reich nach der „Zeitenwende“ und zusätzlichen Rüstungsanstrengungen weiter vertieft. Er nimmt den Niedriglohnsektor, den »Um-« bzw. Abbau des Sozialstaates sowie die Steuerentlastungen für Wohlhabende in den Blick. Wie lässt sich die Entwicklung aufhalten und verhindern, dass die Reichen noch reicher und die Armen noch zahlreicher werden?“

Autor

Christoph Butterwegge, Prof. Dr., lehrte von 1998 bis 2016 Politikwissenschaft an der Universität zu Köln und kandidierte 2017 für das Amt des Bundespräsidenten.

PapyRossa Verlag, ISBN 978-3-89438-831-7, Buch

Tafel ist seit 30 Jahren aktiv

20.04.2024/EG
Quelle: Tafel Deutschland, Berlin

Tafelbewegungen sind Armutszeugnisse für unterlassene Regierungsarbeiten

„30 Jahre Tafel bedeuten aber nicht nur 30 Jahre beeindruckendes ehrenamtliches Engagement. Sie zeigen auch, dass die politischen Maßnahmen gegen Armut und Lebensmittelverschwendung seit drei Jahrzehnten nicht ausreichen, um nachhaltige Veränderungen zu schaffen. Immer mehr Menschen leben in Armut, immer mehr Menschen sind auf die Unterstützung der Tafel angewiesen. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise bringen viele an ihre Grenzen. Mit politischen Forderungen nach armutssicheren Gehältern, Renten und Sozialleistungen setzt sich Tafel Deutschland seit Jahren für eine sozial gerechte und nachhaltige Gesellschaft ein.
Ein Schwerpunkt bildet dabei der Abbau von Kinderarmut. Schon heute ist in Deutschland jedes fünfte Kind von Armut bedroht, oft mit dramatischen Folgen: Kinder aus armutsbetroffenen Familien haben geringere Bildungschancen und ein deutlich höheres Risiko, später selbst in Armut zu leben. Dennoch hat die Bundesregierung die 2023 beschlossene Kindergrundsicherung nicht mit genug Budget ausgestattet, um Kinderarmut zu bekämpfen und allen Kindern einen gleichberechtigten Start ins Leben zu ermöglichen.“

Den kompletten Beitrag lesen Sie hier.

Ein Leben in Armut hat Konsequenzen – für alle

14.11.2023/EG
Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

WSI-Verteilungsbericht 2023: „Zu einem gesellschaftlichen Problem wird Einkommensungleichheit spätestens dann, wenn sie zu einer Entfremdung einzelner Gruppen vom demokratischen System beiträgt.“

„Eine zentrale Rolle für die Verteilung von finanziellen Mitteln in unserer Gesellschaft spielen dabei Märkte: Die meisten Menschen finanzieren ihren Lebensunterhalt durch ihre eigene Arbeit und sind deshalb auf den Zugang zu sicherer und angemessen entlohnter Erwerbstätigkeit angewiesen. Aber auch der Kapitalmarkt hat gerade für die Einkommen sehr reicher Menschen eine zentrale Bedeutung. Die Regeln, nach denen diese Märkte funktionieren, werden von der Politik gesetzt, aber gerade auf dem Arbeitsmarkt spielt neben individuellen Qualifikationen und Eigenschaften auch eine große Rolle, inwiefern Arbeitnehmer*innen in der Lage sind, sich gewerkschaftlich zu organisieren und gemeinsam für ihre Interessen zu kämpfen…“ (Auszug, WSI-Report Nr. 90, Seite 4)
Den Report lesen Sie hier.

Tafeln fordern die Abschaffung der Armut

19.10.2023/EG
Quelle: Tafel Deutschland, Berlin

Laut Tafel Deutschland sind mittlerweile 16,7 Prozent der Einwohner (14,1 Millionen Menschen) in Deutschland von Armut bedroht oder betroffen

Die Tafel Deutschland fordert von der Bundesregierung

• armutsfeste Mindestlöhne,
• armutsfeste Sozialleistungen,
• armutsfeste Kindergrundsicherung,
• armutsfeste Renten,
• armutssichernde Arbeitsverträge (keine prekären Jobs, keine sachgrundlose Befristung),
• die Aufwertung sozialer Arbeit,
• die Anerkennung von Ehrenamt, Kindererziehung, Sorge-Arbeit usw. bei der Alterssicherung,
• gesunde Lebensmittel zu bezahlbaren Preisen für alle,
• bezahlbares Wohnen,
• eine hochwertige und kostenfreie Ausbildung bzw. Betreuung für alle Kinder ab Kindertagesstätte bis Universität
sowie
• die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz, z. B. das Recht des Kindes auf Entfaltung, Entwicklung, Förderung, Schutz und angemessenen Lebensstandard.

Die komplette Mitteilung lesen Sie hier.