EU-Länder im Steuerquoten-Vergleich

31.10.2019/EG
Quelle: Eurostat, statistisches Amt der Europäischen Union, Luxembourg

Eurostat veröffentlicht Steuerquote* 2018 / Deutschland bei 41,5 % des BIP, Frankreich bei 48,4 % des BIP, Irland bei 23 % des BIP

Nach Angaben von Eurostat weisen die Mitgliedsländer

  • in der Kategorie „Produktions- und Importabgaben“ (inkl. Mehrwertsteuer) eine Quote von 8,0 Prozent (Irland) bis 22,4 Prozent (Schweden), Deutschland 10,8 Prozent,
  • in der Kategorie „Mehrwertsteuer“ eine Quote von 4,4 Prozent (Irland) bis 13,5 Prozent (Kroatien), Deutschland 7,0 Prozent,
  • in der Kategorie „Einkommen- und Vermögensteuern“ eine Quote von 4,9 Prozent (Rumänien) bis 28,9 Prozent (Dänemark), Deutschland 13,3 Prozent, und
  • in der Kategorie „Nettosozialbeiträge“ eine Quote von 3,4 Prozent (Schweden) bis 18,0 Prozent (Frankreich), Deutschland 17,1 Prozent, auf.

Die komplette Mitteilung, einschließlich den Hinweisen zu Definitionen und Methoden, lesen Sie hier ec.europa.eu.

*Abgaben, Sozialbeiträge und Steuern im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt

Energieverbrauch ist stark gestiegen

08.10.2019/EG
Quelle: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris

Besteuerung umweltschädlicher Energiequellen ist ein wirksames Mittel zur Eindämmung von Emissionen

„Der globale Energieverbrauch stieg 2018 stark an, ebenso wie die energiebedingten CO2-Emissionen, die einen neuen Höchststand erreichten. Dies ist beunruhigend, da die Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens eine tiefgreifende Senkung der Emissionen erfordert: Gut durchdachte Systeme der Energiebesteuerung ermutigen Bürger und Investoren, saubere gegenüber umweltschädlichen Energiequellen zu bevorzugen. Kraftstoffsteuern und CO2-Steuern sind einfache und kostengünstige Instrumente, um den Klimawandel einzudämmen, aber die Politik der CO2-Preise erweist sich oft als eine Herausforderung. Die Steuern auf den Energieverbrauch tragen auch dazu bei, Gesundheitsschäden durch lokale Umweltverschmutzung zu begrenzen, was in einer sich urbanisierenden Welt ein wichtiges politisches Anliegen ist.“
Die OECD-Studie „Besteuerung des Energieverbrauchs 2019“ zeigt, dass in den 44 untersuchten Ländern, darunter Deutschland, die mehr als 80 Prozent der Energieemissionen verursachen, die Steuern auf umweltschädliche Energieträger nicht annähernd so hoch angesetzt werden, wie es zur Verringerung der Risiken und Auswirkungen von Klimawandel und Luftverschmutzung erforderlich ist. In den 44 untersuchten Ländern werden 97 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen außerhalb des Straßenverkehrs weit unter dem umweltschädlichen Niveau besteuert. Nur Dänemark, Niederlande, Norwegen und die Schweiz besteuern Non-Road-Energie über 30 Euro je Tonne CO2, die als Low-End-Schätzung der Kosten für das Klima der Kohlenstoffemissionen angesehen werden. Mehrere Länder haben in den letzten Jahren sogar die Energiesteuern gesenkt. oecd.org

Zum Thema

‘Grünes‘ Wachstum ist ein Mythos?

„Die Stichhaltigkeit der Diskurse zu grünem Wachstum fußen auf der Vorstellung einer absoluten, permanenten, globalen, ausreichend schnell eintretenden und ausreichend umfangreich ablaufenden Entkopplung des Wirtschaftswachstums von allen kritischen Formen der Umweltzerstörung. Die Literatur, auf die sich die vorliegende Studie beruft, zeigt klar, dass es zum aktuellen Zeitpunkt keine empirischen Beweise für eine solche Entkopplung gibt. Das gilt für Rohstoffe, Energie, Wasser, Treibhausgase, Böden und Land, Wasserverschmutzung und Biodiversitätsverlust. Wobei für letzteres Entkopplung beispielsweise entweder relativ, temporär oder nur auf lokaler Ebene stattfand. In den meisten beschriebenen Fällen ist Entkopplung relativ. Wenn sie absolut ist, ist dieser Zustand auf einen kurzen Zeitraum beschränkt und betrifft nur bestimmte Ressourcen oder Orte, wo die Wirkung nur eine sehr geringe Abschwächung der globalen Problematik zeigten. Es gibt mindestens sieben Gründe, warum eine der Umweltzerstörung angemessene Entkopplung in Zukunft unwahrscheinlich ist. Jeder Grund einzeln genommen reicht aus, um hinreichend Zweifel am Gelingen von wirkungsvoller Entkopplung aufkommen zu lassen; und somit auch an der Wahrscheinlichkeit von grünem Wachstum. Nimmt man alle Gründe zusammen, erscheint eine Zukunft, in der Entkopplung weiteres Wirtschaftswachstum möglich macht, ohne die Umweltprobleme weiter zu verschärfen, als absolut unrealistisch.“ bund.net
Zum BUND-Beitrag lesen Sie komplette Studie des Umweltschutz-Netzwerks European Environmental Bureau (EEB) hier eeb.org.

Wissenschaftliche Daten siehe Potsdam-Institut für Klimaforschung pik-potsdam.de.

Finanztransaktionssteuer: Eine Steuer mit Potenzial?

08.10.2019/EG
Quelle: A&W-blog, Wien

Atanas Pekanov, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), Wien, und Margit W. Schratzenstaller-Altzinger, Wirtschaftswissenschaftlerin am WIFO, untersuchten die Vorteile und Herausforderungen einer Steuer auf Finanztransaktionen

„Nach Schätzungen der UNCTAD impliziert die Erreichung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung eine Finanzierungslücke von 2,5 Billionen US-Dollar. Eine globale Finanztransaktionssteuer könnte eine Antwort auf diese Finanzierungserfordernisse darstellen.
(…).
Im Basisszenario ergeben sich Einnahmen in Höhe von 73 Milliarden US-Dollar für die USA (0,37 Prozent des BIP), 119 Milliarden US-Dollar für die EU (0,69 Prozent des BIP), 10 Milliarden US-Dollar für Deutschland (0,27 Prozent des BIP), 10 Milliarden US-Dollar für Frankreich (0,39 Prozent des BIP) und 20 Milliarden US-Dollar für Japan (0,41 Prozent des BIP).“ awblog.at

Video-Tipp: Bildung im Schlussverkauf

30.09.2019/EG
Quelle: Gemeinschaftssender 3sat, Mainz

Verkommt das Klassenzimmer zum Marktplatz? / Zahl der Privatschulen und Privatschülern steigt

„Lehrermangel, Akademikerschwemme, schleppende Digitalisierung: Bildung hat in Deutschland viele Baustellen. Dazu kommt, dass die private Wirtschaft immer mehr Einfluss auf Inhalte nimmt. Unternehmen sponsern Sportfeste, statten Schulen mit IT aus und entwickeln Unterrichtsmaterialien mit Firmenlogos.“ 3sat.de

Zum Thema

Vortrag von Tim Engartner, Sozialwissenschaftler an der Universität Frankfurt am Main zum Thema „Staat im Ausverkauf – Privatisierung in Deutschlandtele-akademie.de.

Auslandsvermögen deutscher Investoren steigt

30.09.2019/EG
Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

Deutschlands Auslandsposition Ende 2018: Aktiva bei 8,6 Billionen Euro, Passiva bei 6,5 Billionen Euro, Saldo bei 2,1 Billionen Euro (+ 15,7 % ggü. 2017)

Ende 2018 akkumulierte sich die Netto-Auslandsposition Deutschlands auf 2.073 Milliarden Euro (+ 15,7 % gegenüber 2017). Der Anstieg wurde besonders stark durch Netto-Kapitalexporte in Höhe von 229 Milliarden Euro gespeist und reflektierte, nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, in erster Linie den Leistungsbilanzüberschuss im vergangenen Jahr.
Auch die grenzüberschreitenden Unternehmensverflechtungen nahmen im vergangenen Jahr weiter zu. So stiegen die deutschen Direktinvestitionen im Ausland auf 2.109 Milliarden Euro (+ 7,0 % ggü. 2017). bundesbank.de

Zum Thema

„Berücksichtigt man die in den vergangenen Jahren durch Selbstanzeigen aufgedeckten 90 bis 180 Milliarden Euro, ergibt die Zusammenschau der bestehenden Schätzungen selbst unter vorsichtigen Annahmen noch immer eine Spannbreite von mindestens 125 bis 200 Milliarden Euro an unversteuertem Auslandsvermögen. Dadurch entgehen Deutschland, konservativ geschätzt, jährlich Steuereinnahmen von 5 bis 15 Milliarden Euro.“ sven-giegold.de