Schlagwort: Wirtschaft

  • Buchtipp: „Die neuen Propheten“

    17.04.2026/EG

    Daniel Stähr: Die neuen Propheten
    Wie Ökonomen unsere Zukunft verspielen

    Sachbuch (Politik, Wirtschaftswissenschaften)

    „Ökonomen und Ökonominnen sitzen im Zentrum der Macht, beraten Regierungen und Unternehmen, lenken die Geschicke von Staaten und Institutionen. Ihr gigantischer Einfluss erstreckt sich von der Politik bis in unsere Privatsphäre, sie bestimmen die Höhe unseres Lohns und unser Match auf der Dating App. Ob in der Klimakatastrophe oder der Pandemie: Weltweit legen wir unser Vertrauen in eine faktenfreie Wissenschaft, die kein Konzept von Moral oder Gerechtigkeit kennt …“

    Autor:
    Daniel Stähr ist Ökonom, Essayist und freier Autor.

    Verlag: S. Fischer
    Erscheinung: März 2026

  • Buchtipp: „Der Abschied von Golf und Diesel“

    10.04.2026/EG

    Timo Daum: Der Abschied von Golf und Diesel
    Teslas Rolle beim Niedergang der deutschen Autoindustrie

    Sachbuch (Automobilindustrie, Politik)

    „Warum hat die deutsche Autoindustrie die Elektrifizierung so zögerlich und widerwillig betrieben? Timo Daum zeigt, warum die Branche ihren gewohnten technologischen Kurs nicht verlassen konnte – auch nicht angesichts der von Tesla vorgelegten Innovationsdynamik und trotz des absehbaren Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen.“

    Autor:
    Timo Daum lehrt „Das Denken des Silicon Valley“ an der Universität Wien und ist Gast der Forschungsgruppe »Digitale Mobilität und gesellschaftliche Differenzierung« am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).

    Verlag: Transcript
    Erscheinung: März 2026

  • Wohnen um jeden Preis

    17.12.2025/EG

    Quellen: Deutscher Mieterbund, Berlin

    Mietenreport 2025 deckt Wohnwirklichkeit in Deutschland auf

    Ergebnisse:

    „Mittelschicht unter Druck

    Die Mietbelastung erreicht die Mitte: Nicht nur einkommensschwache Haushalte, sondern auch Haushalte mit mittlerem Einkommen geraten zunehmend in extreme Überlastung und Zahlungsrückstände. Fast jede:r dritte Mieter:in hat Angst, sich künftig die Miete nicht mehr leisten zu können. Fast jede:r Sechste fürchtet den Verlust der eigenen Wohnung.

    Familien im Zentrum der Krise

    Familien zwischen Miete und Mangel: Haushalte mit Kindern sind besonders häufig von steigenden Mietquoten, Überbelegung und baulichen Mängeln betroffen, selbst bei mittleren Einkommen.

    Extreme regionale Unterschiede

    Zwei Welten: Von 84 Prozent Mietquote in Berlin bis 40 Prozent im Saarland. Die Wohnrealitäten in den Bundesländern könnten kaum unterschiedlicher sein.

    Ungleiche Wohnraumverteilung

    Zu viel Platz hier, zu wenig dort: Gegenüber 2020 leben rund eine Million Mieter:innen mehr in überbelegten Wohnungen. Wohlhabendere Haushalte wohnen überdurchschnittlich oft unterbelegt, während Haushalte mit niedrigen Einkommen in beengten Verhältnissen leben: ein strukturell ineffizient genutzter Wohnungsbestand.

    Verdeckte Infrastrukturkrise

    Sanierungsstau und Schäden: Zunehmende Gebäudemängel deuten auf einen schleichenden Substanzverlust hin, auch dort, wo die Miete noch gezahlt werden kann.“

    Den Mietenreport 2025 lesen Sie hier.

    Zum Thema

    Paritätische Studie zur Wohnarmut in Deutschland (Auszug):

    • Durch die Berücksichtigung von Wohnkosten wird eine bislang unsichtbare Gruppe von 5,4 Millionen Menschen sichtbar, die an und unter der Armutsgrenze lebt.

    • Nicht 13 Millionen, sondern 18,4 Millionen Menschen müssten demnach als arm gelten.

    • Insgesamt leben damit 22,3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland in Wohnarmut.

    Die Studie lesen Sie hier.

    Ein umfassendes Dossier über den Preis des Wohnens des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW) lesen Sie hier.

  • Wirtschaftspolitik bleibt mangelhaft

    14.11.2025/EG
    Quellen: ifo Institut, München / Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln / Sachverständigenrat, Wiesbaden

    Wirtschaftsforschungsinstitute sehen Zukunftsfähigkeit Deutschlands gefährdet

    ifo: „Unter den zehn größten Investitionsposten 2026 – sie summieren sich auf 24,4 Milliarden Euro und damit 43,1 Prozent der gesamten Investitionsausgaben – finden sich zahlreiche Positionen, die nicht dazu dienen, Infrastruktur aufzubauen oder zu erhalten. Dazu zählen unter anderem 7,6 Milliarden Euro an Darlehen an die Sozialversicherungen sowie 6,85 Milliarden Euro für internationale Hilfen, Gewährleistungen und Entschädigungen.
    Tatsächlich fließen unter den zehn größten Investitionsposten (24,4 Mrd. Euro) nur rund 5,8 Milliarden Euro in Infrastrukturinvestitionen – etwa in Autobahnen und Schienenwege. Weitere 2,65 Milliarden Euro sind für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen. Zudem werden 1,5 Milliarden Euro als „Vorsorge Ausgabereste Investitionen“ verbucht – eine buchhalterische Kategorie, mit der nicht verausgabte Mittel aus dem Vorjahr die Investitionsquote erhöhen.“
    Die Studie lesen Sie hier.

    IW: „Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sollte den Investitionsstau lösen. Mit 500 Milliarden Euro wollte die Bundesregierung Brücken, Bahn und Schulen sanieren und die Transformation voranbringen – zusätzlich zum regulären Haushalt. Davon ist wenig geblieben. Stattdessen nutzt Schwarz-Rot das Geld, um Lücken im Haushalt zu stopfen. Neue IW-Berechnungen zeigen: Von den neuen Krediten in Höhe von 271 Milliarden Euro bis 2029 werden bis zu 133 Milliarden, also fast 50 Prozent, zweckentfremdet. Das Sondervermögen verkommt so zu einem Verschiebebahnhof.“
    Die Studie lesen Sie hier.

    Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 2025/2026: „Würden die Mittel aus dem Sondervermögen vollständig zusätzlich und investitionsorientiert eingesetzt, hätte dies deutlich stärkere Auswirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum als beim aktuell geplanten Ausgabenpfad.“
    Das Gutachten lesen Sie hier.

  • Buchtipp: „Gefährlich lecker“

    08.08.2025/EG

    Chris van Tulleken: Gefährlich lecker
    Wie uns die Lebensmittelindustrie manipuliert, damit wir all die ungesunden Dinge essen – und nicht mehr damit aufhören können

    Sachbuch (Ernährung, Gesundheit, Politik)

    „Warum weiß unser Körper genau, wieviel Wasser wir brauchen, wie viel Sauerstoff wir benötigen – aber beim Essen scheinen unsere Systeme zu versagen? Woran liegt es, dass seit einigen Jahrzehnten Übergewicht und Fettleibigkeit auf der ganzen Welt zu einem ernsthaften Problem geworden sind, das mit jedem Jahr schwerwiegender wird?
    Chris van Tulleken zeigt einen einzigen Grund auf, der hierfür verantwortlich ist: hochverarbeitete Lebensmittel …“

    Autor

    Chris van Tulleken, Jahrgang 1978, ist praktizierender Arzt, außerordentlicher Professor am University College London und für die BBC tätig. In seiner wissenschaftlichen Arbeit fokussiert sich van Tulleken auf die Integrität von Forschungsergebnissen und auf Interessenskonflikte bei Studien, insbesondere in Bezug auf Babynahrung.

    Verlag: Penguin
    Erscheinung: Juli 2025