Nur 26 Prozent der Seen und 7 Prozent der Fließgewässer ökologisch in Ordnung?

15.07.2019/EG
Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

Zielbereich der Wasserrahmenrichtlinie bleibt unrealistisch

„Daten zur Bewertung des ökologischen Zustands der Flüsse, Seen, Übergangs- und Küstengewässer werden im Zuge der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie von den Ländern erhoben. (…). Danach waren im Jahr 2015 24 Prozent der Seen in gutem und 2,3 Prozent in sehr gutem ökologischen Zustand, bei den Fließgewässern waren 6,6 Prozent in gutem und 0,1 Prozent in sehr gutem ökologischen Zustand. Die aktuellen Werte liegen weit vom Zielbereich der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) entfernt. Die Bundesregierung sieht zwar einen Trend zum Zielwert hin, dieser reicht jedoch voraussichtlich nicht aus, um das Ziel der WRRL bis zum Jahr 2027 zu erreichen. Wichtige Ursachen für den derzeitigen Gewässerzustand sind hydromorphologische Veränderungen, fehlende naturnahe Lebensräume, fehlende Durchgängigkeit sowie zu hohe Nährstoff- und Schadstoffeinträge (Bundestagsdrucksache 19/1571 vom 9. April 2018).“ bundestag.de (siehe Seite 2)

Zum Thema

„Nach einer aktuellen Auswertung der Daten von mehr als 14.000 Messstellen für den Zeitraum 2013 bis 2016 ist die Belastung des Grundwassers mit Pflanzenschutzmitteln und deren relevanten Abbauprodukten deutlich zurückgegangen. Das liegt aber vor allem daran, dass Wirkstoffe nicht mehr zugelassen sind. Die Belastung mit noch zugelassenen Stoffen ist dagegen gleichbleibend hoch.“ umweltbundesamt.de

Zusammenfassung der MCC-PIK-Expertise für den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mcc-berlin.net (Seite 5)

Wirtschaftserfolg konzentriert sich auf wenige

12.07.2019/EG
Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF), Washington/Paris

IWF-Länderfokus Deutschland: Gewinne stark auf die wohlhabendsten Haushalte konzentriert

„In den meisten der letzten zwei Jahrzehnte, als die Arbeitslosigkeit sank und die Exporte stiegen, blieb das Lohnwachstum hinterher und die Kaufkraft der Haushalte stagnierte, insbesondere bei den Niedriglohnbeziehern.
So nahm der Anteil des Volkseinkommens in Form von Gewinnen zu, die von Unternehmen einbehalten wurden, deren Eigentum sich stark auf die wohlhabendsten Haushalte konzentriert. Da diese Haushalte tendenziell einen größeren Teil ihres Einkommens sparen, stieg die private Ersparnis und der Leistungsbilanzüberschuss nahm zu.“ imf.org

Der 1945 gegründete Internationale Währungsfonds (IWF) ist eine Organisation von 189 Ländern, die sich nach eigenen Angaben für die Förderung der globalen Währungszusammenarbeit, die Sicherung der Finanzstabilität, die Erleichterung des internationalen Handels, die Förderung von hoher Beschäftigung und nachhaltigem Wirtschaftswachstum sowie die Verringerung der Armut in der ganzen Welt einsetzt.

Umwelt: Die zehn größten Schadstoffe

04.07.2019/EG
Quelle: Umweltbundesamt, Dessau

Die zehn Schadstoffe mit den größten Eintragsmengen in die Umwelt (Luft, Boden, Wasser, Abwasser) und die hauptverursachenden Branchen: Ammoniak ist in Deutschland die Nummer 1 der Luftschadstoffe aus Betrieben und stammt hauptsächlich aus der Intensivtierhaltung / Schadstoffe im Abwasser gehen hauptsächlich aufs Konto der Lebensmittel- und Chemischen Industrie / Größter CO2-Emittent ist die Energiewirtschaft

Amoniak (NH3)
Die Intensivtierhaltung weist mit Abstand den höchsten Anteil freigesetzter Ammoniakemissionen aus.

Chloride
Chloride stammen hauptsächlich aus der Mineralverarbeitenden Industrie und der Chemischen Industrie. Bei den Chloriden wird die Gesamtmenge aus den Freisetzungen in Luft, Wasser, Boden sowie die mit dem Abwasser verbrachte Schadstoffmenge betrachtet. Die Freisetzungen in den Boden (hier vor allem die Verpressung unter die Erde) weisen hierbei einen relevanten Anteil auf. Chloride werden aber auch zu einem nicht geringen Teil aus der Abfall- und Abwasserbewirtschaftung gemeldet, allen voran von den kommunalen Kläranlagen.

Kohlendioxid (CO2)
Hauptverantwortlich für die Kohlendioxidemissionen ist mit erheblichem Abstand die Energiewirtschaft und hierbei im Wesentlichen die Wärmekraftwerke und andere Verbrennungsanlagen mit einer Leistung über 50 Megawatt. Braunkohlekraftwerke mit den höchsten Treibhausgasemissionen oeko.de

Kohlenmonoxid (CO)
Für die Kohlenmonoxid-Freisetzungen ist Hauptverursacher die Metallverarbeitende Industrie.

Stickoxid- (NOx) und Schwefeloxid (SO2)
Die Stickoxid- und Schwefeloxidfreisetzungen stammen vorrangig aus der Energiewirtschaft.

Methan (CH4)
Die Mineralverarbeitende Industrie – besonders der Kohlebergbau – ist Hauptverursacher für die Methan-Freisetzungen. Auch aus Deponien wird noch eine erhebliche Menge an Methan freigesetzt.

Gesamtorganischer Kohlenstoff (TOC)
Gesamtorganischer Kohlenstoff entstammt zu einem Großteil aus der Chemischen Industrie, gefolgt von der Lebensmittelindustrie und der Papier- und Holzindustrie. Für TOC wurden die Freisetzungen in die Gewässer und die mit dem Abwasser verbrachten Mengen gemeinsam betrachtet.

Gesamtstickstoff (Gesamt-N)
Die Kläranlagen sind für die hohen Gesamtstickstoffmengen hauptverantwortlich.

Flüchtige organische Verbindungen (NMVOC)
Bei den flüchtigen organischen Verbindungen hat die Branche „Sonstige Industriezweige“ den größten Anteil. Darunter fallen Betriebe, die Oberflächen mit Lösungsmitteln behandeln, wie zum Beispiel Lackieranlagen. umweltbundesamt.de

Wirtschaftswachstum wirkt tief

25.06.2019/EG
Quelle: Blätter für deutsche und internationale Politik, Berlin

Ulrich Roos, Akademischer Rat an der Universität Augsburg, plädiert für eine intervenierende Sozialwissenschaft

„Viele Ökonomen scheinen zudem aus dem Blick verloren zu haben, dass Märkte nicht voraussetzungslos unter Bedingungen von Pareto-Gleichgewichten operieren, sondern politischen Machtmechanismen, dem Streben nach Kartellbildung oder der Beeinflussung politischer Entscheidungen zugunsten von bestimmten Marktteilnehmern unterworfen sind. Daher ist es notwendig, Märkte immer wieder auf ihre gesellschaftlich intendierten und nicht-intendierten Handlungsfolgen zu überprüfen und gegebenenfalls politisch zu regulieren. (…).
Die Saat der Demokratiekrise besteht wohl nicht allein in der ökonomischen Ungleichheit, sondern in einer damit korrelierenden Krise der politischen Bildung. Wer die Vorgänge einer komplexen Welt nicht versteht und sich zugleich ökonomisch von den staatlichen Institutionen nicht vertreten fühlt, neigt kaum zur Verteidigung der repräsentativen Demokratie.“ blaetter.de

Zum Thema

Werner Vontobel, Autor und Wirtschaftsjournalist:
50 Jahre nach dem „Wirtschaftswunder“ und nachdem sich die Produktivität noch einmal verdreifacht hat, führt Deutschland unter dem Stichwort Hartz-IV eine Hungerlohndebatte. Da ist etwas gründlich schiefgelaufen. oekonomenstimme.org

Amin Schäfer, Politikwissenschaftler an der Universität Münster: Vortrag an der Uni Witten/Herdecke „Politische Gleichheit – das uneingelöste Versprechen der Demokratie
youtube.de

Jeder Fünfte in atypischer Beschäftigung

24.06.2019/EG
Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

WSI-Forscher Helge Baumann und Eric Seils untersuchten die Erosion normaler Arbeitsverhältnisse

„Die atypische Beschäftigung hat in den vergangenen Jahrzehnten stark an Bedeutung zugenommen. Seit einigen Jahren stagniert der Anteil der atypischen Beschäftigung an den Kernerwerbstätigen jedoch auf einem hohen Niveau. Was kann getan werden? Generell hat sich in den letzten Jahren ein Trend entwickelt, wonach Frauen seltener geringfügigen Beschäftigungen und Teilzeitbeschäftigungen mit 20 oder weniger Wochenstunden nachgehen. Teilzeitbeschäftigungen über 20 Stunden werden von den Frauen hingegen in zunehmenden Maße ausgeübt. Angesichts der in Zukunft zu erwartenden Verknappung des Arbeitsangebotes liegt es nahe, den Trend zu längeren Arbeitszeiten teilzeitbeschäftigter Frauen durch politische Maßnahmen zu flankieren. Ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung wäre dazu sicherlich geeignet.“ boeckler.de

Atypische Beschäftigte sind abhängig Beschäftigte, deren Haupttätigkeit mindestens eine der folgenden Eigenschaften aufweist:

  • Teilzeitbeschäftigung bzw. geringfügige Beschäftigung mit 20 oder weniger Stunden
  • befristete Beschäftigung
  • Beschäftigung in Leiharbeit

Ergänzung am 25.06.2019 zum Thema

Daten zu befristeten Beschäftigungsverhältnissen im Zeitraum 1998 bis 2018 bundestag.de