Buchtipp: „Umverteilung des Reichtums“

17.05.2024/EG

Christoph Butterwegge: Umverteilung des Reichtums

Sachbuch (Armut, Einkommen, Politik, Ungleichheit, Vermögen)

„Warum nimmt die soziale Ungleichheit seit Jahren zu? Welche Rolle spielen dabei Wirtschaftsstrukturen, Eigentumsverhältnisse und Verteilungsmechanismen? Mit welchen Narrativen werden die beträchtlichen Einkommens- und Vermögensunterschiede gerechtfertigt? Christoph Butterwegge beleuchtet die Politik unterschiedlicher Bundesregierungen und fragt, weshalb sich die Kluft zwischen Arm und Reich nach der „Zeitenwende“ und zusätzlichen Rüstungsanstrengungen weiter vertieft. Er nimmt den Niedriglohnsektor, den »Um-« bzw. Abbau des Sozialstaates sowie die Steuerentlastungen für Wohlhabende in den Blick. Wie lässt sich die Entwicklung aufhalten und verhindern, dass die Reichen noch reicher und die Armen noch zahlreicher werden?“

Autor

Christoph Butterwegge, Prof. Dr., lehrte von 1998 bis 2016 Politikwissenschaft an der Universität zu Köln und kandidierte 2017 für das Amt des Bundespräsidenten.

PapyRossa Verlag, ISBN 978-3-89438-831-7, Buch

Videotipp: „Die Rente ist sicher“

15.05.2024/EG
Quelle: Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Mainz

Kabarettsendung „Die Anstalt“ thematisiert den politischen Willen zur Altersversorgung in Deutschland

Die Sendung sehen Sie hier.

Zum Thema

„Die notwendige Bekämpfung der außerordentlich schnell und ungebremst steigenden Altersarmut in Deutschland verlangt eine umfassende Agenda zur Reform der Alterssicherung, die von der Reform der Rentenversicherung u.a. mit dem Ziel der Armutsvermeidung langjährig Versicherter über eine Reform der Altersgrundsicherung bis hin zur Vollversicherung in einem Pflegesystem reicht, in dem mittlerweile jeder dritte Bewohner eines Pflegeheimes in die Sozialhilfe fällt, weil die erforderlichen Eigenleistungen von zunehmend mehr Menschen nicht mehr aufgebracht werden können. Die Stabilisierung des Rentenniveaus allein wird dem Problem nicht Herr werden. Die Aktienrente wird armutspolitisch überhaupt keine Spuren hinterlassen.“
Quelle: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband Gesamtverband, Expertise zu den Erstergebnissen des Mikrozensus zur Armutsentwicklung 2023, Seite 7.

Diffusionsniveau 2023: „Die systemische Verschmelzung von Pflichtversicherung (Rente) und Fürsorge (Grundsicherung im Alter) hat über die vergangenen zwanzig Jahre deutlich zugenommen.“ Den Beitrag von Johannes Steffen lesen Sie hier.

Ergänzende Beiträge hören und lesen Sie mit Hilfe der Schlagwortsuche.

Bildung und Optionen

14.05.2024/EG
Quelle: ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München

ifo Institut untersuchte die ungleichen Bildungschancen von Kindern in Deutschland

„Deutschlandweit besuchen 26,7 % der Kinder mit niedrigerem Hintergrund ein Gymnasium, mit höherem Hintergrund sind es 59,8 %. Die Chance auf einen Gymnasialbesuch bei niedrigerem Hintergrund ist also nicht einmal halb so groß (Chancenverhältnis 44,6 %) wie bei höherem Hintergrund, die Chancendifferenz beträgt 33,2 Prozentpunkte. Die Ungleichheit der Bildungschancen ist in allen Bundesländern sehr stark ausgeprägt.“

Die Studie lesen Sie hier.

Zum Thema

Wie lässt sich Bildungsgerechtigkeit in der Schule realisieren? Das Deutsche Schulportal der Robert Koch Stiftung bietet dazu Informationen an.

Die Internationale Schulleistungsstudie der OECD (PISA) evaluierte 2022 die Kenntnisse und Fähigkeiten 15-jähriger Schüler:innen in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften. Die Ergebnisse für Deutschland lesen Sie hier.

Die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung 2021 (IGLU) evaluierte die Lesekompetenz von Schüler:innen der vierten Jahrgangsstufe im internationalen Vergleich. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse für Deutschland lesen Sie hier.

Die Akteure der Bildungspolitik lesen Sie hier.

Buchtipp: „Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher“

10.05.2024/EG

Ciani-Sophia Hoeder: Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher
Die Lüge von der Chancengleichheit

Sachbuch (Politik, Ungleichheit)

„Als Ciani-Sophia Hoeder 14 Jahre alt war, ging sie mit ihrer Mutter das erste Mal zur Berliner Tafel. Sie erzählte niemandem davon, schämte sich, dass ihre Familie arm war – denn Armut ist ein Schimpfwort, ein Symbol des persönlichen Versagens. Dass es sich in Wahrheit um ein strukturelles Problem handelt und sozialer Aufstieg in Deutschland längst nicht so leicht möglich ist, wie gern suggeriert wird, wurde ihr erst später klar.
Ciani-Sophia Hoeder beleuchtet die Schnittstellen von Geld, Scham und Macht und zeigt, wie Klasse sich mit anderen Diskriminierungsformen vermischt. Sie spricht mit Expert:innen, Aktivist:innen, armen und reichen Menschen und macht deutlich, wie fehlende Chancengleichheit dieses Land prägt – und wie wir das ändern können.“

Autorin

Ciani-Sophia Hoeder ist freie Journalistin sowie Gründerin und Geschäftsführerin von RosaMag, dem ersten Online-Lifestylemagazin für Schwarze FLINTA* in Deutschland. Sie studierte Politik und Journalismus in Berlin und London.

Hanser Blau Verlag, ISBN 978-3-446-29785-2, E-Buch

Ungleichheit wirkt auf die Lebenserwartung

03.05.2024/EG
Quelle: Robert Koch Institut (RKI), Berlin

Spreizung der Lebenserwartung hat zugenommen

„Dass Menschen in sozioökonomisch benachteiligten Wohngegenden früher sterben als Menschen in wohlhabenden Gegenden, wurde bereits vielfach nachgewiesen, auch für Deutschland. Ein Forschungsteam unter Federführung des Robert Koch-Instituts (RKI) hat nun gezeigt, dass die Lebenserwartung zwischen Deutschlands benachteiligten und wohlhabenden Regionen heute noch weiter auseinanderklafft als vor gut 20 Jahren – und erstmals die Todesursachen dahinter untersucht. […]. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs trugen am meisten zur sozial ungleichen Lebenserwartung in Deutschland bei, aber auch andere Ursachen wie chronische Lungenerkrankungen spielten eine Rolle. Dass sich die Ungleichheit in der Lebenserwartung vergrößert hat, geht den Forschenden zufolge vor allem auf Veränderungen im Krebsgeschehen zurück: So ist die Krebssterblichkeit in den vergangenen Jahren zwar insgesamt zurückgegangen, in den benachteiligten Regionen war dieser Rückgang jedoch nicht zu beobachten oder fiel geringer aus als in den wohlhabenderen. Vor allem frühe Krebssterbefälle, die vor einem Alter von 75 Jahren auftraten, trugen so zur Vergrößerung der Ungleichheiten in der Lebenserwartung bei. In der Pandemie kam hinzu, dass die COVID-19-Sterblichkeit in sozioökonomisch benachteiligten Regionen besonders hoch lag. Die Studienergebnisse machen deutlich, dass die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet ein wichtiges Handlungsfeld ist, um die gesundheitliche Chancengleichheit in Deutschland zu verbessern, schreiben die Forschenden.“

Die Mitteilung sowie ergänzende Informationen lesen Sie hier.