Geldvermögen privater Haushalte bei 6,17 Billionen Euro

15.07.2019/EG
Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

Geldvermögen der privaten Haushalte* in Deutschland lag zum Ende des ersten Quartals 2019 bei 6.170 Milliarden Euro (+ 4,7 % gegenüber I/2018)

„Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag zum Ende des ersten Quartals 2019 bei 6 170 Mrd €; gegenüber dem vierten Quartal 2018 stieg es damit um gut 153 Mrd € oder 2,6 %. Hauptgrund hierfür war der äußerst kräftige transaktionsbasierte Geldvermögensaufbau in Höhe von knapp 87 Mrd €. Die privaten Haushalte erhöhten vor allem ihre Bestände an Bargeld und Einlagen sowie ihre Ansprüche gegenüber Versicherungen. Damit hielt ihre Präferenz für liquide oder als risikoarm empfundene Anlagen an. Zusätzlich zu diesen transaktionsbedingten Zuwächsen gab es im ersten Vierteljahr Bewertungsgewinne.“
(…).
Wie bereits in den Vorquartalen nahmen die privaten Haushalte insbesondere Wohnungsbaukredite bei inländischen Monetären Finanzinstituten auf.“ bundesbank.de

*Private Haushalte sind Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

Zum Thema

IV/2018: 6,25 Billionen Euro Geldvermögen und 8,08 Billionen Euro Immobilienvermögen bundestag.de
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/095/1909562.pdf

Zusammensetzung des Finanz,- Sach- und Immobilienvermögens der privaten Haushalte nach seiner Höhe bundesbank.de (siehe Grafik Seite 28, durchschnittlich je Haushalt/Vermögensverteilung siehe Seite 22)

Wirtschaftserfolg konzentriert sich auf wenige

12.07.2019/EG
Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF), Washington/Paris

IWF-Länderfokus Deutschland: Gewinne stark auf die wohlhabendsten Haushalte konzentriert

„In den meisten der letzten zwei Jahrzehnte, als die Arbeitslosigkeit sank und die Exporte stiegen, blieb das Lohnwachstum hinterher und die Kaufkraft der Haushalte stagnierte, insbesondere bei den Niedriglohnbeziehern.
So nahm der Anteil des Volkseinkommens in Form von Gewinnen zu, die von Unternehmen einbehalten wurden, deren Eigentum sich stark auf die wohlhabendsten Haushalte konzentriert. Da diese Haushalte tendenziell einen größeren Teil ihres Einkommens sparen, stieg die private Ersparnis und der Leistungsbilanzüberschuss nahm zu.“ imf.org

Der 1945 gegründete Internationale Währungsfonds (IWF) ist eine Organisation von 189 Ländern, die sich nach eigenen Angaben für die Förderung der globalen Währungszusammenarbeit, die Sicherung der Finanzstabilität, die Erleichterung des internationalen Handels, die Förderung von hoher Beschäftigung und nachhaltigem Wirtschaftswachstum sowie die Verringerung der Armut in der ganzen Welt einsetzt.

Buchtipp: Frei, fair und lebendig

12.07.2019/EG

David Bollier, Silke Helfrich: Frei, fair und lebendig
Die Macht der Commons

Sachbuch (Gemeingüter, Gesellschaft, Kapitalismus, Ungleichheit)

Dieses Buch soll Mut machen. Es vereint ein beziehungsreiches Denken mit einer neuen Art zu handeln. Das Ziel: eine freie, faire und lebendige Gesellschaft. Doch das Gewohnte hat sich tief eingegraben in unseren Köpfen, in unserem Alltag, in Markt und Staat.
Silke Helfrich und David Bollier legen überkommene Denkmuster frei und entwerfen ein Programm für ein gelingendes Miteinander, ein anderes Politikverständnis und ein sorgendes Wirtschaften. Im Mittelpunkt stehen dabei Commons-Praktiken. Sie zeigen, wie wir in Verschiedenheit gemeinsame Ziele verfolgen. Ganz praktisch können so Häuser und Fahrzeuge in ähnlicher Weise wie die Wikipedia entstehen. Das Buch stiftet zudem an, wie ein „Commoner“ zu denken. Weiterlesen

Energiewende: Bericht bestätigt ‘Tempo‘ der Regierungsarbeit

10.07.2019/EG
Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Berlin

Zweiter Fortschrittsbericht zur Energiewende 2019 (Seite 16): „Die Unzufriedenheit mit der Energiewende-Politik der Bundesregierung sei deutlich auf 61 Prozent gestiegen. Als wichtigste Gründe werden vor allem genannt: zu langsame Umsetzung (58 Prozent) und mangelnde soziale Gerechtigkeit (52 Prozent).“

Im Jahr 2017 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch 36 Prozent. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch soll laut Koalitionsvertrag bis 2030 bei etwa 65 Prozent liegen.
Ausgewählte ‘Fortschritte‘ aus dem Bericht:

  • Primärverbrauch: Einsparziel verfehlt
  • Energieverbrauch in Gebäuden: Einsparziel fraglich
  • Energieverbrauch im Verkehr: Einsparziel verfehlt
  • Treibhausgasemissionen: Einsparziel fraglich

Den kompletten Bericht lesen Sie hier bmwi.de.

Wirtschaftspolitik erschafft Lebensbedingungen

08.07.2019/EG
Quelle: Ökonomen-Blog VOX, London

William H. Dow, Anna Godøy, Chris Lowenstein, Michael Reich, alle Wirtschaftswissenschaftler an der University of California, Berkeley, untersuchten den Zusammenhang von „Todesfällen aus Verzweiflung“ (Konsum legaler und illegaler Drogen sowie Suizide) und Wirtschaftspolitik in den USA

Die Wissenschaftler William H. Dow, Anna Godøy, Chris Lowenstein und Michael Reich haben die Ursachen sowie die Wirksamkeit politischer Reaktionen auf den jüngsten Anstieg der Sterblichkeit aufgrund von Alkohol, Drogen und Selbstmord unter US-Bürgern ohne Hochschulabschluss untersucht. Ergebnis: Mindestlohn und Lohnsteuergutschrift – die beiden wichtigsten politischen Hebel zur Einkommenssteigerung für Niedriglohnarbeiter in den USA – sind wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der vorgenannten Verwerfungen. Beide Instrumente (Mindestlohn und Lohnsteuergutschrift) reduzierten die Selbstmordrate bei Erwachsenen ohne Hochschulabschluss deutlich, bei den Frauen noch stärker.
In den USA stieg im Zeitraum 1999 bis 2017 die altersbereinigte Rate der Todesfälle durch Drogenüberdosierung um 256 Prozent, die Selbstmordrate um 33 Prozent. voxeu.org

Zum Thema

Dimensionen prekärer Beschäftigung und Gesundheit im mittleren Lebensalter“ in Deutschland

Kennzeichen prekärer Erwerbssituationen: geringe Entlohnung, mangelnde Möglichkeiten der Selbstverwirklichung in der Erwerbstätigkeit, soziale Isolation sowie der Mangel an Planungssicherheit und Anerkennung. (…). Während eine formalrechtlich prekäre Erwerbssituation in keinem statistischen Zusammenhang zur körperlichen oder mentalen Gesundheit steht, geht eine materiell-prekäre Lebenssituation mit einer durchschnittlich schlechteren körperlichen Gesundheit einher. Noch stärkeren Einfluss auf die Gesundheit haben arbeitsplatzbezogene prekäre Kennzeichen der Erwerbstätigkeit. boeckler.de

Armut – Morbidität – Mortalität: Situation in Deutschland“

Zwischen dem sozialen Status und Morbidität besteht nachweislich eine enge Korrelation. Verbunden sind damit Beeinträchtigungen im Alltag, eine verminderte gesundheitsbezogene Lebensqualität und möglicherweise sogar eine vorzeitige Mortalität. Kumuliert man die zuvor aufgezählten Erkrankungen, Beschwerden und Risikofaktoren, ergibt sich bei Menschen mit einem niedrigen SES im Vergleich zu denen mit einem höheren SES ein erhöhtes Sterberisiko, eine verringerte Lebenserwartung sowie weniger Lebensjahre bei guter Gesundheit.“ (Seite 15)
Lösungsansätze: Bekämpfung sozialer Ungleichheit und Armut sowie eine zielgruppenspezifische Gesundheitsförderung und Prävention. (Seite 16) nav-virchowbund.de