Medium für die zweite Meinung

  • Gesundheit: Zahl der Diabeteserkrankten steigt

    26.11.2020/EG
    Quellen: Barmer, Berlin / Wissenschaftliches Institut der AOK, Berlin / AOK, Düsseldorf

    2019 waren 7,66 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes Typ 1 und 2 erkrankt / „Materiell und sozial benachteilige Menschen erkranken häufiger an Typ-2-Diabetes als Menschen mit einem hohen sozialen Status“

    Wie aus dem Diabetes-Atlas der Barmer hervorgeht, leiden in Deutschland 9,21 Prozent bzw. 7,66 Millionen Menschen (Stand 2019) unter Diabetes Typ 1 und 2. Im Jahr 2014 lag die Zahl der Diabeteserkrankten bei 6,89 Millionen Menschen bzw. 8,48 Prozent der Bevölkerung. barmer.de

    Zum Thema

    Aus dem AOK-Gesundheitsreport der AOK Rheinland/Hamburg:
    „9,3 Prozent der Hartz-IV-Empfänger oder deren Familienangehörige bekamen eine Diabetes-Diagnose, aber nur 5,6 Prozent der Berufstätigen oder deren Familienangehörige. Soziale Ungleichheit beeinflusst also nachweislich die Gesundheit. Dies zeigt sich auch bei anderen chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Adipositas.“ aok.de

    Gesundheitsatlas Deutschland: Diabetes mellitus Typ 2
    Aus der Zusammenfassung: Nahezu jeder zwölfte Einwohner in Deutschland betroffen / Ältere Menschen häufig von Typ-2-Diabetes betroffen / Östliche Bundesländer stärker betroffen / Landbevölkerung stärker betroffen als Stadtbewohner / Regionen mit mehr materieller und sozialer Benachteiligung stärker betroffen / Regionen mit hoher Adipositashäufigkeit stärker betroffen
    Materiell und sozial benachteilige Menschen erkranken häufiger an Typ-2-Diabetes als Menschen mit einem hohen sozialen Status.“
    Den Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Institutes der AOK lesen Sie hier ↗wido.de.

  • Corona-Pandemie: Verlängerung und Anpassung der Maßnahmen

    26.11.2020/EG
    Quelle: Bundesregierung, Berlin

    Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 25. November 2020: Unterschiedliche Infektionslagen in Ländern und Kreisen erfordern angepasste Maßnahmen / Landesregierungen zur konsequenten Umsetzung bereit

    Die Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Regierungschefs der Länder lesen Sie hier ↗bundesregierung.de.

    Zum Thema

    „Ein Verhalten wie vor der Epidemie führt dazu, dass eine Person im Mittel 3 bis 4 Personen mit SARS-CoV-2 ansteckt. Zur Stabilisierung muss die Ansteckungsrate also um den Faktor 3 oder 4 reduziert werden. Unsere Studien zeigen, dass die aktuell eingesetzten TTI-Maßnahmen zwar sehr effektiv sind, aber diesen Faktor nur halbieren. Der andere Beitrag zur Reduktion resultiert aus saisonalen Effekten und AHA-Maßnahmen. Diese AHA-Maßnahmen sind notwendig, da eine perfekte Umsetzung des TTI nicht möglich ist, z.B. weil Infektionen asymptomatisch verlaufen, die Quarantäne nicht perfekt ist oder Kontakte unentdeckt bleiben.“ ↗helmholtz-hzi.de
    AHA-Regel: Abstand halten, Hygienemaßnahmen beachten und Alltagsmaske tragen!
    TTI: Test-Trace-und-Isolate-Strategien (Test-, Verfolgungs- und Isolationsstrategie)

    Clara von Bismarck-Osten, Kirill Borusyak, und Uta Schönberg, alle drei am University College London (UCL), untersuchten die Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus in den Schulen / Auszug von Seite 21 der Studie:
    „Wir stellen fest, dass Schulen bei der Ausbreitung von SARS-CoV-2 eine untergeordnete Rolle spielen, was darauf hindeutet, dass die Vorteile ihrer Schließung die Kosten nicht aufwiegen. Die Schließung der Schulen in den Sommerferien scheint weder im Familienkreis noch bei den älteren Generationen einen eindämmenden Effekt auf die Infektionen gehabt zu haben. (…). Im Einklang mit unseren Ergebnissen zu den Schulschließungen halten wir die Besorgnis über die Rückkehr zur vollen Schulkapazität nach den Sommerferien für unbegründet…“

    Kultusminister-Konferenz (KMK) gibt Studien zum Infektionsgeschehen in Schulen in Auftrag kmk.org.

  • Wie real ist der offizielle Lohnanstieg?

    23.11.2020/EG
    Quelle: Ökonomenstimme, Zürich

    Karl-Friedrich Israel, Wirtschaftswissenschaftler an der Université Catholique de l’Ouest (UCO) in Angers (Frankreich), und Gunther Schnabl, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Leipzig, untersuchten die Messung der Inflation an der realen Wirtschaftsentwicklung

    Auszug:
    „Während die offiziellen Zahlen noch ein leichtes reales Wachstum und steigende Löhne anzeigen, deuten die alternativen Inflationsmaße auf beträchtliche Wachstumseinbußen und fallende Reallöhne (siehe Abbildung) hin.
    Dieses Ergebnis macht nachdenklich. Die blinden Flecken bei der offiziellen Inflationsmessung verschleiern im Extremfall einen Wohlstandverlust breiter Bevölkerungsschichten…“ ↗oekonomenstimme.org

    Zum Thema

    Globalisierung: Der Profit konzentriert sich auf zu wenige

    Thomas Aronsson, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Umeå (Schweden), Clemens Hetschko, Wirtschaftswissenschaftler an der University of Leeds (England), und Ronnie Schöb, Wirtschaftswissenschaftler an der Freien Universität Berlin, untersuchten die Effekte der Globalisierung in Bezug auf das Erstarken populistischer Parteien

    Auszug:
    „Globalisierung führt zwar zu Wohlfahrtsgewinnen für die Gesellschaft als ganze, aber individuell profitiert eine immer kleiner werdende Gruppe. Zugleich steigt die Zahl derjenigen, die verlieren (Rodrik 2018). (…).
    Unsere Analyse zeigt, dass Ungeduld mit für das Erstarken populistischer Parteien verantwortlich ist, weil sie globalisierungskritische Einstellungen verstärkt. Für die Politik hat das weitreichende Konsequenzen im Hinblick auf die Ausgestaltung komplementärer Umverteilungsmaßnahmen: Es geht nicht nur darum, dass umverteilt wird, sondern auch darum, wann diese Umverteilung stattfindet…“ ↗oekonomenstimme.org

  • Buchtipp: Der Code des Kapitals

    20.11.2020/EG

    Katharina Pistor: Der Code des Kapitals
    Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft

    Sachbuch (Kapitalismus, Recht, Ungleichheit, Vermögen)

    „Kapital ist das bestimmende Merkmal moderner Volkswirtschaften, doch die meisten Menschen haben keine Ahnung, woher es tatsächlich kommt. Was verwandelt bloßen Reichtum in ein Vermögen, das automatisch mehr Reichtum schafft? Katharina Pistor zeigt in ihrem bahnbrechenden Buch, wie Kapital hinter verschlossenen Türen in Anwaltskanzleien geschaffen wird und warum dies einer der wichtigsten Gründe für die wachsende Ungleichheit in unseren Gesellschaften ist.

    Das Recht »codiert« selektiv bestimmte Vermögenswerte und stattet sie mit der Fähigkeit aus, privaten Reichtum zu schützen und zu produzieren. Auf diese Weise kann jedes Objekt, jeder Anspruch oder jede Idee in Kapital umgewandelt werden – und Anwälte sind die Hüter dieses Codes. Sie wählen aus verschiedenen Rechtssystemen und Rechtsinstrumenten diejenigen aus, die den Bedürfnissen ihrer Mandanten am besten dienen. Techniken, die vor Jahrhunderten Landbesitz in Kapital transformierten, dienen heute zur Codierung von Aktien, Anleihen, Ideen und Zukunftserwartungen.

    Ein großes, beunruhigendes Porträt der globalen Natur dieses Codes sowie der Menschen, die ihn gestalten, und der Regierungen, die ihn durchsetzen.“ (mehr …)

  • Gesundheitspolitik: Patente verursachen hohe Kosten

    19.11.2020/EG
    Quelle: AOK-Bundesverband, Berlin

    AOK-Bundesverband fordert Bundesregierung zur Reform der Preisbildung bei neuen Arzneimitteln auf

    Der AOK-Bundesverband verweist auf den „ungebrochenen Trend zu hochpreisigen Arzneimitteln im Patentmarkt.“ Im Jahr 2019 stiegen die GKV-Nettokosten für patentgeschützte Arzneimittel auf einen neuen Höchststand: 21 Milliarden Euro. Der Versorgungsanteil patentgeschützter Arzneimittel lag bei 6,5 Prozent, dagegen erreichte der Ausgabenanteil am Gesamtmarkt 47,8 Prozent.

    Das Positionspapier lesen Sie hier ↗aok.bv.de.

    Zum Thema

    „Die Kosten für neu auf den Markt gekommene Arzneimittel sind stark gestiegen. Das ist ein Ergebnis des diesjährigen Innovationsreports, den die Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit der Universität Bremen heute vorstellt.“ ↗tk.de

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