Medium für die zweite Meinung

  • Inflation – Ein Produkt freier Märkte

    03.05.2023/EG
    Quelle: University of Massachusetts, Amherst

    Isabella M. Weber und Evan Wasner, beide Wirtschaftswissenschaftler an der University of Massachusetts, untersuchten die Preisgestaltung großer Unternehmen in Krisen

    „Der vorherrschende Auffassung zufolge ist die Inflation makroökonomischen Ursprungs und muss immer mit einer makroökonomischen Straffung bekämpft werden. Im Gegensatz dazu argumentieren wir, dass die COVID-19-Inflation in den USA in erster Linie eine Verkäuferinflation ist, die auf mikroökonomische Ursachen zurückzuführen ist, nämlich auf die Fähigkeit von Unternehmen mit Marktmacht, die Preise zu erhöhen. Diese Unternehmen sind zwar Preisgestalter, aber sie erhöhen die Preise nur, wenn sie erwarten, dass ihre Konkurrenten dasselbe tun. Dies erfordert eine implizite Vereinbarung, die durch branchenweite Kostenschocks und Versorgungsengpässe koordiniert werden kann. Wir überprüfen die seit langem bestehende Literatur über die Preisbildung in konzentrierten Märkten, untersuchen Gewinnmitteilungen und stellen Daten auf Unternehmensebene zusammen, um eine dreistufige Heuristik des Inflationsprozesses abzuleiten: Steigende Preise in systemisch bedeutsamen vorgelagerten Sektoren aufgrund von Rohstoffmarktdynamik oder Engpässen führen zu Mitnahmeeffekten und geben den Anstoß für weitere Preiserhöhungen. Um ihre Gewinnspannen vor steigenden Kosten zu schützen, propagieren nachgelagerte Sektoren den Preisdruck oder verstärken ihn im Falle von vorübergehenden Monopolen aufgrund von Engpässen. Die Arbeitnehmer reagieren darauf, indem sie versuchen, Reallohnsenkungen in der Konfliktphase abzuwehren. Wir argumentieren, dass eine solche Inflation der Verkäufer zu einem allgemeinen Preisanstieg führt, der vorübergehend sein kann, aber unter bestimmten Bedingungen auch zu selbsttragenden Inflationsspiralen führen kann. Die Politik sollte darauf abzielen, Preiserhöhungen in der Impulsphase einzudämmen, um Inflation von Anfang an zu verhindern.“ ↗scholarworks.umass.edu

  • Buchtipp: „Medienmenschen“

    28.04.2023/EG

    Jens Bergmann, Bernhard Pörksen (Hrsg.): Medienmenschen
    Wie man Wirklichkeit inszeniert.

    Sachbuch (Medien)

    „Hinter den Kulissen der Inszenierungsgesellschaft: Was machen Prominente mit den Medien? Was machen die Medien mit den Prominenten? Wer ist Täter, wer Opfer? Wie funktioniert das Geschäft mit der Selbstdarstellung, und was ist sein Preis? Wie wahr sind Images? Nach welchen Regeln konstruiert man Authentizität?“

    Herausgeber

    Jens Bergmann ist stellvertretender Chefredakteur bei „brand eins“.

    Professor Dr. Bernhard Pörksen, Jahrgang 1969, lehrt an der Eberhard Karls Universität Tübingen Medienwissenschaft.

    Solibro Verlag, ISBN: 978-3-932927-81-2, E-Buch, 10 Euro

  • Geldvermögen privater Haushalte

    21.04.2023/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland erreicht Ende 2022 rund 7,3 Billionen Euro

    Wie die Deutsche Bundesbank mitteilt, summierte sich das Geldvermögen¹ der privaten Haushalte² in Deutschland, zum Jahresende 2022, auf 7.254 Milliarden Euro (- 4,9 % ggü. 2021). bundesbank.de

    ¹Bargeld, Einlagen, Schuldverschreibungen, Aktien, Anteilsrechte, Anteile an Investmentfonds, Ansprüche aus Nichtlebensversicherungen, Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen, Finanzderivate, Mitarbeiteraktienoptionen, Kredite und sonstige Forderungen.
    ²Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

    Zum Thema

    Das Sachvermögen (Immobilien, Ausrüstung, Nutztiere, Nutzpflanzungen, geistiges Eigentum) der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck wird von der Deutschen Bundesbank, zum Jahresende 2021, mit 10,8 Billionen Euro (+ 19,2 % ggü. 2019) angegeben. bundesbank.de (Seite 14)

    Zitat aus dem Monatsbericht Juli 2022 der Deutschen Bundesbank, Seite 22: „Während die obersten 10 % der Vermögensverteilung über den betrachteten Zeitraum mehr als 50 % des gesamten Nettovermögens der Haushalte in Deutschland hielten, entfiel auf die untere Hälfte der Vermögensverteilung mit durchschnittlich 0,6 % ein äußerst geringer Anteil.“ bundesbank.de

    Andreas von Westphalen, Deutschlandfunk, im Gespräch mit Thomas Piketty, Wirtschaftswissenschaftler, über die Sakralisierung des Kapitals und deren Folgen deutschlandfunk.de.

    Ergänzende Beiträge hören und lesen Sie mit Hilfe der Schlagwortsuche.

  • Buchtipp: „Machiavelli und der populistische Schmerzensschrei“

    21.04.2023/EG

    John McCormick: Machiavelli und der populistische Schmerzensschrei
    Studien zur politischen Theorie

    Sachbuch (Demokratie, Politik)

    „Wie die bahnbrechenden Aufsätze in diesem Band zeigen, ist Machiavelli überraschend relevant für die Analyse der gegenwärtigen Krise der Demokratie, die durch Populismus und Plutokratie gekennzeichnet ist.
    Mit seiner Hilfe, so McCormick, lassen sich unsere demokratischen Verfassungen neu gestalten, so dass die Bürgerinnen und Bürger die Korruption von Oligarchen vereiteln und sich direkter sowie umfassender am politischen Geschehen beteiligen können.“

    Autor

    John McCormick ist Professor für Politikwissenschaft an der University of Chicago. Er gilt als einer der bedeutendsten Machiavelli-Forscher der Gegenwart.

    Suhrkamp Verlag, ISBN: 978-3-518-29986-9, Buch, 22 Euro

  • Militärische Interventionen zerstören mehr als erwartet

    18.04.2023/EG
    Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

    Wissenschaftler Eugen Dimant, Tim Krieger und Daniel Meierrieks untersuchten für die Jahre 1968 bis 2018, wie sich die US-Militärhilfe in den Empfängerländern ausgewirkt hat

    „Eines der Ergebnisse: Höhere Militärhilfe führt zu mehr antiamerikanischem Terrorismus in den Empfängerländern. Darüber hinaus zeigt die empirische Arbeit der drei Forscher, dass die US-Militärhilfe die militärische Ausstattung der unterstützten Länder nicht verbessert, sondern eher zu Ausgrenzung und Korruption beigetragen hat.“

    Den Beitrag lesen Sie hier wzb.eu.

    Zum Thema

    „Ein Datensatz der humanitären militärischen Interventionen nach dem Zweiten Weltkrieg“ lesen Sie hier bundesstiftung-friedensforschung.de und hier humanitarian-military-interventions.com.

    Eine „Bestandsaufnahme der humanitären militärischen Interventionen zwischen 1947 und 2005“ lesen Sie hier ↗hsfk.de.

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