Medium für die zweite Meinung

  • Buchtipp: „Wir sind die anderen“

    09.06.2023/EG

    Bianca Kellner-Zotz / Michael Meyen: Wir sind die anderen
    Ostdeutsche Medienmenschen und das Erbe der DDR

    Sachbuch (Medien, Politik)

    „Was zeichnet Medienakteure mit DDR-Sozialisation aus? Wählen sie andere Themen, andere Begriffe, andere Ausdrucksmittel oder gibt es keine Unterschiede mehr zwischen Ost und West? Und wenn doch: Sollten wir sie dann nicht zu überwinden versuchen, anstatt dem Ost-Blick auf den Grund zu gehen? Die Befunde des Projekts Medienmenschen aus dem Forschungsverbund „Das mediale Erbe der DDR“ lassen den Schluss zu, dass es an der Zeit ist, den Ost-Medienmenschen zuzuhören. Ihre Biografien, ihre Erfahrungen, ihre Perspektiven können einen wichtigen Beitrag leisten, um die Ursachen für schwindendes Medien- und Demokratievertrauen zu verstehen. Denn mehr als 30 Jahre nach dem Mauerfall haben sich durch den größeren zeitlichen Abstand und innenpolitische Entwicklungen – nicht zuletzt die Wahlerfolge der AfD in Ostdeutschland – die Diskursräume geöffnet…“
    Autoren

    Bianca Kellner-Zotz, Dr., Jahrgang 1975, ist Kommunikationswissenschaftlerin, Hochschuldozentin und Autorin. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsverbund „Das mediale Erbe der DDR“. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen soziale Wandlungsprozesse wie Medialisierung und Singularisierung sowie diskursive Öffentlichkeit.

    Michael Meyen, Prof. Dr., Jahrgang 1967, ist lehrt u. a. Journalismus und Medienorganisation am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU München. Seine Forschungsschwerpunkte sind Medienrealitäten, Kommunikations- und Fachgeschichte sowie Journalismus.

    Herbert von Halem Verlag, ISBN: 978-3-86962-656-7, Buch, 37 Euro

  • Video-Tipp: „Arm und Reich vor Gericht“

    06.06.2023/EG
    Quelle: Das Erste

    ARD Story sucht Antworten auf die Frage: Wie gerecht ist unsere Strafjustiz?

    Die ARD-Reportage von Klaas-Wilhelm Brandenburg, Alex Grantl und Isabel Schneider sehen Sie hier ↗ardmediathek.de.

    Zum Thema

    Autor und Journalist Dr. jur. Ronen Steinke über die neue Klassenjustiz ↗swr.de.

  • Buchtipp: „Kriegspropaganda und Medienmanipulation“

    02.06.2023/EG

    Christian Hardinghaus: Kriegspropaganda und Medienmanipulation
    Was Sie wissen sollten, um sich nicht täuschen zu lassen

    Sachbuch (Krieg, Medien, Politik)

    „Das erste Opfer jedes Krieges ist die Wahrheit – diese Erkenntnis aus dem Ersten Weltkrieg gilt bis heute, denn staatliche Propaganda hat es seitdem in sämtlichen Kriegen gegeben. Dabei sind ihre Strategien trotz der Weiterentwicklung moderner Kommunikationsmittel nahezu identisch geblieben. Während früher den Menschen Information vorenthalten wurde, ist es heute paradoxerweise das massive Überangebot, das ihnen die Wahrheitsfindung erschwert, wie sich nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine gezeigt hat. Zum globalen Problem wird dabei, dass die neutralen Medien anderer Länder Propaganda nicht entlarven und kennzeichnen. Statt Aufklärung zu schaffen, klammern hiesige Journalisten und Politiker alles aus, was manipulieren könnte – und verschleiern damit ihre eigene Inkompetenz.
    Christian Hardinghaus klärt umfassend über sämtliche Strategien medialer Manipulation in der Berichterstattung vergangener und heutiger Kriege auf. Und er zeigt, dass sich die Machthabenden selbst in Friedenszeiten manipulativer Kriegsrhetorik bedienen und wie sie ganz leicht mithilfe wissenschaftlich erarbeiteter Tipps und Tricks entlarvt werden könnten.“

    Autor

    Dr. phil. Christian Hardinghaus, geb. 1978 in Osnabrück, promovierte nach seinem Magisterstudium der Geschichte, Literatur- und Medienwissenschaft (Film und TV) an der Universität Osnabrück im Bereich Propaganda- und Antisemitismusforschung. Seine historischen Schwerpunkte liegen in der Erforschung des NS-Systems und des Zweiten Weltkriegs.

    Europa Verlag, ISBN: 978-3-95890-563-4, Buch, 24 Euro

  • Grundeinkommen für immer mehr denkbar

    26.05.2023/EG
    Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    Wissenschaftler Marius R. Busemeyer, Adrian Rinscheid und Jürgen Schupp analysierten zwei repräsentative Befragungen zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE)

    „Die Ergebnisse bestätigen darüber hinaus, dass die Unterstützung für ein Grundeinkommen ganz wesentlich von den Spezifika der institutionellen Ausgestaltung abhängen. Die größte Unterstützung erhalten Modelle, die keine Restriktionen und ein vergleichsweise großzügiges Einkommen vorsehen. Inwiefern solche Modelle finanzierbar wären, ist eine andere, aber wichtige Frage. Die politische Unterstützung ist jedenfalls vorhanden. Vermutlich wird die Einführung eines BGE nicht kurz- oder mittelfristig auf der Tagesordnung stehen. Dennoch wird das Sozialsystem schleichend transformiert, wie die Debatte um eine Kindergrundsicherung zeigt. Die Zukunft des Sozialsystems in krisenanfälligen Zeiten sollte im Mittelpunkt einer breiten, empirisch gehaltvollen sowie ergebnisoffenen gesellschaftlichen Debatte stehen und dabei auch die Perspektive eines bedingungslosen Grundeinkommens als Reformoption in den Blick nehmen.“

    Die Studie lesen Sie hier ↗diw.de.

  • Buchtipp: „Das Unbehagen in der Demokratie“

    26.05.2023/EG

    Michael J. Sandel: Das Unbehagen in der Demokratie
    Was die ungezügelten Märkte aus unserer Gesellschaft gemacht haben

    Sachbuch (Demokratie, Politik, Ungleichheit)

    „Unsere Gegenwart hat ein Demokratie-Problem. Zum einen sind unsere Gesellschaften gespalten wie nie zuvor: Befeuert durch die sozialen Medien treiben uns rassistische Ausschreitungen, Populismus, soziale Ungleichheit und eine weltweite Pandemie in die Vereinzelung. Zum anderen hat eine global ausgerichtete, von unseren Regierungen vollkommen unregulierte Wirtschaft der Politik den Rang abgelaufen. Seit nunmehr 40 Jahren macht der Neoliberalismus aus Bürgern Gewinner oder Verlierer des globalen Kapitalismus – mit verheerenden Folgen für unsere Demokratie. In seinem monumentalen Werk zeichnet Michael J. Sandel ein historisch informiertes und philosophisch inspiriertes Bild unserer demokratievergessenen Zeit. Und er führt aus, was wir tun müssen, damit aus Konsumenten wieder Bürger werden, die ihre Gesellschaft aktiv gestalten.“

    Autor

    Michael J. Sandel, geboren 1953, ist politischer Philosoph. Er studierte in Oxford und lehrt seit 1980 in Harvard. Seine Vorlesungsreihe über Gerechtigkeit begeisterte online Millionen von Zuschauern und machte ihn zum weltweit populärsten Moralphilosophen.

    S. Fischer Verlage, ISBN: 978-3-10-491730-6, E-Buch, 25 Euro

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