Medium für die zweite Meinung

  • Wohnen muss man sich leisten können

    05.08.2021/EG
    Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

    Studie „Muster sozialer Ungleichheit der Wohnversorgung in deutschen Großstädten“: Haushalte mit geringen Einkommen besonders belastet

    Auszug: „Die Wohnverhältnisse verstärken die soziale Ungleichheit. Da sich Mietpreise an ei-
    ner ideellen Gesamtnachfrage orientieren, fällt die Differenz zwischen günstigen und
    teuren Wohnungen geringer aus als zwischen den Einkommen. In der Konsequenz
    zahlen vor allem Haushalte mit geringen Einkommen einen überdurchschnittlich ho-
    hen Anteil davon für die Miete. Die starke Spreizung der Einkommen verstärkt die
    Ungleichheitseffekte der Mietzahlungen (Seite 14).“
    Die Studie lesen Sie hier boeckler.de.

    Zum Thema

    Drei Studien aus dem Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin mit Vorschlägen, wie mehr Haushalte zu Immobilieneigentum kommen könnten diw.de.

  • Corona-Pandemie: Bundesregierung legt Erkenntnis-Bericht vor

    01.08.2021/EG
    Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

    Bericht zu den Erkenntnissen aus der durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Epidemie / Bewertung von Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, Politikwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen und Direktor der NRW School of Governance:

    Auszug: „Die Wissensgesellschaft erscheint trotz unterschiedlicher Wahrheitsmärkte im Lichte einer Wissenschaftsgesellschaft. Wissenschaft liefert aber weder einfache noch ewig währende Wahrheiten. Sie liefert immer nur Fakten. Zugleich ist Wissenschaft paradox: Je mehr Wissen sie akkumuliert, desto mehr neue Fragen generiert sie. Demokratie kennt keine politische Entscheidungskraft und keine politische Autorität kraft Wissens. Die informierte, durch wissenschaftliches Wissen untermauerte politische Entscheidung ist nie alternativlos. Sie würde zu einer technokratischen Regierungsform führen, die demokratische Prozesse missachtet (Weick/Sutcliff 2017). Politik steht somit im Spannungsfeld zwischen einem Zuwachs an Information und Fragen, die rasche exekutive Handlung erfordern, und der prozessualen Einbindung der Parlamente und der Öffentlichkeit, um demokratische Legitimation ihrer Entscheidungen zu erlangen (Seite 39/40). […] Die Pandemie verschärft bestehende Ungleichheiten in der Gesellschaft. Die vielfach betonte Vulnerabilität hat insofern nicht nur eine medizinische, sondern auch eine soziologische Dimension. Politische, soziale, ökonomische und psychologische Verwundbarkeiten sind ungleich verteilt (Seite 40).“

    Den Bericht lesen Sie hier bundestag.de.

  • Buchtipp: Kapital und Ressentiment

    30.07.2021/EG

    Joseph Vogl: Kapital und Ressentiment
    Eine kurze Theorie der Gegenwart

    Sachbuch (Demokratie, Kapitalismus, Politik, Wirtschaft)

    „Es zieht sich eine Spur der Zerstörung von der Herrschaft der Finanzmärkte über die neuen Netzgiganten bis hin zur dynamisierten Meinungsindustrie. Auf der Strecke bleiben dabei Demokratie, Freiheit und soziale Verantwortung. Joseph Vogl rekonstruiert in seiner brillanten Analyse, wie im digitalen Zeitalter ganz neue unternehmerische Machtformen entstanden sind, die unser vertrautes politisches Universum mit einer eigenen Bewertungslogik überschreiben und über nationale Grenzen hinweg immer massiver in die Entscheidungsprozesse von Regierungen, Gesellschaften und Volkswirtschaften eingreifen…“

    Autor

    Joseph Vogl ist Kultur-, Literatur- und Medienwissenschaftler und lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie an der Princeton University in Princeton, NJ (USA).

    Beck Verlag, ISBN: 978-3-406-76954-2, E-Buch, 224 Seiten, 13 Euro

  • Klima/Umwelt: Umweltbundesamt fordert Gesetz zur Anpassung an den Klimawandel

    28.07.2021/EG
    Quelle: Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau

    Umweltbundesamt⁠ empfiehlt umgehend neue „Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung“ im Grundgesetz zu verankern und ein bundesweites Klimaanpassungsgesetz zu verabschieden

    „Die Risiken durch Folgen der Erderhitzung für Deutschland sind seit langem bekannt und wurden zuletzt in der aktuellen Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland umfassend identifiziert. Ein Netzwerk von 25 Bundesbehörden und -institutionen aus neun Ressorts entwickelte wissenschaftlich fundierte Maßnahmenvorschläge, mit denen Länder, Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen Schäden reduzieren, für Extremwettereignisse vorsorgen und sich an unvermeidliche ⁠Klimafolgen⁠ anpassen können. Doch bisher fehlt es in Deutschland an geeigneten rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, um diese Maßnahmen flächendeckend umzusetzen…“ umweltbundesamt.de

    Zum Thema

    Wissenschaftler warnen vor einem Klimanotstand

    „Im Jahr 2019 warnten Ripple und Kollegen (2020) vor unermesslichem Leid und riefen gemeinsam mit mehr als 11.000 Wissenschaftlern aus 153 Ländern den Klimanotstand aus. Sie präsentierten Diagramme der planetarischen Lebenszeichen, die auf sehr beunruhigende Trends und geringe Fortschritte der Menschheit bei der Bekämpfung des Klimawandels hinwiesen. Auf der Grundlage dieser Daten und der moralischen Verpflichtung der Wissenschaftler, „die Menschheit eindeutig vor einer katastrophalen Bedrohung zu warnen“, forderten sie einen grundlegenden Wandel. Seit der Veröffentlichung des Artikels haben mehr als 2.800 weitere Wissenschaftler die Erklärung zum Klimanotstand unterzeichnet (die aktuelle Liste der Unterzeichner finden Sie in Supplemental File S1); darüber hinaus haben inzwischen 1.990 Gerichtsbarkeiten in 34 Ländern den Klimanotstand formell erklärt oder anerkannt (Abbildung 1p). Gleichzeitig ist es seit 2019 zu einem beispiellosen Anstieg klimabedingter Katastrophen gekommen, darunter verheerende Überschwemmungen in Südamerika und Südostasien, rekordverdächtige Hitzewellen und Waldbrände in Australien und im Westen der USA, eine außergewöhnliche atlantische Hurrikansaison und verheerende Wirbelstürme in Afrika, Südasien und im Westpazifik (siehe Supplemental File S2 für Informationen zu den Ursachen). Es gibt auch immer mehr Beweise dafür, dass wir uns dem Kipppunkt nähern oder ihn bereits überschritten haben, der mit kritischen Teilen des Erdsystems verbunden ist, einschließlich des westantarktischen und grönländischen Eisschilds, der Warmwasserkorallenriffe und des Amazonas-Regenwalds (siehe Zusatzdatei S2). Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen brauchen wir kurze, häufige und leicht zugängliche Updates zum Klimanotstand…“ academic.oup.com

  • Buchtipp: Die Propaganda-Matrix

    23.07.2021/EG

    Michael Meyen: Die Propaganda-Matrix
    Der Kampf für freie Medien entscheidet über unsere Zukunft

    Sachbuch (Medien)

    „Der Journalismus ist tot. Mit oder an Corona gestorben, nach langem Siechtum. Schon vorher war die „vierte Gewalt“ schwer krank, hing arbeitsunfähig und durchseucht von Politik am Tropf der Industrie. Das Virus hat dem Patienten nur den finalen Schlag versetzt. Im Untergang bekämpft der Medien-Mainstream alle bis aufs Messer, die seinen Job übernehmen könnten. Es wird verboten, verleumdet, zensiert und gelöscht. Wer die falschen Fragen stellt, wird zum Schweigen gebracht. Michael Meyen sagt: Medienkritik war gestern. Hört auf, die News der Propagandamaschine als Fakes zu entlarven. Schimpft nicht länger auf Tagesschau, Claus Kleber, Spiegel und die Zensurmaschine Google. Dass wir beständig manipuliert werden, wussten schon die weisen Alten: Edward Bernays, Walter Lippmann, Noam Chomsky. Nun aber ist es an der Zeit, deren Wissen ins Hier und Jetzt zu überführen — um zu verstehen, was gerade geschieht, vor allem aber als Anleitung für die so dringend nötige Medienrevolution.“

    Autor

    Michael Meyen, Jahrgang 1967, hat als Journalist bei der Leipziger Volkszeitung und beim Radio begonnen. Seit 2002 ist er Professor für Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Was er dort macht, kann man im Blog Medienrealität lesen. Zuletzt erschienen von ihm „Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand“, „Das Erbe sind wir“ und „Das Elend der Medien: Schlechte Nachrichten für den Journalismus“.

    Rubikon Verlag, ISBN: 978-3-96789-021-1, E-Buch, 224 Seiten, 16 Euro

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