Buchtipp: Wohnungsmärkte und Wohnungspolitik

28.06.2019/EG

Armin Hentschel, Peter Lohauß: Wohnungsmärkte und Wohnungspolitik
Beiträge zur Kritik des Immobiliensektors

Sachbuch (Gesellschaft, Immobilien, Politik)

In Deutschland ist eine Krise des Immobiliensektors eingetreten. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sich Immobilienpreise und Wohnkosten von der regionalen Einkommensentwicklung abkoppeln und die Schere zwischen Nachfrage und Angebot trotz staatlicher Eingriffe in den Immobilienmarkt immer weiter auseinander geht. In der Folge hat sich eine wohnungspolitische Kontroverse in bislang nicht bekannter Schärfe entwickelt.
Von diesem politischen Konfliktbereich ausgehend, zeigen Hentschel und Lohauß anhand verschiedener Phasen der Sozialstaatsentwicklung, wie diese krisenhafte Konstellation entstanden ist und bemühen sich um eine Vermittlung des akademisch-wissenschaftlichen Diskurses mit der wohnungspolitischen Anwendung. Dabei benutzen die Autoren den Begriff des Wohnungsmarkts aufbauend auf dem institutionellen Ansatz Karl Polanyis. Sie rekonstruieren ausgewählte Phasen der politischen und sozialen Einbettung der Immobilienwirtschaft und verschiedene historische Stufen der Integration des Bodens in ein System preisbildender Märkte. Sie zeigen außerdem kritisch auf, wie theoretische Wissensbestände und Konzepte in der tagespolitischen Diskussion eingesetzt werden und setzen die historische und empirische Rekonstruktion des politisch-theoretischen Kontextes dagegen. Für die Autoren ist sie ein Teil der kollektiven Organisation von Vertrauen, ein anderer Ausdruck für Institutionalisierung. Zudem werden die Eckpunkte für eine kritische empirische Analyse des Immobiliensektors in seiner Wirkung auf regional differenzierte Lebenslagen entwickelt.

Autoren

Dr. Armin Hentschel, geb. 1952, begann 1982 seine wissenschaftliche Arbeit in der Begleitforschung zur Stadterneuerung im internationalen Vergleich am Forschungsschwerpunkt Stadterneuerung der Hochschule der Künste Berlin. Seit 1986 widmete er sich der Stadt- und Wohnforschung am Institut für Soziale Stadtentwicklung (IFSS), dessen Leitung er 1999 übernahm. Von 1994–1998 betreute er als Gastprofessor an der TU Berlin im Fachbereich Architektur den Lehrstuhl für Stadtökonomie und Wohnungswirtschaft. Als Gutachter, Forscher und Berater arbeitet das IFSS für Kommunen, für den Deutschen Mieterbund und für Wohnungsunternehmen zu wohnungspolitischen Fragen, zur Sozialgeschichte und zur Soziologie der Stadt.

Dr. Peter Lohauß, geb. 1948, Sozialwissenschaftler, arbeitete von 1981 bis 2014 im Statistischen Landesamt Berlin und im Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, zuletzt als Abteilungsleiter Bevölkerungs- und Haushaltsstatistiken. Lehrtätigkeit an der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität Berlin, Expertentätigkeit in der Qualitätssicherung für die Europäische Kommission-Eurostat. Veröffentlichungen zu Statistischem Qualitätsmanagement, Gesellschaftstheorie, Gesellschaftsbewusstsein, Sozialstrukturanalyse, Wahlanalyse, Bildungsberichterstattung.

metropolis Verlag, EAN: 978-3-7316-1386-2, Softcover, 330 Seiten, 30 Euro

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