Schlagwort: Buchtipp

  • Buchtipp: T wie Testosteron

    03.12.2021/EG

    Carole K. Hooven: T wie Testosteron
    Alles über das Hormon, das uns beherrscht, trennt und verbindet

    Sachbuch (Geschlecht, Hormon, Leben)

    „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Testosteron eine potente Kraft in unserer Gesellschaft ist, die die Geschlechter voneinander unterscheidet. Wie die Evolutionsbiologin Carole Hooven zeigt, sorgt das Hormon für viele verschiedene männliche und weibliche Verhaltensweisen. Aber auch wenn viele Geschlechtsunterschiede in der Biologie begründet sind, lassen sich davon nicht zwingend restriktive Geschlechternormen oder patriarchalischen Werte ableiten. Hooven beschreibt das komplexe Zusammenspiel zwischen Genen, Hormonen, sozialem Umfeld und Erfahrungen, das uns zu dem macht, was wir sind. Dabei deckt Hooven wirkungsvoll falsche oder irreführende Annahmen über Testosteron auf.“

    Autorin

    Dr. Carole K. Hooven ist Dozentin und Co-Direktorin der Abteilung für menschliche Evolutionsbiologie an der Harvard University. Sie selbst promovierte in Harvard über Geschlechtsunterschiede und Testosteron und lehrt dort seither. Für ihre beliebten Kurse erhielt sie bereits zahlreiche Lehrpreise.

    Ullstein Verlag, ISBN: 978-3-843-72713-6, E-Buch, 15 Euro

  • Buchtipp: Radikalisierter Konservatismus

    26.11.2021/EG

    Natascha Strobl: Radikalisierter Konservatismus

    Sachbuch (Parteien, Politik)

    „Von der Krise der Sozialdemokratie ist allerorten die Rede. Doch auch viele traditionsreiche Mitte-rechts-Parteien befinden sich im Niedergang oder zumindest in einer Zwickmühle: Sollen sie sich für progressive urbane Milieus öffnen? Oder lieber ihr konservatives Profil schärfen? Während Angela Merkel für das eine Modell steht, repräsentieren Politiker wie Donald Trump oder Sebastian Kurz das andere. Sie sind Vertreter eines radikalisierten Konservatismus.
    Natascha Strobl analysiert ihre rhetorischen und politischen Strategien. Sie zeigt, wie sie Ressentiments bedienen, um ihre Anhängerschaft zu mobilisieren, oder eigene Narrative erschaffen, um »Message Control« auszuüben und Kritik als Fake News abzutun. Statt inhaltlicher Auseinandersetzung suchen sie die Konfrontation. In ihren eigenen Parteien reduzieren sie die Demokratie, setzen auf kleine Beraterzirkel und Personalisierung. Dabei greifen sie, so Strobl, immer wieder auch auf die Methoden rechtsradikaler Bewegungen und Organisationen zurück.“

    Autorin

    Natascha Strobl, geboren 1985 in Wien, ist Politikwissenschaftlerin und Publizistin. Sie schreibt unter anderem für den Standard, Zeit online und die taz. Auf Twitter veröffentlicht sie unter #NatsAnalyse Einschätzungen zu rechter Sprache und rechten Strategien.

    Suhrkamp Verlag, ISBN: 978-3-518-77048-1, E-Buch, 16 Euro

  • Buchtipp: Wörter machen Leute

    12.11.2021/EG

    Wolf Schneider: Wörter machen Leute
    Magie und Macht der Sprache

    Sachbuch (Denken, Sprache)

    „Die Sprachwissenschaft ist eine schwierige Wissenschaft- bei Wolf Schneider jedoch ist sie in einer Übersicht von höchster Lesbarkeit dargeboten, von Platon über Humboldt und Friedrich Engels bis zu Noam Chomsky. Darüber hinaus untersucht das Buch Bereiche, die von der Sprachwissenschaft vernachlässigt werden: die politische Sprengkraft der Wörter; ihre erstaunliche Rolle als Tröster in der Not und Einsamkeit; und das traurige Spiel, das viele Zeitungen und Fernsehsendungen, amtliche Bekanntmachungen und Lexika mit der Verständlichkeit von Texten treiben. Dies alles prall von Beispielen aus dem Alltag und Belegen aus Geschichte und Literatur, wobei Christian Morgenstern und Heinrich Böll so wenig fehlen wie Hitler und die Psalmen. Ein Lexikon der Sprachwissenschaften ergänzt den Text und liefert das systematische Handbuch als Dreingabe zur fesselnden Lektüre.“

    Autor

    Wolf Schneider, Jahrgang 1925, ist Kolumnist der Neuen Zürcher Zeitung, Ausbilder an fünf Journalistenschulen und Lehrer für lesbares Deutsch in Wirtschaft, Presse und Behörden. 1994 verlieh ihm die Gesellschaft für deutsche Sprache den Medienpreis für Sprachkultur, 2007 die Universität von Salzburg den Titel Honorarprofessor. Schneider war Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Washington, Verlagsleiter des Stern, Chefredakteur der Welt, Moderator der NDR-Talkshow und sechzehn Jahre lang Leiter der renommierten Hamburger Journalistenschule. Er hat 27 Sachbücher verfasst.

    Piper Verlag, ISBN: 978-3-492-20479-8, Buch, 14 Euro

  • Buchtipp: Drecksarbeit

    05.11.2021/EG

    Jan Stremmel: Drecksarbeit
    Geschichten aus dem Maschinenraum unseres bequemen Lebens

    Sachbuch (Arbeitswelt, Globalisierung, Konsum, Ökonomie)

    „Im kenianischen Hinterland machen Arbeiterinnen auf einer Rosenfarm Überstunden, weil in Deutschland bald Valentinstag ist. Am Stadtrand von Kalkutta färben Bengalen ohne jede Schutzkleidung Unterhosen für europäische Discounter. Es sind diese Zusammenhänge zwischen unserem Leben im bequemen Europa und der harten Realität in Entwicklungsländern, die Jan Stremmel in zehn dringlichen wie mitreißenden Reportagen schildert. Er zeigt, dass unser Alltag nur möglich ist, weil wir unbequeme Arbeit dorthin ausgelagert haben, dass unser Konsum Teil des Problems ist – und damit auch Teil der Lösung.
    Innerhalb von fünf Jahren war Jan Stremmel in mehr als vierzig Ländern unterwegs. Fernab touristischer Hotspots oder traumhafter Strände besuchte er Orte, an denen die Auswirkungen unserer globalisierten Welt besonders deutlich sind –Textilfabriken in Asien, ausgetrocknete Seen in Kasachstan oder südamerikanische Kaffeeplantagen. Von seinen Eindrücken berichtet Stremmel in packenden, dicht erzählten Reportagen und deckt die Zusammenhänge zwischen unserem bequemen Europa und der harten Realität in den Entwicklungsländern auf. Seine Erzählungen bieten einen ehrlichen Einblick in das Leben als Reporter und lassen uns auch unseren täglichen Konsum überdenken.“

    Autor

    Jan Stremmel, geboren 1985, ist Journalist und Moderator. Stremmel schreibt und dreht u. a. investigative Reportagen über die Gesellschaft. Seine Arbeiten erhielten diverse Auszeichnungen.

    Knesebeck Verlag, ISBN: 978-3-95728-515-7, Buch, 22 Euro

  • Buchtipp: Immer-mehr und Nie-genug!

    29.10.2021/EG

    Bernhard Ungericht: Immer-mehr und Nie-genug!
    Eine kurze Geschichte der Maßlosigkeit

    Sachbuch (Gesellschaft, Ökonomie)

    „Das Prinzip Maßlosigkeit charakterisiert die Ökonomie und die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Nichts scheint je genug zu sein – alles muss immer mehr werden. Der entfesselte Wille zum „Immer-mehr“ und die von ihm hervorgebrachte Ökonomie der Maßlosigkeit haben eine erstaunliche Geschichte. Dieses Buch versucht, Antworten auf drei Fragen zu geben: Die erste Frage führt uns in die Vergangenheit: Wie hat sich die maßlose Ökonomie herausgebildet? Welche Entwicklungen und historischen Wendepunkte haben uns dorthin gebracht, wo wir heute stehen? Die zweite Frage blickt auf die Konsequenzen: Wie verändert die Ökonomie der Maßlosigkeit im Verlauf ihres historischen Siegeszuges allmählich den Menschen selbst, sein Denken und seine Beziehungen? Die dritte Frage richtet sich an die Zukunft: Wie geht es weiter? Wohin könnte uns dieser historische Irrweg noch führen? Was droht uns, und wie kann ein Pfadwechsel hin zu einer Ökonomie des rechten Maßes vielleicht doch noch gelingen?“

    Autor

    Bernhard Ungericht ist Wirtschaftspädagoge und Politikwissenschaftler, leitet den „Arbeitsbereich nachhaltige Wirtschaft. Ethik & Transformation“ der Universität Graz und ist verantwortlich für die Spezielle Betriebswirtschaftslehre „Wirtschaftsethik und Unternehmensverantwortung“.

    Metropolis Verlag, ISBN: 978-3-7316-1482-1, E-Buch, 21 Euro