Buchtipp: Nur wenn du allein kommst

06.10.2017/EG

Souad Mekhennet: Nur wenn du allein kommst
Eine Reporterin hinter den Fronten des Jihad

Sachbuch (CIA, IS, Glaubenskrieger, Religion)

Was passiert hinter den Fronten des Jihad? Wie ticken Warlords und jugendliche Attentäter? Spannend wie in einem Krimi berichtet Souad Mekhennet von ihren teils lebensgefährlichen Recherchen in den No-go-Areas des Terrors, allein, ohne Handy, bekleidet mit einer schwarzen Abaya. Die Journalistin Souad Mekhennet verfügt über ungewöhnliche Verbindungen zu den Most Wanted des Jihad – und über ein einzigartiges investigatives Talent. Sie deckte die Entführung und Folterung des Deutsch-Libanesen Khaled al-Masri durch die CIA auf, interviewte den Führer von al-Qaida im Maghreb, obwohl ihr die Geheimdienste auf den Fersen waren, lernte ein ägyptisches Foltergefängnis unfreiwillig von innen kennen, enttarnte den berüchtigten IS-Henker „Jihadi John“ und wusste nach den Pariser Anschlägen schon vor der Polizei, wer der in Saint Denis erschossene Attentäter war. Ihre meisterhaften Nahaufnahmen lassen uns die Kämpfe und Wünsche der islamischen Welt besser verstehen und führen uns heilsam vor Augen, dass sich der Clash zwischen Islam und Westen in Wirklichkeit nur in den Köpfen abspielt. Weiterlesen

Buchtipp: Schwarze Flaggen

23.05.2017/EG

Joby Warrick: Schwarze Flaggen
Der Aufstieg des IS und die USA

Sachbuch (IS, USA, Terror)

Es ist der 4. Februar 2015. Eine Frau wird gehenkt. Zusammen mit anderen IS-Kämpfern hatte sie eine Hochzeitsgesellschaft gestürmt. Bilder von zerfetzten Menschen gingen darauf durch das arabische Fernsehen. Warum fühlte sich diese Frau von der Terrororganisation und den Botschaften ihres Gründers Al-Zarqawi angezogen? Warum sind es so viele, die sich dem IS anschließen? Und was hat das noch mit Religion zu tun? Diesen Fragen ist der Reporter und zweifache Pulitzer-Preisträger Joby Warrick nachgegangen, er hat Gefängnisse besucht, mit Beamten, Terroristen und Agenten gesprochen. Warrick fördert dabei Unglaubliches zu Tage: In seiner wegweisenden Reportage beschreibt er die Beteiligung der US-Regierung unter George W. Bush und Barack Obama an der blutigen Karriere Al-Zarqawis. Der Blick auf die Wurzeln des IS zeigt auch, welche neue Kraft – anstelle der Religion – den Terror heute antreibt. Weiterlesen

IS: Gebiete schrumpfen und Einnahmequellen versiegen

18.02.2017/EG aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY), Stuttgart

EY: Einnahmen aus Steuern, Öl und Raub seit 2014 um über die Hälfte zurückgegangen – von bis zu 1,9 Milliarden auf bis zu 870 Millionen US-Dollar

„Grund dafür sind Gebietsrückeroberungen der globalen Allianz gegen den IS, die auch die anderen ‘Geschäftsfelder‘ der Organisation einbrechen lassen. Die Einnahmen aus Steuern und Abgaben, die 2015 noch mit 400 bis 800 Millionen US-Dollar auf dem Höhepunkt waren, betrugen 2016 nur 200 bis 400 Millionen US-Dollar. Und auch die Ausbeutung von Ölquellen und anderer natürlicher Ressourcen wird der Terrororganisation zunehmend erschwert. So gingen die Einnahmen von bis zu 450 Millionen US-Dollar im Jahr 2014 auf nur noch maximal 250 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr zurück.“ ey.com

Dschihadisten gegen Dschihadisten

07.12.2016/EG aus dem Medium ‘Le Monde diplomatique‘, Paris/Berlin

Journalist Owen Bennett-Jones mit einem Beitrag über die ideologischen Unterschiede zwischen Islamischem Staat und al-Qaida (deutsch: die Basis/seit 2001 auch ‘Qaida al-Jihad‘)

„Nachdem sich die beiden Organisationen einige Jahre lang gegenseitig respektiert hatten, eskalierten 2013 die Spannungen wegen eines Streits um die Kontrolle über die syrische Dschihadistengruppe Al-Nusra-Front. Der Konflikt spitzte sich am Ende derart zu, dass …“ monde-diplomatique.de

Ergänzende Informationen über die Spaltung des Jihad-Salafismus in Syrien lesen Sie hierbpb.de.

TV-Tipp: IS – Weltfrieden in Gefahr?

08.11.2016/EG aus dem Kultursender ‘arte‘, Strasbourg

Heute Abend, 20:15 Uhr, in ‚arte‘: Doku (57 Minuten) über den Islamischen Staat und weiterer Akteure

Dokumentarfilmer Jérôme Fritel beleuchtet die Hintergründe eines Krieges, der vor einhundert Jahren gezogene Grenzen zu Fall bringt und den Lauf der Geschichte verändert. Im Film kommen hohe Vertreter der kriegführenden Mächte zu Wort, darunter der frühere Gouverneur von Mossul, heute an der Spitze einer 4.000 Mann starken Armee, die von der Türkei finanziert und geschult wird, die Nummer Zwei der libanesischen Hisbollah, der in Syrien als bewaffneter Arm des Iran agiert, und der letzte amerikanische Botschafter in Damaskus.