Medium für die zweite Meinung

  • Buchtipp: Warum wir Familie und Freunde an radikale Ideologien verlieren – und wie wir sie zurückholen können

    11.02.2022/EG

    Dana Buchzik: Warum wir Familie und Freunde an radikale Ideologien verlieren – und wie wir sie zurückholen können

    Sachbuch (Beziehung, Kommunikation)

    „Querdenken-Demos, gewaltbereite Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker – immer mehr Menschen driften auf der Suche nach Halt und Orientierung in radikale Ideen- und Vorstellungswelten ab, finden Antworten in Chat-Gruppen, Internetforen und auf fragwürdigen Webseiten. Immer häufiger wissen Freunde und Angehörige sich im Umgang mit Betroffenen nicht mehr zu helfen, fehlen Strategien, um miteinander im Kontakt und Gespräch zu bleiben. Wie können wir diesen Entwicklungen begegnen?
    Dana Buchzik erklärt die Psychologie hinter dieser Entfremdung, sie zeigt Strategien auf, wie jeder Einzelne den Kontakt zu Betroffenen aufrechterhalten und konfliktärmer gestalten kann und was darüber hinaus in der Bildungsarbeit, in Politik und Sozialwesen wichtig wird, wenn wir auch in Krisenzeiten als Gesellschaft bestehen wollen.“

    Autorin

    Dana Buchzik, geboren 1983, ist in einer Sekte aufgewachsen. Als junge Erwachsene stieg sie aus. Nach einigen Jahren als Kulturjournalistin (u.a. für FAZ, Spiegel Online, SZ, Welt und ZEIT) war sie Redaktionsleiterin der «No Hate Speech»-Kampagne, der deutschen Sektion einer europaweiten Kampagne des Europarats gegen Hass im Netz. Dana Buchzik gibt Workshops zum Umgang mit Hass und Verschwörungserzählungen, unter anderem für die Bertelsmann Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung, lehrt an der Freien Universität Berlin zum Thema und berät ehrenamtlich Menschen, die im direkten Umfeld mit Radikalisierung konfrontiert sind.

    Rowohlt Polaris Verlag, ISBN: 978-3-644-01137-3, E-Buch, 15 Euro

  • Einkommen wirkt auf die Entwicklung von Kleinkindern

    10.02.2022/EG
    Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), Washington

    US-Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen einer Maßnahme zur Armutsbekämpfung auf die Gehirnaktivität von Säuglingen

    „Diese Studie zeigt die kausalen Auswirkungen einer Armutsbekämpfungsmaßnahme auf die frühkindliche Gehirnaktivität. Daten aus der Baby’s First Years-Studie, einer randomisierten Kontrollstudie, zeigen, dass ein vorhersehbarer, monatlicher, bedingungsloser Geldtransfer für Familien mit geringem Einkommen eine kausale Wirkung auf die Gehirnaktivität von Säuglingen haben kann. Im Kontext größerer wirtschaftlicher Ressourcen veränderten sich die Erfahrungen der Kinder, und ihre Gehirnaktivität passte sich an diese Erfahrungen an. Die daraus resultierenden Muster der Hirnaktivität stehen nachweislich mit der Entwicklung späterer kognitiver Fähigkeiten in Zusammenhang.“

    Die Studie lesen Sie hier ↗pnas.org.

  • COVID-19: DKG veröffentlicht Hospitalisierungsdaten

    10.02.2022/EG
    Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Berlin

    Daten differenzieren nicht, ob Patienten wegen einer COVID-Infektion ins Krankenhaus kommen oder die festgestellte COVID-Infektion nicht ursächlich für die Behandlung ist

    Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG: „Auch nach zwei Jahren Pandemie ist die Datenlage in Deutschland sehr unbefriedigend. Gleichzeitig erheben die Krankenhäuser genaueste Daten über ihre Corona-Patientinnen und -Patienten. Nur leider werden diese Daten nicht so aufbereitet und publiziert, dass sie bei der Einschätzung und Bewältigung der Pandemie gut helfen könnten. Mit der neuen Datenveröffentlichung tragen wir dazu bei, die Pandemielage transparenter zu machen und eventuell notwendige politische Maßnahmen gegen die Pandemie besser auf der Grundlage von Daten kommunizieren zu können. Mit der Omikron-Welle werden die Daten von den Normalstationen immer wichtiger, denn mit den extrem hohen Infektionszahlen hat die Inzidenz stark an Aussagekraft verloren, und auch die Situation auf den Intensivstationen ist derzeit weniger angespannt als in den vergangenen Wellen.“

    Die aktuelle Belegung durch bestätigte COVID-19-Patienten sehen Sie hier dkgev.de.

    Zum Thema

    Aktuelle Zeitreihen zu Fallzahlen und Intensivkapazitäten der Erwachsenen-Intensivstationen sehen Sie hier intensivregister.de.

  • Buchtipp: Gesunde Ernährung

    04.02.2022/EG

    Walter C. Willett, Patrick J. Skerrett: Harvard Medical School Guide – Gesunde Ernährung
    Einfach und praktisch: erstklassige Wissenschaft für Ihre tägliche Ernährung.

    Sachbuch (Ernährung, Gesundheit)

    „Um sich im Dschungel der widersprüchlichen Ernährungsempfehlungen und Food-Trends oft selbsternannter Experten zurechtzufinden, braucht man einen guten Kompass. Weltweit steht Harvard für höchste wissenschaftliche Qualität und größtes Renommee. Walter Willett ist langjähriger Harvard-Professor für Medizin, Ernährung und Epidemiologie und Mitautor der wohl bekanntesten Ernährungs-Studie, der vielzitierten Nurses‘ Health Studie. In diesem US-Bestseller, der nun endlich in deutscher Übersetzung vorliegt, zeigt er, wie einfach, alltagstauglich und köstlich gesunde Ernährung sein kann.
    Das wirksame Konzept für Gesundheit und ein langes Leben Ernährung im Alltag: wie Sie die besten Kohlenhydrate klug auswählen, Eiweißquellen optimal kombinieren, das Beste aus Gemüse und Obst für sich nutzen. Einfache und praktikable Schritte: Auf welche wichtigen Faktoren für ein gesundes und langes Leben Sie setzen sollten. Erstklassige Erkenntnisse: Welches Wissen über Ernährung wirklich gesichert ist, was Eintagsfliegen sind und warum nicht jede offizielle Ernährungsempfehlung Sinn macht.“

    Autorin

    Prof. Dr. med. Dr. P.H. Walter C. Willett war über 25 Jahre Leiter der Abteilung Ernährung der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Er hält eine Professur für Epidemiologie und Ernährung an der Harvard T.H. Chan School of Public Health und eine Professur für Medizin an der Harvard Medical School. Als Wissenschaftler ist er bis heute maßgeblich an den weltbekannten und immer wieder zitierten Studien Nurses‘ Health Study I und II und Health Professionals Follow-up Study beteiligt. Für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit ist er vielfach ausgezeichnet worden.

    Patrick J. Skerrett ist Herausgeber von STAT’s First Opinion und Moderator des First Opinion Podcasts. Er ist ehemaliger Herausgeber des Harvard Health Blog und ehemaliger Executive Editor von Harvard Health Publishing. Davor war er zehn Jahre lang Herausgeber des Harvard Heart Letter. Er ist Mitautor von mehreren anderen Büchern über Gesundheit und Wissenschaft. Seine Arbeiten sind unter anderem in Newsweek, Popular Science Magazine, Science Magazine und dem Boston Globe erschienen. Er erwarb einen B.A. in Biologie an der Northwestern University und einen M.A. in Biologie an der Washington University in St. Louis.

    Trias Verlag, ISBN: 978-3-4321-1451-4, E-Buch, 25 Euro

  • COVID-19: Lockdown hatte keinen Einfluss auf COVID-19-Mortalität?

    03.02.2022/EG
    Quelle: Johns Hopkins University, Baltimore

    Jonas Herby, Wirtschaftswissenschaftler am Zentrum für politische Studien in Kopenhagen, Lars Jonung, emeritierter Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Lund, and Steve H. Hanke, Wirtschaftswissenschaftler sowie Mitbegründer und Mitdirektor des Instituts für angewandte Wirtschaftswissenschaften, globale Gesundheit und Unternehmensforschung, Johns Hopkins University Baltimore, untersuchten die Auswirkungen von Lockdown-Maßnahmen auf die Sterblichkeit durch COVID-19

    Ergebnis, Seite 40: „Insgesamt kann unsere Meta-Analyse nicht bestätigen, dass Lockdowns einen großen, signifikanten Effekt auf die Sterblichkeitsrate haben. Studien, die das Verhältnis zwischen der Strenge der Abriegelung (auf der Grundlage des OxCGRT* Konformitätsindex) untersuchten, ergaben, dass die durchschnittlichen Lockdown-Maßnahmen in Europa und den Vereinigten Staaten die COVID-19-Mortalität nur um 0,2 % verringerte, verglichen mit einer COVID-19-Politik, die ausschließlich auf Empfehlungen beruhte. Ausgangsbeschränkungen (Shelter-in-place Order, kurz SIPO) waren ebenfalls unwirksam. Sie verringerten die COVID-19-Sterblichkeit lediglich um 2,9 %.
    Studien, die sich mit spezifischen NPI** befassen (Lockdown vs. keine , Gesichtsmasken, Schließung von nicht lebensnotwendigen Geschäften, Grenzschließungen, Schulschließungen und Einschränkung von Versammlungen), finden ebenfalls keine breit angelegten spürbare Auswirkungen auf die COVID-19-Mortalität. Allerdings scheint die Schließung nicht lebensnotwendiger Einrichtungen eine gewisse Wirkung gehabt zu haben (Verringerung der COVID-19-Sterblichkeit um 10,6 %), was mit der Schließung von Bars zusammenhängen könnte. Auch Masken konnten bzw. können die COVID-19-Sterblichkeit verringern, aber es gibt nur eine Studie, die eine allgemeine Maskenpflicht untersucht. Die Auswirkungen von Grenzschließungen, Schließung von Schulen und Einschränkung von Versammlungen auf die COVID-19-Mortalität ergibt präzisionsgewichtete Schätzungen von -0,1 %, -4,4 % bzw. 1,6 %. Lockdowns (im Vergleich zu keinen Lockdowns) verringerten die COVID-19-Sterblichkeit nicht.“

    *Oxford Covid-19 Government Response Tracker (von der Universität Oxford entwickelte COVID-19 Verfolgungsantwort für Regierungen)

    ** Nicht-pharmazeutische Intervention

    Die Studie lesen Sie hier jhu.edu.

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