Medium für die zweite Meinung

  • Buchtipp: Wer schweigt, stimmt zu

    18.03.2022/EG

    Ulrike Guérot: Wer schweigt, stimmt zu
    Über den Zustand unserer Zeit. Und darüber, wie wir leben wollen.

    Sachbuch (Demokratie, Gesellschaft, Politik)

    „Wie wollen wir eigentlich leben? Nach zwei Jahren Pandemie, in zermürbten Gesellschaften, verformten Demokratien, polarisierten Debatten, erschöpfen Volkswirtschaften und eingeschränkten Freiheitsrechten, liegt diese Frage mitten auf dem europäischen Tisch! Ulrike Guérot hat ein wütendes Essay für all diejenigen geschrieben, die nicht so leben wollen wie in den letzten zwei Jahren; die einem Virus nicht noch ein demokratischen System hinterher schmeißen, und die ihre Freiheit nicht für eine vermeintliche Sicherheit verspielen wollen. Ein Buch gegen den transhumanistischen Zeitgeist, der mit einer als Lebensrettung maskierten Kontrollpolitik genau das verspielt, was das Mysterium des Lebens ausmacht.“

    Autorin

    Ulrike Guérot studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie in Bonn, Münster und Paris. Sie ist Professorin, Autorin und Aktivistin in den Themenbereichen Europa und Demokratie, mit Stationen in Think Tanks und an Universitäten in Paris, Brüssel, London, Washington, Berlin und Wien. 2014 gründete sie das European Democracy Lab, e.V., eine Denkfabrik zum Neudenken von Europa. 2016 wurde ihr Buch „Warum Europa eine Republik werden muss. Eine politische Utopie“ europaweit ein Bestseller. Seit Herbst 2021 ist Ulrike Guérot Professorin für Europapolitik der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms Universität Bonn und Co-Direktorin des Centre Ernst Robert Curtius (CERC).

    Westend Verlag, ISBN: 978-3-8648-9855-6, E-Buch, 13 Euro

  • Ukraine: Näher am Töten und Zerstören als (nach-)gedacht

    17.03.2022/EG
    Quelle: journalismus.online

    Hektor Haarkötter, Kommunikationswissenschaftler an der Hochschule Bonn Rhein-Sieg, über ‘Helden‘ in diesen Zeiten

    Auszug: „Mit dem Krieg in der Ukraine hat sich in der journalistischen Berichterstattung etwas Wesentliches geändert. Es gibt jetzt eine Kriegsberichterstattung. Ich habe das in dieser Form in den vergangenen militärischen Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen, die hierzulande die Seelen beschäftigt haben, noch nicht erlebt. Analysen militärischer Strategien, Offiziere, die im Radio lange Interviews zu taktischen Aspekten des Kriegsgeschehens geben, Diskussionen über einzelne Waffensysteme und deren Pro und Contra: Die „Militärexperten“ betreten die Bühne journalistischer Berichterstattung und dürfen in Gala-Uniform oder in Tarnfleck ihre Expertise dem noch gar nicht so kriegsmüden Publikum zum Besten geben. Wie so oft im Journalismus weiß man nicht so recht, was diese Experten eigentlich zu ebensolchen macht. Ist es die ordensdekorierte Brust, ist es die eigene Beteiligung an ungezählten Waffengängen der Vergangenheit oder reicht es, mal ein schlaues Buch von Clausewitz gelesen zu haben, um gewitzt über das Handwerk des Tötens sprechen zu dürfen? Mein Verdacht: Würde man alle diese Experten an die Front schicken, wäre dieser Krieg sehr schnell vorbei…“ journalismus.online.

    Zum Thema

    Wang Yi, chinesischer Staatskommissar und Außenminister, zur aktuellen Lage in der Ukraine:
    „Erstens ist China der festen Überzeugung, dass die Souveränität und die territoriale Integrität aller Länder geachtet und geschützt und die Ziele und Grundsätze der UN-Charta ernsthaft befolgt werden sollten. Diese Position Chinas ist konsistent und klar und gilt auch für die Ukraine-Frage.
    Zweitens tritt China für eine gemeinsame, umfassende, kooperative und nachhaltige Sicherheit ein. China ist der Ansicht, dass die Sicherheit eines Landes nicht auf Kosten der Sicherheit anderer Länder gehen sollte, und noch weniger sollte die regionale Sicherheit durch die Stärkung oder gar Ausweitung von Militärblöcken gewährleistet werden. Die legitimen Sicherheitsinteressen aller Länder sollten respektiert werden. Angesichts der fünf aufeinanderfolgenden Runden der NATO-Osterweiterung sollten die legitimen Sicherheitsbedürfnisse Russlands ernst genommen und angemessen berücksichtigt werden.
    Drittens hat China die Entwicklungen in der Ukraine-Frage genau verfolgt. Die derzeitige Situation ist nicht das, was man sich wünscht. Oberste Priorität hat jetzt, dass alle Parteien die notwendige Zurückhaltung üben, um zu verhindern, dass sich die derzeitige Lage in der Ukraine verschlimmert oder gar außer Kontrolle gerät…“ german.beijingreview.com.cn

  • Buchtipp: Vermögen vererben

    11.03.2022/EG

    Ronny Grundig: Vermögen vererben
    Politiken und Praktiken in der Bundesrepublik und Großbritannien 1945-1990

    Sachbuch (Gesellschaft, Kapitalismus, Politik, Steuern)

    „Das Vererben von Vermögen stabilisiert die Gesellschaftsordnung. Erbregelungen können soziale Ungleichheitsverhältnisse in die Zukunft fortschreiben oder zu Enttäuschungen übergangener Familienmitglieder führen. Da das Vererben soziale Gerechtigkeits- und Familienvorstellungen berührt, ist seine Regulierung politisch höchst umstritten. Obwohl die jährlich vererbten Vermögen in den letzten Jahren immer neue Rekordhöhen erreichten, ist die Vorgeschichte dieser gegenwärtigen Entwicklung bisher kaum erforscht.
    Ronny Grundig untersucht den Wandel der Vermögensvererbung vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Ende der 1980er Jahre. Er blickt auf politische Regulierungen, die Praktiken des Vererbens und die Aneignung des Erbes durch die Hinterbliebenen. Der Autor analysiert die Steuervermeidung Vermögender sowie Konflikte zwischen Erben und Erbinnen. Ebenso zeigt er den Wandel von Paar- und Familienbeziehungen beim Vererben, die sich in den Testamenten niederschlagen und die Verteilung der hinterlassenen Vermögen beeinflussen.“

    Autor

    Ronny Grundig, geb. 1990, studierte Geschichtswissenschaft und Sozialwissenschaften sowie Militärgeschichte und -soziologie in Erfurt und Potsdam. Seine Promotion an der Universität Potsdam entstand am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) im Rahmen des Graduiertenkollegs »Soziale Folgen des Wandels der Arbeitswelt«. Derzeit arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung »Regime des Sozialen« des ZZF an einem Projekt zur Gesellschaftsgeschichte des ostdeutschen Handwerks in der Transformationszeit (1980-2000).

    Wallstein Verlag, ISBN: 978-3-8353- 4846-2, E-Buch, 26 Euro

  • Buchtipp: Ich möchte lieber nicht

    04.03.2022/EG

    Juliane Marie Schreiber: Ich möchte lieber nicht
    Eine Rebellion gegen den Terror des Positiven

    Sachbuch (Gesellschaft, Kommunikation, Meinungsbildung)

    „Dieses Buch ist ein Aufruf zum Widerstand gegen die Ideologie unserer Zeit: den Zwang des Glücks. Ratgeber und Duschbäder fordern uns auf, positiv zu sein. Wir sollen Scheitern als Chance begreifen und ständig unser Selbst entfalten. Doch der Terror des Positiven nervt, belastet jeden von uns und schwächt den Zusammenhalt: Wir betrachten Glück als Prestige und verstehen politische Probleme als persönliches Versagen. Das zeigt nicht nur die psychologische Forschung, sondern auch die Geschichte.

    Dagegen hilft nur Rebellion: Schimpfen ist Ausdruck gelebter Freiheit, ohne Schmerz gibt es keine Kunst, und Wut ist der Motor des Fortschritts. Denn die Welt wurde nicht von den Glücklichen verändert, sondern von den Unzufriedenen.“

    Autorin

    Juliane Marie Schreiber, geboren 1990 in Ost-Berlin, ist Politologin und freie Journalistin. Ihr Buch Bilder als Waffen erhielt den sicherheitspolitischen Wissenschaftspreis „Aquila Ascendens“. Als freie Journalistin schreibt sie unter anderem für ZDFheute, den Freitag und das Philosophie Magazin. Für ihre Dissertation forscht sie zum „Krieg gegen den Terror“.

    Piper Verlag, ISBN: 978-3-492-60073-6, E-Buch, 16 Euro

  • Audio-Tipp: „Wie viel Mühe es macht, Rassismus zu begründen“

    01.03.2022/EG
    Quelle: Bayerischer Rundfunk (BR), München

    Wie tief ist rassistisches Denken in unser westlich-europäisches Selbstverständnis eingebettet?

    Die Reportage von Michael Reitz hören Sie hier br.de.

    Zum Thema

    „Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung“ uni-jena.de

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