Medium für die zweite Meinung

  • Flüchtlingsdebatte: Verbitterte Menschen sorgen sich mehr um Zuwanderung?

    08.05.2018/EG aus dem ifo Institut, München

    ifo-Studie zeigt, dass bei verbitterten Menschen eine starke negative Einstellung zur Einwanderung gegeben ist

    „Diejenigen, die das Gefühl haben, nicht das bekommen zu haben, was sie im Leben verdienen, machen sich eher Sorgen um die Einwanderung. (…). Zunehmende Verbitterung ist mit wachsenden Sorgen um die Einwanderung verbunden. Eine Erklärung ist, dass diejenigen, die verbittert sind, boshafte oder neidische Vorlieben haben (Falk et al. 2005). Sie sind zutiefst enttäuscht vom Leben und wollen Möglichkeiten verleugnen, das eigene Leben auch für andere, auch für Immigranten, zu verbessern. Eine alternative Interpretation des Zusammenhangs zwischen Verbitterung und Einstellung zur Einwanderung ist, dass Chancen und potenzieller Erfolg anderer das eigene Scheitern noch mehr verletzen könnten.
    Was die Politik anbelangt, so hebt unser Papier hervor, dass Verbitterung unter den Bürgern wahrscheinlich zu wachsender Besorgnis und Widerstand gegen die Einwanderung führen wird. Wirtschaftliche Turbulenzen wie die aktuelle Wirtschaftskrise dürften nicht nur direkte negative Auswirkungen auf die Integration von Zuwanderern haben, sondern auch indirekte negative Auswirkungen durch eine wachsende Verbitterung. Es ist zu erwarten, dass Verbitterung auch andere negative Auswirkungen auf die Gesellschaft hat, was die Notwendigkeit von politischen Maßnahmen unterstreicht, um es zu verhindern. Zukünftige Forschung sollte daher die Treiber der individuellen Verbitterung und weitere Auswirkungen der Verbitterung auf das wirtschaftliche Verhalten zu analysieren.“ cesifo-group.de (Schlussfolgerungen siehe Abschnitt 6 der Studie)

    Zum Thema

    „Verbitterungsreaktionen treten nach Erlebnissen der Herabwürdigung, des Vertrauensbruchs oder der Ungerechtigkeit auf. Sie werden im Kontext beruflicher wie privater Konflikte beobachtet, aber auch als Reaktion auf andere schwerwiegende negative Lebensereignisse wie beispielsweise Krankheit. Verbitterung ist jedem Menschen bekannt, vergleichbar zu Angst.“ ↗charite.de

  • Einkommen: Marktmacht hat negativen Einfluss auf die Lohnentwicklung

    07.05.2018/EG aus dem Blog ECONOFACT, Medford/USA

    Ioana Elena Marinescu, Wirtschaftswissenschaftlerin, untersuchte die Macht branchen- bzw. marktführender Unternehmen auf Lohnabschlüsse in USA

    „Die Löhne für den typischen amerikanischen Arbeiter stagnieren seit den späten 1970er Jahren. Der zunehmende Wettbewerb mit Niedriglohnarbeitern im Ausland, die Automatisierung, die abnehmende Macht der Gewerkschaften und das langsame Produktivitätswachstum werden häufig als mögliche Erklärungen für diese schlechte Lohnentwicklung, insbesondere für weniger gut ausgebildete Arbeitnehmer, angeführt. Aber ein weiterer möglicher Faktor ist in letzter Zeit zunehmend in den Blickpunkt gerückt: der fehlende Wettbewerb zwischen den Unternehmen um die Arbeitnehmer.“ econofact.org

  • Ein Blick nach Frankreich

    07.05.2018/EG

    Emmanuel Macron ist seit einem Jahr im Amt: Steuererleichterungen für Unternehmen und Besserverdienende – Arbeitnehmerrechte eingeschränkt – Arbeitslosigkeit bei 9 %

    „Macron beschnitt den Zugang der Presse zum Elyseepalast, gibt kaum Interviews und kontrolliert strikt die Botschaften seiner Regierung in den Medien. Zu Beginn seiner Amtszeit begründete der Präsident seine Zurückhaltung damit, dass das Amt eine „jupitergleiche Distanz“ zum Volk mit sich bringe.“ dw.com

    Massendemonstration (40.000 lt. Polizei/160.000 lt. Teilnehmer bzw. Veranstalter) gegen Macrons Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik am 05. Mai 2018 in Paris. nzz.ch

  • Ein Blick nach Venezuela

    07.05.2018/EG aus dem Medium ZEIT-FRAGEN, Zürich

    Alfred de Zayas, Historiker, zu den Hintergründen der Krise in Venezuela

    „Entgegen den Behauptungen interventionistischer ­Politiker, der Medien und einiger Nichtregierungs-Organisationen erreicht die Situation in Venezuela nicht den Grad einer «humanitären Krise». Es trifft allerdings zu, dass ein Mangel an bestimmten Lebensmitteln1, an Medikamenten und Artikeln für die Körperhygiene herrscht, es gibt Verzögerungen bei der Verteilung, man steht in langen Schlangen an für rationierte Lebensmittel, es herrscht galoppierende Inflation, es gibt Leid, es gibt institutionelle und verfassungsmässige Unregelmässigkeiten (wie in so vielen Ländern unserer leidenden Welt!) – aber Übertreibungen helfen uns und den Menschen in Venezuela nicht – sie brauchen internationale Solidarität und humanitäre Unterstützung nach Treu und Glauben. (…)
    In diesem Zusammenhang ist es auch von Nutzen, sich in Erinnerung zu rufen, wie die Situation in Venezuela vor der Wahl von Hugo Chavez war, als die Restrukturierungsprogramme des IWF, die radikale Sparmassnahmen und die Privatisierung öffentlicher Versorgungsdienste wie der Elektrizität umfassten, zu extremer Armut und sozialen Unruhen führten, die in Massendemonstrationen des Volkes und der militärischen Reaktion der Regierung kulminierten, die als Caracazo von 1989 bekannt wurde und rund 3000 massakrierte Bauern hinterliess.“ ↗zeit-fragen.ch

  • Umfrage: Junge Menschen misstrauen Medien und Politik

    05.05.2018/EG aus der TUI-Stiftung, Hannover

    TUI-Umfrage: Für junge Menschen in Deutschland sind die Förderung des wirtschaftlichen Wachstums sowie die Verringerung der sozialen Ungleichheit und Umweltschutz die wichtigsten Themen

    Die TUI-Stiftung befragte über 6.000 Europäer im Alter von 16 bis 26 Jahren nach ihren politischen und sozialen Einstellungen. Bei der Frage „Wie sehr vertrauen Sie den folgenden Organisationen und Gruppen?“ wurden bekannte Vertrauensmuster bestätigt: Hohes Vertrauen genießen Wissenschaftler, Polizei und Gerichte. Dagegen überwiegt das Misstrauen deutlich bei Medien, Konzernen, Parlamenten, Regierungen und ganz besonders bei politischen Parteien. tui-stiftung.de

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