Medium für die zweite Meinung

  • Corona-Pandemie: Bundesweite Anpassungen

    14.04.2021/EG
    Quelle: Bundesregierung, Berlin

    Bundesregierung verabschiedet bundeseinheitliche ‘Notbremse‘ bei hohen Infektionszahlen:

    „Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen den Schwellenwert von 100, so sollen dort ab dem übernächsten Tag zusätzliche Maßnahmen gelten. Es handelt sich dabei um eine Vielzahl von Maßnahmen, mit denen Kontakte deutlich reduziert werden sollen. Diese Maßnahmen sind im neu eingefügten § 28b Infektionsschutzgesetz zu finden. Dies sind in erster Linie die Maßnahmen, die bereits zwischen den Ländern und dem Bund zur Notbremse vereinbart wurden.

    • Kontaktbeschränkungen für private Treffen drinnen und draußen: Die Reduzierung von Kontakten – damit auch privaten Kontakten – ist das wirksamste Mittel, um die Zahl der Neuinfektionen zu bremsen. Trotzdem soll keiner einsam bleiben. Daher sind Treffen eines Haustandes mit einer weiteren Person auch bei einer Inzidenz über 100 weiterhin möglich – Treffen mit mehr Menschen dagegen nicht.

    • Öffnungen von Geschäften: Grundgedanke ist, dass die verlässliche Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs und existentiellen Dienstleistungen sichergestellt bleiben soll. Offenbleiben können demzufolge der Lebensmittelhandel einschließlich der Direktvermarktung, ebenso Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte und Gartenmärkte. Voraussetzung bleiben natürlich die Beachtung entsprechender Hygienekonzepte und die Maskenpflicht. Im Dienstleistungsbereich bleibt alles, was nicht ausdrücklich untersagt wird, offen, also beispielsweise Fahrrad- und Autowerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen und ähnliches.

    • Körpernahe Dienstleistungen – nur in Ausnahmen: Körpernahe Dienstleistungen sollen nur zu medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken in Anspruch genommen werden. Ausnahme: der Friseurbesuch, allerdings nur, wenn die Kundinnen und Kunden einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorlegen können – und natürlich nur mit Maske. Andere körpernahe Dienstleistungen sollen nicht mehr möglich sein.

    • Eingeschränkte Freizeit- und Sportmöglichkeiten: Gastronomie und Hotellerie, Freizeit- und Kultureinrichtungen sollen bei einer Inzidenz über 100 schließen. Berufssportler sowie der Leistungssportler der Bundes- und Landeskader können weiterhin trainieren und auch Wettkämpfe austragen, – wie gehabt ohne Zuschauer und unter Beachtung von Schutz- und Hygienekonzepten. Für alle anderen gilt: Sport ja, aber alleine, zu zweit oder nur mit Mitgliedern des eigenen Hausstandes.

    • Ausgangsbeschränkungen: Im Zeitraum zwischen 21 Uhr und 5 Uhr soll nur derjenige das Haus verlassen, der einen guten Grund hat, zum Beispiel arbeitet, medizinische Hilfe braucht oder den Hund ausführen muss. Ausgangsbeschränkungen sind ein Instrument unter vielen anderen. Sie tragen dazu bei, das Mobilität begrenzt wird. Und Einschränkungen der Mobilität helfen, die Zahl der Neuinfektionen zu senken.

    • Kein Präsenzunterricht bei einer Inzidenz über 200: Das Infektionsgeschehen macht nicht vor der Schultür halt. Aufgrund der dynamischen Infektionslage ist es daher richtig, auch hier zu bundeseinheitlichen Regelungen zu kommen, wenn es die epidemiologische Lage erfordert. Bei einer Inzidenz über 200 soll der Präsenzunterricht in Schulen und die Regelbetreuung in Kitas untersagt werden. Mögliche Ausnahmen: Abschlussklassen und Förderschulen.“

  • Digitalisierung: Corona-Pandemie macht Fehlleistungen sichtbar

    13.04.2021/EG
    Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Berlin

    Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie legt das Gutachten „Digitalisierung in Deutschland – Lehren aus der Corona-Krise“ vor

    Fazit (Auszug, Seite 24):
    „Die Corona-Pandemie hat den Rückstand Deutschlands bei der digitalen Transformation in vielen Bereichen schonungslos offengelegt. Die Pandemie hat überall dort Defizite aufgezeigt, wo deutsche Institutionen – Verwaltungen, Unternehmen, Schulen, Hochschulen, Gerichte – ihren längst erkannten und ausführlich diskutierten Aufgaben zur Digitalisierung der Abläufe über lange Zeit nicht nachgekommen sind (vgl. NKR 2015/2020a/2020b, EFI 2016, Europäische Kommission 2020g). In der Pandemie haben diese Schwächen eine wirksame Antwort der Politik auf die Krise und die Begrenzung des ökonomischen Schadens massiv behindert…“
    Das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim BMWi lesen Sie hier bmwi.de.

    In der Verantwortung als Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur sind bzw. waren

    • seit März 2018: Andreas Scheuer (CSU);
    • von Oktober 2017 bis März 2018: Christian Schmidt (CSU) und
    • von Dezember 2013 bis Oktober 2017: Alexander Dobrindt (CSU).
  • Umweltschutz: Erheblicher politischer Handlungsbedarf

    13.04.2021/EG
    Quelle: Umweltbundesamt (UBA), Dessau-Roßlau

    In seinem „Umweltmonitor 2020“ bewertet das UBA nur drei von 30 Bewertungs-Indikatoren positiv

    Der „Umweltmonitor 2020“ des Umweltbundesamtes zeichnet ein gemischtes Bild zum Zustand der Umwelt in Deutschland. Insbesondere sieht das UBA in den Indikatoren „Heiße Tage“, „Globale Lufttemperatur“, „Umweltmanagement“, „Energieverbrauch des Verkehrs“, „Belastung der Bevölkerung durch Verkehrslärm“, „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“, „Kunststoffmüll in der Nordsee“, „Ökologischer Zustand der Flüsse“ und „Nitrat im Grundwasser“, zunehmend belastende Trends.

    Den Bericht „Umweltmonitor 2020“ lesen Sie hier umweltbundesamt.de.

    Zum Thema

    OECD: Große Lücke zwischen CO2-Bepreisung und tatsächlichen CO2-Klimakosten
    Die OECD-Studie untersucht die aus Steuern und Emissionshandel resultierenden Preise für CO2- Emissionen in den 44 OECD- und G20-Ländern. Diese Länder verursachen zusammen 80 Prozent des weltweiten energiebedingten Kohlenstoffausstoßes.
    Die Studie nutzt einen sogenannten Carbon Pricing Score, der in Prozent angibt, wie nah sich die Länder bei der CO2-Bepreisung am empfohlenen Schätzwert befinden. Legt man einen Preis von 60 Euro pro Tonne CO2 (100 %) zugrunde, wird der höchste Score mit knapp 70 Prozent von den Ländern Schweiz (69 %), Luxemburg (69 %) und Norwegen (68 %) erreicht. Deutschland liegt bei 41 Prozent.
    Die Studie lesen Sie hier oecd.org.

    Claudia Kemfert, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Leuphana Universität Lüneburg und am DIW Berlin, über das „Brückentechnologietheater“:
    „Seit über 40 Jahren läuft das so. Dass sich die Bedarfsszenarien im Nachhinein immer als falsch herausgestellt haben, dass wir immer neue fossile Infrastrukturen gebaut haben, die nicht zu den internationalen Klimavereinbarungen passen: egal. Am Ende werden mit Steuergeldern den unnützen Investitionen horrende Entschädigungszahlungen hinterhergeworfen. So geschehen bei Atom und Kohle.
    Jetzt also die nächste Inszenierung des Brückentechnologietheaters mit fossilem Erdgas in der Hauptrolle: Wasserstoff klingt harmlos. Die Farben grau und blau übertünchen, dass bei der grauen Wasserstoffherstellung aus Erdgas hohe CO2-Emissionen entstehen. In der Blau-Version würden diese als Problemmüll eingelagert. Wie immer bei „Brückentechnologien“ ist die Namensgebung ein Ablenkungsmanöver. Statt über Müll reden wir über „Übergangstechnologien“, diesmal in die grüne Wasserstoffwelt.“
    Den Beitrag lesen Sie hier diw.de.

  • Buchtipp: Medienanalyse

    09.04.2021/EG

    Sabine Schiffer: Medienanalyse
    Ein kritisches Lehrbuch

    Sachbuch (Informationen, Informationskonsum, Medien)

    „Die Macht der Medien wächst stetig, ihr Einfluss auf unser Leben ist erheblich. Sie prägen unseren Blick auf die Welt, können ihn verstellen oder befreien. Auf diese Weise leiten sie unser Handeln und so muss die Fähigkeit, diese Einflüsse zu durchschauen, in einer offenen Gesellschaft als zentrales Ziel gelten, damit jede und jeder in der Lage ist, sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden und für sie einzutreten. Die Bedeutung dieser Kompetenz wächst heute mindestens genauso rasant wie die Masse an Informationen, denen wir alle zu jeder Tag- und Nachtzeit ausgesetzt sind. Ob für den Laien oder die angehende Akademikerin: Sabine Schiffer legt nun ein Buch vor, das sowohl theoretische Grundlagen liefert als auch an etlichen Beispielen aufzeigt, wie Medienanalyse konkret aussieht. Welche Möglichkeiten gibt es, innerhalb der täglichen Informationsflut den Überblick darüber zu behalten, was echt und wahr und was falsch und unwahr ist? Endlich eine kritische Einführung, die nicht nur Gefahren und Möglichkeiten der Manipulation aufdeckt, sondern zugleich Werkzeuge an die Hand gibt, diese zu erkennen und ihnen zu begegnen! Wer wissen will, worauf beim täglichen Medienkonsum zu achten ist, kommt an diesem Buch nicht vorbei.“

    Autorin

    Prof. Dr. Sabine Schiffer, geboren 1966, studierte Sprachwissenschaft in Erlangen und entdeckte früh die Semiotik. Sie promovierte zum Islambild in den Medien und gründete 2005 das Institut für Medienverantwortung. Neben der Forderung nach einem systematischen Lehrplan für ein Schulfach Medienbildung setzt sich das IMV für eine kritische Auseinandersetzung mit jeglichen medial konstruierten Debatten ein.

    Westend Verlag, ISBN: 978-3-86489-818-1, E-Buch, 304 Seiten, 16 Euro

  • Gesundheit: Körperliche Inaktivität macht krank

    08.04.2021/National Library of Medicine, Bethesda (USA)

    Peter T. Katzmarzyk, Biowissenschaftler am Pennington Biomedical Research Center in Baton Rouge, Christine Friedenreich, Biowissenschaftlerin am Cancer Epidemiology and Prevention Research in Calgary, Eric J. Shiroma, wissenschaftlicher Mitarbeiter am National Institute on Aging in Bethesda, und I-Min Lee, Biowissenschaftlerin an der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston, untersuchten die gesundheitlichen Risiken durch körperliche Inaktivität

    „Zielsetzung: Körperliche Inaktivität ist ein Risikofaktor für vorzeitige Sterblichkeit und mehrere nicht übertragbare Krankheiten. Das Ziel dieser Studie war es, die globale Belastung durch körperliche Inaktivität abzuschätzen und Unterschiede nach Ländereinkommen und Region zu untersuchen.

    Methoden: Für 168 Länder wurden bevölkerungsbezogene, prävalenzbasierte Population attributable risks (PAR) berechnet, um abzuschätzen, wie viele Krankheiten vermieden werden könnten, wenn körperliche Inaktivität beseitigt würde. Wir berechneten PARs (Prozentsatz der Fälle, die auf Inaktivität zurückzuführen sind) für die Gesamtmortalität, die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nicht übertragbare Krankheiten, einschließlich koronarer Herzkrankheiten, Schlaganfall, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Demenz, Depression und Krebserkrankungen der Blase, der Brust, des Dickdarms, der Gebärmutterschleimhaut, der Speiseröhre, des Magens und der Niere.

    Ergebnisse: Weltweit sind 7,2 % bzw. 7,6 % der Todesfälle durch alle Ursachen und kardiovaskuläre Erkrankungen auf körperliche Inaktivität zurückzuführen. Die Anteile der nicht übertragbaren Krankheiten, die auf körperliche Inaktivität zurückzuführen sind, reichen von 1,6 % für Hypertonie bis 8,1 % für Demenz. Es gab ein zunehmendes Gefälle zwischen den Einkommensgruppen; die PARs waren in Ländern mit hohem Einkommen mehr als doppelt so hoch wie in Ländern mit niedrigem Einkommen. Allerdings treten 69 % der gesamten Todesfälle und 74 % der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die mit körperlicher Inaktivität in Verbindung gebracht werden, in Ländern mit mittlerem Einkommen auf, wenn man ihre Bevölkerungsgröße berücksichtigt. Es wurden auch regionale Unterschiede beobachtet, wobei die höchsten PARs in Lateinamerika/Karibik und in westlichen und asiatisch-pazifischen Ländern mit hohem Einkommen auftraten, während die geringste Belastung in Ozeanien und Ost-/Südostasien zu verzeichnen war.

    Schlussfolgerung: Die globale Belastung durch körperliche Inaktivität ist erheblich. Die relative Belastung ist in Ländern mit hohem Einkommen am größten; die größte Anzahl von Menschen (absolute Belastung), die von körperlicher Inaktivität betroffen sind, lebt jedoch in Ländern mit mittlerem Einkommen, wenn man die Größe ihrer Bevölkerungen berücksichtigt.“ ↗ncbi.nlm.nih.gov

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