Erbschaften und Schenkungen auf Rekordniveau

23.08.2017/EG aus dem Statistischen Bundesamt (Destatis), Wiesbaden

Im Jahr 2016 stieg das geerbte und geschenkte Vermögen auf 108,8 Mrd. Euro – Steuerbegünstigungen nach § 13a ErbStG bei 58,2 Mrd. Euro

„Die von den Finanzverwaltungen veranlagten Vermögensübertragungen aufgrund von Erbschaften und Schenkungen sind im Jahr 2016 auf 108,8 Milliarden Euro gestiegen. (…) Durch Erbschaften und Vermächtnisse wurde im Jahr 2016 Vermögen von 43,6 Milliarden Euro übertragen, 15,6 % mehr als noch ein Jahr zuvor. (…) Das geschenkte Vermögen stieg zum Vorjahr um 1,4 % auf 65,2 Milliarden Euro. (…) Steuerbegünstigungen nach § 13a ErbStG wurden im Jahr 2016 bei den Erbschaften mit 5,2 Milliarden Euro (+ 9,6 %) und bei den Schenkungen mit 53,0 Milliarden Euro (+ 1,9 %) berücksichtigt.“ destatis.de

Erben: 400 Mrd. Euro pro Jahr

06.07.2017/EG aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

In Deutschland werden zwischen 2012 und 2027 bis zu 400 Milliarden Euro pro Jahr verschenkt und vererbt werden, gut ein Viertel mehr als bisher angenommen

Bisherige Studien und Schätzungen zum Erbvolumen in Deutschland berücksichtigen weder Wertänderungen des Vermögens noch das regelmäßige Sparen der Erblasserinnen und Erblasser. Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung bezieht diese Elemente ein und kommt zu dem Ergebnis, dass in einem Zeitraum von 15 Jahren (2012 bis 2027) vermutlich bis zu 400 Milliarden Euro pro Jahr vererbt und verschenkt werden könnten. Das ist über ein Viertel mehr als bislang in entsprechenden Studien angenommen wurde. diw.de

Steuern: Entlastung nur bei den reichsten 30 %

11.04.2017/EG aus dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Düsseldorf

IMK: Steuer- und Abgabenreformen seit 1998 haben nur die reichsten 30 Prozent entlastet

„Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen sind durch die Änderungen bei Steuern und Sozialabgaben zwischen 1998 und 2015 zusätzlich belastet worden. Entlastungen gab es in dem Zeitraum nur für die reichsten 30 Prozent. Dabei waren die Mehrbelastungen am unteren Ende besonders hoch …“ boeckler.de

Zum Thema die Bundesregierungen

  • 1998 bis 2005: SPD und Grüne
  • 2005 bis 2009: CDU/CSU und SPD
  • 2009 bis 2013 CDU/CSU und FDP
  • seit 2013: CDU/CSU und SPD

Privilegierte Gesellschaften

25.09.2016/EG

Volkswirte Cansel Kiziltepe und Birger Scholz mit einem Beitrag zum Mythos „Die Erbschaftsteuer auf Betriebsvermögen gefährdet Arbeitsplätze“

Fakt 1: „Massiver Arbeitsplatzabbau ist trotz Steuerverschonung möglich. Bis zu 29 % der Arbeitnehmer können direkt beim Betriebsübergang entlassen werden und dennoch winkt eine Steuerbefreiung von 85 %.“ Weiterlesensteuermythen.de

Privilegierte Gesellschaften

09.09.2016/EG aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

DIW zur Erbschaftsteuer: Nutzung der Firmenprivilegien hat Minderjährige zu Multimillionären gemacht / Hohe Vorzieheffekte bei Unternehmensübertragungen – 90 Kinder, die 2011 bis 2014 mindestens 20 Millionen Euro steuerfrei übertragen bekamen, erhielten im Schnitt 327 Millionen Euro / Frauen werden benachteiligt

„Ende des Jahres 2014 hatte das Bundesverfassungsgericht dem Gesetzgeber aufgetragen, die Begünstigungen für Unternehmensübertragungen im Rahmen der Erbschaft- und Schenksteuer neu zu regeln, da diese zu weitgehend waren. Entgegen der Vorgaben ist das neue Gesetz aber noch nicht in Kraft, sondern wird derzeit im Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat verhandelt. Mit Blick auf die erwartete Beschneidung der Firmenprivilegien haben in den vergangenen Jahren offenbar viele Personen gehandelt und Unternehmensvermögen frühzeitig steuerfrei übertragen. Mit 66 Milliarden Euro im Jahr 2014 und 57 Milliarden Euro im Jahr 2015 lag das Volumen deutlich höher als zuvor.“ diw.de