Medium für die zweite Meinung

  • Klinische Forschung: Zurückhaltung staatlicher Investitionen sichert Profite der Pharmaindustrie

    29.10.2018/EG aus der Techniker Krankenkasse (TK), Hamburg

    Gerd Glaeske, Gesundheitswissenschaftler, und Wolf-Dieter Ludwig, Medizinwissenschaftler und Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, veröffentlichen ‘Innovationsreport 2018‘ zur Wirksamkeit neuer Medikamente

    Wolf-Dieter Ludwig im Vorwort: „Onkologika sind in den letzten Jahren in Deutschland sowie weltweit die umsatzstärkste und in Hinsicht auf die Zahl jährlich neu zugelassener Arzneimittel eindeutig dominierende Wirkstoffgruppe (Ludwig & Schwabe, 2018). (…) Leider ist jedoch aufgrund der offensichtlichen Mängel in den Anforderungen an die Zulassung und den zu diesem Zweck durchgeführten klinischen Studien der für Patienten relevante Nutzen (z. B. Verlängerung der Überlebenszeit, Verbesserung von tumorbedingten Symptomen, gute Verträglichkeit der medikamentösen Therapie) zum Zeitpunkt der Zulassung weiterhin unklar. (…) Hierfür bedarf es aber in Deutschland verstärkter staatlicher Investitionen sowohl in die Infrastruktur der nicht von pharmazeutischen Unternehmern gesponserten klinischen Forschung als auch einer von der Industrie unabhängigen finanziellen Unterstützung neuer Strukturen der (inter-)nationalen Zusammenarbeit von Onkologen bzw. onkologischen Fachgesellschaften im Bereich der klinischen Forschung. (…)“

    Den ‘Innovationsreport 2018‘ lesen sie hier ↗tk.de.

  • Hohe Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern

    29.10.2018/EG aus der Europäischen Kommission, Brüssel

    In Deutschland liegt das geschlechterspezifische Lohngefälle bei 21,5 % – dritthöchster Wert in der EU

    Noch immer verdienen Frauen deutlich weniger als Männer. So liegt der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn von Frauen in Europa bei 16,2 Prozent unter dem der Männer. In Deutschland beträgt die geschlechtsspezifische Lohnspreizung sogar 21,5 Prozent. Nur noch die Frauen in Tschechien (21,8 %) und Estland (25,3 %) nehmen größere Lohndifferenzen hin. ↗ec.europa.eu

  • „Arbeit muss teuer sein – und sich rar machen“

    29.10.2018/EG aus dem Blog ÖKONOMENSTIMME, Zürich

    Werner Vontobel, Autor und Wirtschaftskolumnist, über die Marktwirtschaft und die Vollbeschäftigung

    „Marktwirtschaft ist bekanntlich eine Veranstaltung, bei der es darum geht, mit möglichst wenig Aufwand, möglichst viel zu produzieren. Dieses Prinzip ist so erfolgreich, dass sich Deutschland schon bald nach dem 2. Weltkrieg über das „Wirtschaftswunder“ (der 1960erjahre) freuen konnte, mit Ferien am Mittelmeer für fast alle. (…). Dass der Markt weiterhin so funktioniert, wie es im Lehrbuch steht, zeigt sich auch daran, dass die Wirtschaftspolitik immer mehr zu einer Veranstaltung wird, bei der es darum geht, mit möglichst wenig Geld, für möglichst viel Beschäftigung zu sorgen. Dabei ist die Frage, welche Bedürfnisse mit dieser Arbeit befriedigt werden, nicht erlaubt.

    Deutschland gehört in dieser Disziplin zur Weltspitze und zu den Vorreitern …“ ↗oekonomenstimme.org

  • Medien sammeln immer mehr (persönliche) Daten

    26.10.2018/EG aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) GmbH, Frankfurt am Main

    German Enterntainment and Media Outlook 2018-2022: Medien- und Unterhaltungsbranche generierte 2017 rund 60 Mrd. Euro Umsatz / Verlierer: Tageszeitungen und Zeitschriften / Gewinner: digitale Medien / Erfolgskriterium: Umgang mit Daten

    „Die künstliche Intelligenz (KI) verspricht immer dann gute Einsatzmöglichkeiten, wenn es darum geht, riesige Datenmengen zu durchforsten. Dieses sogenannte Crawling setzt die Medienbranche bereits heute auf vielfältige Art und Weise ein. So lassen Zeitungen mithilfe automatisierter Verfahren neue Informationen im Internet aufspüren. Die extrahierten Schlagwörter können den Journalisten dann als Arbeitsgrundlage dienen. Einige Programme sind sogar in der Lage, daraus eigenständig zusammenhängende Texte zu generieren. Sobald ein Texter sie geprüft hat, werden die Artikel auf den Onlineportalen der Zeitungen veröffentlicht. Doch geprüft wird nicht immer; zum Teil erscheinen Artikel ohne menschliches Zutun.
    (…)
    Die Medienhäuser setzen zudem häufig auf KI, um die Präferenzen ihrer Leser zu erkennen. Dabei zeichnen sie auf, welche Artikel die Kunden auswählen, wie lange sie auf einer Seite verweilen oder welche Links sie anklicken. So erhalten die Unternehmen Einblicke in die Interessen ihrer Nutzer. Medienunternehmen insbesondere Contentproduzenten können dann deren Vorlieben exakt nachzeichnen. Dieses Wissen bildet die Grundlage für die Personalisierung von Inhalten wie etwa Werbung“ pwc.de (Seite 9)

  • Buchtipp: Nach dem Krieg sind alle gleich

    26.10.2018/EG

    Walter Scheidel: Nach dem Krieg sind alle gleich
    Eine Geschichte der Ungleichheit

    Sachbuch (Geschichte, Krieg, Seuchen, Staatszusammenbrüche, Revolution, Ungleichheit)

    Ungleichheit wird immer mehr zu einem Problem – weltweit! Führende Wirtschaftswissenschaftler fordern Reformen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern. Wie aber lässt sich soziale Gerechtigkeit erreichen?
    Der renommierte Stanford-Historiker und Altertumswissenschaftler Walter Scheidel untersucht die Ursachen für soziale Gegensätze über drei Jahrtausende und kommt zu dem eindeutigen Schluss: Eine friedliche Senkung der Ungleichheit gab es in der Geschichte bisher nicht! Einzig Kriege und Katastrophen führten zu einem sozialen Ausgleich.

    Walter Scheidel fordert damit natürlich nicht den Krieg als neues Mittel der Einkommenspolitik – aber er mahnt ein ernsthaftes Angehen der Probleme an und provoziert diejenigen, die hohe Erwartungen in neue Einkommens- und Bildungsprogramme nähren. (mehr …)

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