Medium für die zweite Meinung

  • Wirtschaftspolitik erschafft Lebensbedingungen

    08.07.2019/EG
    Quelle: Ökonomen-Blog VOX, London

    William H. Dow, Anna Godøy, Chris Lowenstein, Michael Reich, alle Wirtschaftswissenschaftler an der University of California, Berkeley, untersuchten den Zusammenhang von „Todesfällen aus Verzweiflung“ (Konsum legaler und illegaler Drogen sowie Suizide) und Wirtschaftspolitik in den USA

    Die Wissenschaftler William H. Dow, Anna Godøy, Chris Lowenstein und Michael Reich haben die Ursachen sowie die Wirksamkeit politischer Reaktionen auf den jüngsten Anstieg der Sterblichkeit aufgrund von Alkohol, Drogen und Selbstmord unter US-Bürgern ohne Hochschulabschluss untersucht. Ergebnis: Mindestlohn und Lohnsteuergutschrift – die beiden wichtigsten politischen Hebel zur Einkommenssteigerung für Niedriglohnarbeiter in den USA – sind wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der vorgenannten Verwerfungen. Beide Instrumente (Mindestlohn und Lohnsteuergutschrift) reduzierten die Selbstmordrate bei Erwachsenen ohne Hochschulabschluss deutlich, bei den Frauen noch stärker.
    In den USA stieg im Zeitraum 1999 bis 2017 die altersbereinigte Rate der Todesfälle durch Drogenüberdosierung um 256 Prozent, die Selbstmordrate um 33 Prozent. voxeu.org

    Zum Thema

    Dimensionen prekärer Beschäftigung und Gesundheit im mittleren Lebensalter“ in Deutschland

    Kennzeichen prekärer Erwerbssituationen: geringe Entlohnung, mangelnde Möglichkeiten der Selbstverwirklichung in der Erwerbstätigkeit, soziale Isolation sowie der Mangel an Planungssicherheit und Anerkennung. (…). Während eine formalrechtlich prekäre Erwerbssituation in keinem statistischen Zusammenhang zur körperlichen oder mentalen Gesundheit steht, geht eine materiell-prekäre Lebenssituation mit einer durchschnittlich schlechteren körperlichen Gesundheit einher. Noch stärkeren Einfluss auf die Gesundheit haben arbeitsplatzbezogene prekäre Kennzeichen der Erwerbstätigkeit. ↗boeckler.de

    Armut – Morbidität – Mortalität: Situation in Deutschland“

    Zwischen dem sozialen Status und Morbidität besteht nachweislich eine enge Korrelation. Verbunden sind damit Beeinträchtigungen im Alltag, eine verminderte gesundheitsbezogene Lebensqualität und möglicherweise sogar eine vorzeitige Mortalität. Kumuliert man die zuvor aufgezählten Erkrankungen, Beschwerden und Risikofaktoren, ergibt sich bei Menschen mit einem niedrigen SES im Vergleich zu denen mit einem höheren SES ein erhöhtes Sterberisiko, eine verringerte Lebenserwartung sowie weniger Lebensjahre bei guter Gesundheit.“ (Seite 15)
    Lösungsansätze: Bekämpfung sozialer Ungleichheit und Armut sowie eine zielgruppenspezifische Gesundheitsförderung und Prävention. (Seite 16) ↗nav-virchowbund.de

  • Buchtipp: Akzeptanz des öffentlichen Ausgabeverhaltens

    05.07.2019/EG

    Martin Dietrich, Dieter K. Tscheulin: Akzeptanz des öffentlichen Ausgabeverhaltens

    Sachbuch (Gesellschaft, Steuern, Politik)

    Der öffentliche Sektor erfüllt seine Aufgaben dadurch, dass öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen nach bestimmten Regeln festgelegte Budgets verausgaben, die unterschiedlich finanziert werden können – über öffentliche Einnahmen und Schulden. Die öffentliche Aufgabenerfüllung ist deshalb untrennbar mit ihrer Finanzierung über Steuern, Gebühren und Abgaben verbunden, welche die öffentlichen Finanzen zukünftig vor erhebliche Probleme stellen wird. Um diese Probleme zu lösen und das Vertrauen der Bürger in den öffentlichen Sektor zu stärken bzw. wiederzugewinnen, sind die Aspekte der Akzeptanz des öffentlichen Ausgabeverhaltens von Bedeutung.
    Die Autoren nähern sich dem Thema der Akzeptanz öffentlichen Ausgabeverhaltens aus sehr unterschiedlichen Perspektiven und präsentieren damit ein breites Panorama der wissenschaftlichen Bearbeitungsmöglichkeiten. Neben theoretisch-formalen Arbeiten werden theoretisch-konzeptionelle, qualitative und quantitative empirische vorgestellt. (mehr …)

  • Umwelt: Die zehn größten Schadstoffe

    04.07.2019/EG
    Quelle: Umweltbundesamt, Dessau

    Die zehn Schadstoffe mit den größten Eintragsmengen in die Umwelt (Luft, Boden, Wasser, Abwasser) und die hauptverursachenden Branchen: Ammoniak ist in Deutschland die Nummer 1 der Luftschadstoffe aus Betrieben und stammt hauptsächlich aus der Intensivtierhaltung / Schadstoffe im Abwasser gehen hauptsächlich aufs Konto der Lebensmittel- und Chemischen Industrie / Größter CO2-Emittent ist die Energiewirtschaft

    Amoniak (NH3)
    Die Intensivtierhaltung weist mit Abstand den höchsten Anteil freigesetzter Ammoniakemissionen aus.

    Chloride
    Chloride stammen hauptsächlich aus der Mineralverarbeitenden Industrie und der Chemischen Industrie. Bei den Chloriden wird die Gesamtmenge aus den Freisetzungen in Luft, Wasser, Boden sowie die mit dem Abwasser verbrachte Schadstoffmenge betrachtet. Die Freisetzungen in den Boden (hier vor allem die Verpressung unter die Erde) weisen hierbei einen relevanten Anteil auf. Chloride werden aber auch zu einem nicht geringen Teil aus der Abfall- und Abwasserbewirtschaftung gemeldet, allen voran von den kommunalen Kläranlagen.

    Kohlendioxid (CO2)
    Hauptverantwortlich für die Kohlendioxidemissionen ist mit erheblichem Abstand die Energiewirtschaft und hierbei im Wesentlichen die Wärmekraftwerke und andere Verbrennungsanlagen mit einer Leistung über 50 Megawatt. Braunkohlekraftwerke mit den höchsten Treibhausgasemissionen ↗oeko.de

    Kohlenmonoxid (CO)
    Für die Kohlenmonoxid-Freisetzungen ist Hauptverursacher die Metallverarbeitende Industrie.

    Stickoxid- (NOx) und Schwefeloxid (SO2)
    Die Stickoxid- und Schwefeloxidfreisetzungen stammen vorrangig aus der Energiewirtschaft.

    Methan (CH4)
    Die Mineralverarbeitende Industrie – besonders der Kohlebergbau – ist Hauptverursacher für die Methan-Freisetzungen. Auch aus Deponien wird noch eine erhebliche Menge an Methan freigesetzt.

    Gesamtorganischer Kohlenstoff (TOC)
    Gesamtorganischer Kohlenstoff entstammt zu einem Großteil aus der Chemischen Industrie, gefolgt von der Lebensmittelindustrie und der Papier- und Holzindustrie. Für TOC wurden die Freisetzungen in die Gewässer und die mit dem Abwasser verbrachten Mengen gemeinsam betrachtet.

    Gesamtstickstoff (Gesamt-N)
    Die Kläranlagen sind für die hohen Gesamtstickstoffmengen hauptverantwortlich.

    Flüchtige organische Verbindungen (NMVOC)
    Bei den flüchtigen organischen Verbindungen hat die Branche „Sonstige Industriezweige“ den größten Anteil. Darunter fallen Betriebe, die Oberflächen mit Lösungsmitteln behandeln, wie zum Beispiel Lackieranlagen. umweltbundesamt.de

  • Arbeitsleben beeinflusst Lebenserwartung

    03.07.2019/EG
    Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, Duisburg

    Martin Brussig und Susanne Eva Schulz, Sozialwissenschaftler am IAQ, untersuchten die sozialen Unterschiede im Mortalitätsrisiko

    „Nach den hier vorgelegten Ergebnissen haben Personen jenseits des 65. Lebensjahres, die sehr hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt waren, ein deutlich höheres Mortalitätsrisiko als Personen mit sehr niedrigen Arbeitsbelastungen. Die Wirkungen der Arbeitsbelastungen scheinen also auch über die Erwerbsphase hinaus fortzuwirken. Diese Wirkung der Arbeitsbelastungen bleibt auch unter Kontrolle zahlreicher weiterer Merkmale erhalten.“ ↗iaq.uni-due.de

  • Mietkosten: Ältere Mieterhaushalte stark belastet

    03.07.2019/EG
    Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    Bei zwei Drittel aller älteren Mieterhaushalte liegt die Wohnkostenbelastung über 30 Prozent

    „Die Zahl der älteren Menschen nimmt in Deutschland zu. Dabei steigen die Wohnkosten seit einigen Jahren schneller als die Alterseinkommen. Damit nimmt auch die Wohnkostenbelastung im Alter zu, allerdings nicht für alle Gruppen gleichförmig. Eine doppelte Polarisierung nach Wohnform und Einkommenshöhe setzt ein. Zunächst ist der Anteil der Mieterhaushalte unter den Älteren gesunken. Aber die Schere der Kostenbelastung zwischen MieterInnen und EigentümerInnen einerseits und über die Einkommensverteilung andererseits geht auseinander. Diese Effekte verstärken sich gegenseitig, da in den höheren Einkommensquintilen der Anteil der (vollentschuldeten) EigentümerInnen zugenommen hat. Sozialpolitisch brisant ist die Situation von immer mehr älteren Mieterhaushalten, von denen fast zwei Drittel mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aufwenden müssen.“ diw.de

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