Das Transatlantik-Netzwerk

05.09.2018/EG aus dem Forschungsprojekt Swiss Propaganda Research

Warum verbreiten (Leit-)Medien in Deutschland tendenziell die gleichen Topthemen auf ähnliche Weise, insbesondere geopolitische? Eine mögliche Antwort liefert das Projekt Swiss Propaganda Research:

„Deutsche Medien und Journalisten sind aus historischen Gründen besonders eng in transatlantische Netzwerke eingebunden. Die folgende Infografik gibt einen Überblick über die wichtigsten Akteure und Verbindungen.“ swprs.org

„Eine Untersuchung der Syrien-Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz illustriert diese Effekte deutlich: 78% aller Artikel basieren ganz oder teilweise auf Agenturmeldungen, jedoch 0% auf investigativer Recherche. Zudem sind 82% aller Kommentare und Interviews USA/NATO-freundlich, während Propaganda ausschließlich auf der Gegenseite verortet wird.“ swprs.org

Swiss Propaganda Research ist – nach eigenen Angaben – ein Forschungs- und Informationsprojekt zur geopolitischen Propaganda.

Zum Thema

Das Institut für empirische Medienforschung (IFEM) erstellt monatlich eine Analyse der von deutschen TV-Nachrichten-Formaten (Tagesschau 20 Uhr, heute 19 Uhr, RTL aktuell, SAT.1 Nachrichten, Tagesthemen, heute-journal) ausgestrahlten Topthemen. ifem.de

Auch Arbeitskämpfe werden in Sozialen Medien organisieren

04.09.2018/EG aus dem Blog NETZPOLITIK, Berlin

Neue Internetdienste wollen Streiks mit Hilfe von Algorithmen und großer Datenmengen vorhersagen

„Dass die Organisation von Solidarität unter ArbeitnehmerInnen via Social Media aber auch mit Machtverschiebungen in Richtung Unternehmensleitungen einhergehen kann, demonstriert Forschung an der TU Wien, die mittlerweile auch zur Gründung eines Startups („Prewave“) geführt hat. Dessen Homepage wirbt mit der Möglichkeit, Risiken in der Zulieferkette („supply chain and sustainability risks“) vorhersagen zu können. Tatsächlich versteckt sich hinter dieser vermeintlich neutralen Formulierung ein Werkzeug zur Streikvorhersage auf Basis von Twitter und anderen Social-Media-Daten.“ netzpolitik.org

Wie glaubwürdig wird die Öffentlichkeit informiert?

18.08.2018/EG aus dem Blog RUBIKON, Mainz

Ulrich Teusch, Publizist, über Tendenzen in der Arbeit der Medien

„Im Prinzip ist jedes Medium ein Lückenmedium. Jedes Medium ist angesichts des gigantischen Nachrichtenangebots gezwungen, eine kleine, oft winzig kleine Auswahl zu treffen. Die Frage ist, wie und nach welchen Kriterien diese Auswahl vorgenommen wird.

(…)

Manchmal wächst sich das zu Kampagnen aus oder auch zu regelrechter Propaganda. Mein entscheidender Punkt ist nun: Die beschriebenen Phänomene kommen nicht zufällig zustande, sondern sie sind strukturell verankert und interessengeleitet. Das ist auch der Grund für die wachsende Homogenisierung des Mainstreams. Die Nachrichtenauswahl und Kommentierung wird immer ähnlicher und ist bei bestimmten wichtigen Themen kaum noch unterscheidbar.“ rubikon.news

Buchtipp: Die öffentliche Meinung

03.08.2018/EG

Walter Lippmann: Die öffentliche Meinung
Wie sie entsteht und manipuliert wird

Sachbuch (Demokratie, Gesellschaft, Medien, Politik, Wirtschaft)

Walter Lippmann gilt als einer der einflussreichsten Propagandisten des Neoliberalismus und einer gelenkten Demokratie, der dem marktradikalen Denken zum Siegeszug verhalf. Lippmanns 1922 erschienenes Buch „Public Opinion“ gilt als ein Klassiker in Sachen Manipulation und Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Von ihm wurde der Begriff „Kalter Krieg“ geprägt und in den allgemeinen Sprachgebrauch gebracht. Weil die Durchschnittsbürger in einer Demokratie damit überfordert sind, komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge zu durchschauen, entwickelte er das Konzept einer gelenkten Demokratie, um die Meinung der Masse mit Hilfe manipulativer Techniken zu steuern. Seine Methoden der Meinungsbeeinflussung sind heute aktueller denn je. Weiterlesen

Maßnahmen gegen eventuelle Wahlmanipulationen

23.07.2018/EG

G7-Staaten möchten sich mit Hilfe der Kommunikationsplattform ‘Rapid Response Mechanism‘ gegen eventuelle Wahlmanipulationen schützen

Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten* haben beim diesjährigen Treffen im kanadischen Charlevoix das sogenannte ‘Charlevoix Engagement zur Verteidigung der Demokratie vor ausländischen Bedrohungen‘ beschlossen. Dabei wurden auch die Rechte für den sogenannten Krisenreaktionsmechanismus (Rapid Response Mechanism) formuliert, welche die Koordinierung der Vertragsstaaten im Fall von Bedrohungen ihrer Demokratien stärken soll:

  • Gemeinsam und individuell auf ausländische Bedrohungen reagieren, um den Herausforderungen unserer Demokratien zu begegnen.
  • Stärkung der Zusammenarbeit der G7, um bösartige Einmischungen ausländischer Akteure zu verhindern, zu vereiteln und darauf zu reagieren, um die demokratischen Prozesse und die nationalen Interessen eines G7-Staates zu untergraben.
  • Einen Krisenreaktionsmechanismus der G7 einzurichten, um unsere Koordinierung zu verstärken, um verschiedene und sich entwickelnde Bedrohungen für unsere Demokratien zu erkennen und darauf zu reagieren, unter anderem durch den Austausch von Informationen und Analysen und die Ermittlung von Möglichkeiten für eine koordinierte Reaktion.
  • Austausch von Erfahrungen und bewährten Verfahren in Zusammenarbeit mit Regierungen, der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor, die entsprechende Initiativen entwickeln, einschließlich solcher, die freie, unabhängige und pluralistische Medien, faktenbasierte Informationen und Meinungsfreiheit fördern.
  • Direkte Zusammenarbeit mit Internet Service Providern und Social Media Plattformen im Hinblick auf den böswilligen Missbrauch von Informationstechnologie durch ausländische Akteure, mit besonderem Augenmerk auf die Verbesserung der Transparenz bei der Nutzung und der Verhinderung der illegalen Nutzung personenbezogener Daten und der Verletzung der Privatsphäre.
  • Förderung des öffentlichen Lernens und des Bürgerbewusstseins mit dem Ziel, kritische Denkfähigkeiten und Medienkompetenz in Bezug auf absichtlich irreführende Informationen zu fördern und die Sicherheit im Internet zu verbessern.
  • In Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen ein hohes Maß an Transparenz über die Finanzierungsquellen für politische Parteien und alle Arten von politischer Werbung, insbesondere während des Wahlkampfes, zu gewährleisten.

*Die ‘Gruppe der Sieben‘ ist ein informeller Zusammenschluss der großen westlichen Industrienationen Deutschland (Einwohner: 82 Mio./Bruttoinlandsprodukt: 3,3 Bio. Euro), Frankreich EW: 67 Mio./BIP: 2,3 Bio. Euro), Großbritannien (EW: 65 Mio./BIP: 2,3 Bio. Euro), Italien (EW: 61 Mio./BIP: 1,7 Bio. Euro), Japan (EW: 126 Mio./BIP: 5,2 Bio. USD), Kanada (EW: 37 Mio./BIP: 1,8 Bio. USD) und USA (EW: 328 Mio./BIP: 20,4 Bio. USD). Die Bevölkerung der G7 entspricht rund 10 Prozent der Weltbevölkerung (2017: 7,55 Mrd. Menschen). Das Bruttoinlandsprodukt der G7 entspricht rund 50 Prozent des weltweiten BIP (2017: 80 Bio. USD).

Das komplette Dokument lesen Sie hier g7.gc.ca.

Urs P. Gasche, Publizist und Journalist, über die Einmischung bei Wahlen in andere Länder im Zeitraum 1946 bis 2000 durch USA (81-mal) und UDSSR/Russland (36-mal) lesen Sie hier infosperber.ch