Ungleichheit würgt soziale Mobilität ab

15.06.2018/EG aus der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris

OECD-Studie: Deutschland fällt u. a. durch die relativ hohe Zahl der Langzeitarbeitslosen sowie den hohen Anteil der Teilzeitbeschäftigten mit befristeten Verträgen oder zu niedrigen Löhnen auf

In Deutschland haben 42 Prozent der Söhne von geringverdienenden Vätern selbst einen niedrigen Verdienst. Lediglich neun Prozent schaffen es in die höchste Verdienstgruppe. Elf Prozent der Kinder mit niedrig gebildeten Eltern erreichen einen tertiären Abschluss. Dagegen erreichen 53 Prozent der Kinder aus Familien mit tertiären Abschluss ebenfalls einen tertiären Abschluss.

Zur Verbesserung der Situation in Deutschland empfiehlt die OECD

  • weitere Investitionen in die ganztägige Kinderbetreuung sowie in die frühkindliche Bildung
  • den Ausbau des Nachmittagsunterrichts an Schulen und die spätere Trennung von Schülern in der mehrgliedrigen Sekundarstufe
  • die Reduzierung der Abgabenquote für Gering- und Mittelverdiener
  • die Erhöhung der Anreize zur Vollbeschäftigung für Zweitverdiener und
  • die Reform der Erbschaftssteuer zur Abmilderung der hohen Vermögenskonzentration.

Den kompletten Bericht lesen Sie hier oecd.org.

Zum Thema

Institut für Weltwirtschaft (IfW): Sozialer Aufstieg ist in Deutschland schwieriger als bislang vermutet

„In Deutschland hängt der soziale Status einer Person maßgeblich vom sozialen Status der Vorfahren ab. Etwa lassen Bildungsgrad oder Berufsstand der Ur-Großeltern noch auf den ihrer Nachfahren heute in der vierten Generation schließen. Soziale Ungleichheit baut sich also sehr viel langsamer ab als bislang geglaubt. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie unter Beteiligung des IfW.“ ifw-kiel.de

Was uns die Ungleichheit wirklich kostet werner-vontobel.ch.