Schlagwort: Demokratie

  • Weltweite Umfrage: 66 % sympathisieren mit der Volksabstimmung

    18.10.2017/EG aus der Denkfabrik Pew Research Center, Washington

    Globale, breite Unterstützung für die repräsentative und direkte Demokratie aber auch andere Modelle überzeugen

    In den letzten Jahren hat sich weltweit eine wachsende Sorge um die Zukunft der Demokratie verbreitet. Die ermutigten Autokraten und die aufstrebenden Populisten haben die Annahmen über die künftige Entwicklung der liberalen (in den USA ein Begriff der Verantwortung für das Sozialwesen) Demokratie erschüttert, sowohl in Ländern, in denen sie noch nicht gedeihen konnte, als auch in Ländern, in denen sie sich stark zu verankern schien. Wissenschaftler haben eine globale „demokratische Rezession“ dokumentiert, und einige warnen jetzt davor, dass selbst alteingesessene und stabile Demokratien ihr Engagement für die Freiheit verlieren und in Richtung einer autoritäreren Politik abrutschen könnten.

    Wissenschaftler des Pew Research Center stellten am Montag (16.) die Ergebnisse einer Umfrage zu Regierungsformen vor, die im Zeitraum Februar bis Mai 2017 unter 41.953 Befragten in 38 Ländern durchgeführt wurde. Danach betrachten 78 Prozent der Befragten die repräsentative Demokratie als eine sehr gute oder auch nur teilweise gute Art und Weise, ihr Land zu regieren. Eine hohe Akzeptanz (66 Prozent) erreichte auch die direkte Demokratie (Volksabstimmung). Jeder Zweite (49 Prozent) könnte sich ein Expertengremium vorstellen. Für 26 Prozent wäre ein Alleinherrscher und für 24 Prozent eine Militärregierung denkbar. pewglobal.org

  • Verbreitung des Populismus in westlichen Ländern

    15.10.2017/EG aus dem wirtschaftspolitischen Blog VOXEU, London

    Für die Wirtschaftswissenschaftler Luigi Guiso, Helios Herrera, Massimo Morelli und Tommaso Sonno, sind ökonomische Gründe die wichtigsten Ursachen der aktuellen Welle des Populismus

    Populismus – links und rechts – ist in letzter Zeit zu einer mächtigen Kraft in der westlichen Politik geworden. In dieser Kolumne wird anhand von individuellen Daten zu politischen Einstellungen argumentiert, dass wirtschaftliche Triebkräfte die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Nachfrage nach und das Angebot populistischer Parteien sind. Jüngste Daten zeigen auch, dass sich ihre politischen Konkurrenten dem Populismus anpassen, wenn diese Parteien Unterstützung finden.

    Die Krisen der 70er Jahre waren hauptsächlich Marktkrisen, während es in den 90er Jahren Regierungskrisen gab, während die Märkte florierten. In den letzten zehn Jahren waren weder die Märkte noch die Regierungen in der Lage, wirtschaftliche Sicherheit zu garantieren. Dies hat das Vertrauen in traditionelle politische Parteien und Institutionen erschüttert. Infolgedessen hat die Angst zugenommen, die durch andere Bedrohungen wie Massenmigration verstärkt wurde.

    Die Forscher gehen von drei Definitionsmerkmale des Populismus aus:

    • Populisten behaupten, das Interesse der Bürger gegen die Eliten zu fördern.
    • Populisten begünstigen die Angst und den Enthusiasmus der Menschen.
    • Populisten fördern eine Politik, die einen scheinbar kurzfristigen Schutz bieten, ohne Rücksicht auf die langfristigen Folgen für das Land. ↗voxeu.org
  • Buchtipp: Trügerische Sicherheit

    13.10.2017/EG

    Peter Schaar: Trügerische Sicherheit
    Wie die Terrorangst uns in den Ausnahmezustand treibt

    Sachbuch (Bürgerrechte, Demokratie, Recht, Sicherheit, Kriminalität, Politik)

    Terrorakte, Kriminalität und Zuwanderung erschrecken viele Menschen zutiefst – auch wenn die faktische Bedrohung für den Einzelnen kaum messbar ist. Der renommierte Datensicherheitsexperte Peter Schaar kann nachweisen: Die Maßnahmen des Anti-Terror-Kampfes haben kaum zu Erfolgen geführt. Aber sie unterhöhlen schleichend die Bürgerrechte.
    Längst sind nicht mehr nur Länder mit autokratischen Regimen von solchen Einschränkungen betroffen: Während wir uns über willkürliche Verhaftungen in der Türkei empören, vergessen wir, dass (mehr …)

  • Katalonien: Antworten zu einem alten Konflikt

    11.10.2017/EG aus dem Blog von Raul Zelik, Berlin

    Raul Zelik, Politikwissenschaftler, über die (politischen) Bedürfnisse der Katalanen und die Machtpolitik der spanischen Zentralregierung

    „In den Diskussionen dieser Tage tauchen immer wieder dieselben Thesen auf: Die reichen Katalanen wollen nicht teilen, die Regierung Puigdemont handelt unverantwortlich, sollte man nicht besser auf eine Reform innerhalb Spaniens setzen?“ raulzelik.net

  • Video-Tipp: Perspektiven der Demokratie

    08.10.2017/EG aus dem Medium ‘acTVism‘, München

    Katharina Nocun, Netzaktivistin, über Gefahren und Möglichkeiten der Digitalisierung

    Das Video ist der vierte Teil der Serie Perspektiven der Demokratie: Herausforderungen und Potentiale, ein gemeinsames Projekt von acTVism Munich und Mehr Demokratie e.V.. Katharina Nocun, Netzaktivistin und Bloggerin, spricht über die Bedeutung von Wahlen und Freiheit in der Demokratie sowie die Gefahren und Möglichkeiten der Digitalisierung. actvism.org (Video 26 Minuten)