Schlagwort: Steuer

  • Bundesregierung lobt Steuersystem

    21.09.2018/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

    Bundesregierung bewertet Steuer-, Abgaben- und Transfersystem als „leistungsfähig und fair“

    „Aus Sicht der Bundesregierung verfügt Deutschland insgesamt über ein leistungsfähiges und faires Steuer-, Abgaben- und Transfersystem, das den sozialen Zusammenhalt stärkt und zugleich ausreichende Leistungsanreize sichert. Den Steuern und Abgaben stehen ein für ein hochentwickeltes Industrieland angemessenes Niveau an öffentlichen Leistungen und ein gut ausgebautes soziales Sicherungssystem gegenüber. Gleichzeitig setzt die Bundesregierung auf gezielte, anreizstärkende Optimierungen der Transfersysteme und wachstumsfreundliche, gerechte Steuer- und Abgabensenkungen.“ bundestag.de (Punkt 5)

    Zum Thema

    Rente: Anteil der ruhend gestellten Riester-Verträge wird aktuell auf rund 20 Prozent geschätzt bundestag.de

    Kinderarmut: Nicht einmal 15 Prozent der 6- bis unter 15-Jährigen profitieren von Teilhabeleistungen der-paritaetische.de

    Ungleichheit: „Die oberen Einkommensschichten tragen den Großteil der Steuerlast“ steuermythen.de

    Reichtum: Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland erreicht Ende 2017 fast 5,9 Billionen Euro (+ 5 % gegenüber 2016) ↗bundesbank.de

    Parteienfinanzierung: Beispiele privilegierter Finanzierungsformen von Parteien zweitlese.de

    Steuervermeidung: Mangelhafte Gesetze ermöglichen ‘legale‘ Steuervermeidung zweitlese.de

  • Wohnungsbau: Restaurative Schizophrenie

    10.09.2018/EG aus der Zeitschrift MERKUR, Berlin

    Philipp Oswalt, Architekt und Publizist, über die politisch gesteuerte Verwendung von Steuermittel für Luxusimmobilien statt Sozialwohnungen

    „Manchmal passieren erstaunliche Dinge vor aller Augen, ohne dass sie bemerkt werden. So dieser Tage in Frankfurt am Main, wo gerade in zentraler Lage ein kleines Neubauviertel mit 35 Wohnhäusern, einigen Gewerbeeinheiten sowie einer öffentlichen Einrichtung fertiggestellt wird. Die Ein- und Zweifamilienhäuser in hochwertiger Ausführung fallen mit Gesamtkosten von etwa 15 000 Euro je Quadratmeter inklusive Grundstückskosten und Erschließung in das Luxussegment des Wohnungsmarkts. Die gutbetuchten Käufer dieser Immobilien mussten allerdings mit 5000 bis 7000 Euro pro Quadratmeter nicht einmal die Hälfte der Kosten tragen, denn die Stadt schoss aus Steuergeldern etwa 9000 Euro pro Quadratmeter zu.“ ↗merkur-zeitschrift.de

  • Internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beeinflussen EU-Politik

    10.07.2018/EG aus der Nichtregierungsorganisation Corporate Europe Observatory (CEO), Brüssel

    „Big Four“ (Deloitte, EY, KPMG und PwC) beraten – politische und unternehmerische – Entscheider der EU in Fragen zur Steuervermeidung / 142 der 160 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland werden von den „Big Four“ geprüft

    „Die „Big Four“ erhalten jedes Jahr von der Europäischen Kommission öffentliche Aufträge im Wert von dutzenden Millionen Euro – darunter fallen auch Aufträge im Bereich der Steuerpolitik. Die Generaldirektion für Steuern und Zollunion zahlte 2014 für verschiedene Studien und Analysen in den Bereichen Steuern und Zölle insgesamt mehr als sieben Millionen Euro an PwC, Deloitte und EY. Die Beratungsunternehmen unterstützen also einerseits die Steuervermeidung in großem Stil und werden andererseits für Studien bezahlt, die als Grundlage für Gesetze zur Einschränkung von Steuervermeidung dienen. Daran änderte sich auch nichts, als durch den Lux-Leaks-Skandal bekannt wurde, dass die „Big Four“ Unternehmen bei der Steuervermeidung unterstützt hatten. Im Januar 2018 erhielten PwC, Deloitte und KPMG Aufträge im Wert von 10,5 Millionen Euro für Studien zum Thema Steuern und Zölle – ungeachtet dieser Interessenkonflikte. Darüber hinaus beauftragt die Kommission Steuerberater für Beratungsleistungen zu genau den Steuermaßnahmen, gegen die dieselben Berater ansonsten Lobbyarbeit betreiben. So hatte man zum Beispiel von Deloitte Studien zum Thema Verrechnungspreise angefordert – eine Methode, die multinationale Unternehmen zur Steuervermeidung nutzen – obwohl Deloitte seinen Firmenkunden zur Nutzung von Verrechnungspreisen rät und sich gegen eine striktere Regulierung dieser Praxis eingesetzt hatte.“

    Den kompletten Report lesen Sie hier corporateeurope.org.

    Zum Thema

    Ergänzende Informationen, u. a. über die Lobbyarbeit der WP-Gesellschaften sowie die Mandate von Ökonomen, Politikern und Richtern bei den WP-Gesellschaften lesen Sie hier:

    • Deloitte lobbypedia.de
    • EY lobbypedia.de
    • KPMG lobbypedia.de
    • PwC lobbypedia.de
  • Unlautere Finanzflüsse fördern soziale Ungleichheit

    28.06.2018/EG aus dem Medium JOURNAL21, Zürich

    Schweizer Regierung bleibt wirksame Maßnahmen gegen illegale Geldflüsse weiter schuldig / Schweizer Banken verwalteten 2017 ausländische Vermögen in Höhe von rund 2,6 Billion Euro

    Das Risiko, dass Konzerne ihre Schweizer Firmensitze für Gewinnverschiebungen von Süd nach Nord und entsprechende Steuervermeidung auf Kosten des Fiskus in Entwicklungsländern nützen, ist groß. Gemäß Schätzungen des Internationalen Währungsfonds gehen den Ländern des Südens dadurch jährlich bis zu 200 Milliarden Dollar an potentiellem Steuersubstrat verloren. journal21.ch

  • 2014 erzielten 18.999 Steuerpflichtige ein Einkommen von über 1 Mio. Euro

    21.06.2018/EG aus dem Statistischen Bundesamt (Destatis), Wiesbaden

    Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2014: 8,4 % mehr Einkommensmillionäre als 2013 / Gini-Koeffizient* beträgt bei der festgesetzten Einkommensteuer 0,739

    Im Jahr 2014 hatten 18.999 von allen in Deutschland erfassten lohn- und einkommensteuerpflichtigen Einkünfte von mindestens einer Million Euro – das waren knapp 1.600 Steuerpflichtige mehr als 2013.
    Die komplette Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2014 lesen Sie hier ↗destatis.de

    *Der Gini-Koeffizient nimmt einen Wert von 0 bei einer gleichmäßigen Verteilung und 1 bei maximaler Ungleichverteilung an.