17.10.2018/EG aus der Nationalen Armutskonferenz (NAK), Berlin

NAK legt dritten Schattenbericht zur Armut in Deutschland vor: 2004 bis 2014 stieg der Anteil der „working poor“ an allen Erwerbstätigen auf 9,6%

Barbara Eschen, NAK-Sprecherin: „Armut stört. Armut stört Eltern, wenn sie ihre Kinder nicht mit genug Schulsachen ausstatten können; Obdachlose, die auf der Straße verelenden; angzeitarbeitslose Menschen, die sich seit Jahren vergeblich um einen guten Arbeitsplatz bewerben. Armut stört viele Menschen empfindlich in ihrem Leben.

Aber Armut wird auch übersehen, übergangen, geleugnet, beschimpft und bestenfalls gelindert. Menschen, die von Armut betroffen sind, fühlen sich in Behörden oft gemaßregelt und bevormundet. In den Medien, an den Stammtischen wird darüber gestritten, wer als arm gilt und was ihm und ihr dann zusteht oder eben nicht. Hartz IV sichert das soziokulturelle Existenzminimum nicht, auch wenn einzelne Politiker*innen behaupten, der Regelsatz bewahre vor Armut. Prekäre Beschäftigung oder alleinerziehend zu sein, sind wesentliche Armutsrisiken, von denen 16,2 Prozent der Bevölkerung betroffen sind.“

Den Schattenbericht der NAK lesen Sie hier nationale-armutskonferenz.de.

Die Nationale Armutskonferenz (nak) ist ein Bündnis von in Deutschland tätigen bundesweiten Organisationen.Zu den Mitgliedern gehören Gewerkschaften, Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege sowie bundesweit tätige Fachverbände und Selbsthilfeorganisationen.