Schlagwort: Steuer

  • Buchtipp: Der Triumph der Ungerechtigkeit

    28.02.2020/EG

    Emmanuel Saez, Gabriel Zucman: Der Triumph der Ungerechtigkeit
    Steuern und Ungleichheit im 21. Jahrhundert

    Sachbuch (Gesellschaft, Kapitalismus, Politik, Steuervermeidung, Ungleichheit)

    Bekanntlich sind auf der Welt nur zwei Dinge sicher: der Tod und die Steuern. Allerdings scheint Benjamin Franklins Bonmot nicht für alle zu gelten. Multinationale Großkonzerne entwickeln immer ausgeklügeltere Methoden, um ihre Gewinne am Fiskus vorbeizuschleusen, Steuerparadiese unterbieten sich in der Konkurrenz um die Gelder Wohlhabender. In den USA müssen Milliardäre dank Trumps Reformen inzwischen weniger an den Staat abtreten als ihre Assistenten.
    Die beiden Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman rekonstruieren, wie es zu dieser Ungerechtigkeit kommen konnte. Sie erklären Steuervermeidungsstrategien, zeigen auf, wie Steuerungerechtigkeit und Ungleichheit miteinander verbunden sind, und formulieren Vorschläge für gerechtere Abgabensysteme in einer globalisierten Welt. Wir müssen verhindern, so die renommierten Ungleichheitsforscher, dass eine Konzentration des Reichtums in den Händen weniger die demokratischen Entscheidungen vieler aushebelt. (mehr …)

  • Aktivitäten zur Steuervermeidung

    20.02.2020/EG
    Quelle: Netzwerk Steuergerechtigkeit, Berlin

    Schattenfinanzindex 2020: Deutschland hat einen Anteil von über 4,71 % am globalen Markt für Offshore-Finanzdienstleistungen mit deutlichen Verbesserungen gegenüber 2018

    Geldwäsche
    „Als große und stabile Wirtschaft mit intensiver Nutzung von Bargeld und einem boomenden Immobiliensektor zieht Deutschland erhebliche Geldwäscheaktivitäten an. (…). Schätzungen zufolge könnten in Deutschland jährlich 29-109 Milliarden Euro aus nationalen und internationalen kriminellen Aktivitäten gewaschen werden.“

    Steuerprüfung
    „Die Zahl der Steuerprüfer und Steuerfahnder ist trotz einer geschätzten Unterbesetzung von 3.000 Prüfern und 500 Steuerfahndern, die die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für 2017 schätzt, konstant geblieben. Die Prüfungshäufigkeit der Unternehmen (vor allem der kleineren) ist in den letzten 10 Jahren konstant geblieben, aber die zusätzlichen Einnahmen aus den Prüfungen sind um 30 Prozent zurückgegangen. Die Prüfungsquote individueller Steuerzahler mit einem Einkommen von mehr als 500.000 Euro ist von 15 % im Jahr 2009 auf 10 % im Jahr 2018 zurückgegangen.“

    Cum-Ex
    „Seit 2014 haben mehrere Finanzgerichte Cum-Ex-Transaktionen für illegal selbst unter den mängelbehafteten Gesetzen befunden. (…). Im verwandten Cum-Cum-Skandal arbeiteten deutsche Banken mit ausländischen Investoren zusammen, um fällige Steuern in Milliardenhöhe zu vermeiden und anschließend die Gewinne zu teilen. Insgesamt summieren sich die geschätzten Steuerverluste durch Cum-Ex und Cum-Cum auf etwa 34,6 Milliarden Euro. Bislang wurden von den 10-12 Milliarden Euro, die auf Cum-Ex-Geschäfte zurückzuführen sind, 2,4 Milliarden Euro wieder zurückgewonnen oder gar nicht erst ausgezahlt. Zahlreiche Fälle sind allerdings bereits verjährt. Offizielle Zahlen zu Schäden durch Cum-Cum-Geschäfte existieren nicht.“

    Den Bericht lesen Sie hier ↗netzwerksteuergerechtigkeit.files.wordpress.com.

    Zum Thema

    Nach Kenntnis der Bundesregierung summieren sich die Volumina mit Cum-Ex-Bezug auf 5,4 Milliarden Euro. Die Rückstellungen der Finanzinstitute, im Zusammenhang mit steuerlichen bzw. strafrechtlichen Verfahren mit Cum-Ex-Bezug, belaufen sich 528 Millionen Euro. bundestag.de

  • Flüchtlingsdebatte: Leistungen für Asylbewerber

    04.02.2020/EG
    Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

    Flucht und Vertreibung verursacht hohe Kosten – für Flüchtlinge und Aufnahmeländer / Auch 2019 kamen die meisten Antragsteller aus Syrien

    Wie die Bundesregierung mitteilt, erhielten im Jahr 2009 rund 122.000 Asylbewerber (Netto-)Leistungen in Höhe von 766 Millionen Euro bzw. rund 6.300 Euro je Asylbewerber nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Für das Berichtsjahr 2018 meldet die Bundesregierung (Netto-)Leistungen in Höhe von 4,66 Milliarden Euro für 413.000 Asylbewerber bzw. rund 11.300 Euro je Asylbewerber. bundestag.de

    Zum Thema

    Ergänzende Daten (Asylanträge, Herkunftsländer, …) siehe mediendienst-integration.de.

    Faktenblatt zur Einwanderung in Deutschland svr-migration.de.

  • Standortqualität im Sinne von ‘Familienunternehmen‘

    16.01.2019/EG
    Quelle: Stiftung Familienunternehmen, München

    Studie „Länderindex Familienunternehmen – Standortfaktoren in Emerging Markets“ macht unternehmerische Investitionsentscheidungen von standortunabhängigen Unternehmen sichtbar / Ergebnis: Russland, Türkei und China erringen die ersten drei Plätze im Standortranking

    Nach Angaben der Autoren finden große Familienunternehmen in den Emerging Markets (Schwellenländer) ein Umfeld vor, „das diesem Sektor etwa in Bezug auf Steuern, Regulierung, Energie- oder Arbeitskosten interessante Entwicklungsmöglichkeiten bietet“.
    Die vom ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH, Mannheim, erstellte Studie umfasst die Themengebiete „Steuern“, „Arbeitskosten, Produktivität, Humankapital“, „Regulierung“, „Finanzierung“, „Infrastruktur“, „Institutionen“ und „Energie“.
    Die Studie lesen Sie hier ↗familienunternehmen.de.

    Zum Thema

    Die gemeinnützige „Stiftung Familienunternehmen“ ist nach eigenen Angaben eine wirtschaftlich und politisch unabhängige Initiative von Familienunternehmen. Die Satzung lesen Sie hier familienunternehmen.de.

    Ein Forscherteam vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) hat sich im Jahr 2016 mit 61 unternehmensnahe Stiftungen, die im Bereich Wissenschaft tätig sind, befasst. Ergebnis: „Sie attestieren der Mehrzahl der Stiftungen „eine elitäre Ausrichtung“ und Intransparenz und stellen fest, dass sich die Arbeit der Stiftungen häufig mit den Interessen der verbundenen Unternehmen überschneidet. Schon länger haben auch wir Stiftungen als Lobbyakteure im Blick – so etwa die Stiftung Familienunternehmen und ihre Lobbyarbeit für Hochvermögende im Zuge der Erbschaftssteuer oder die …“ lobbycontrol.de

    Ergänzende Informationen über die „Stiftung Familienunternehmen“ lesen Sie hier lobbypedia.de.

  • Regierungen vernachlässigen Daten zur Ungleichheit

    08.01.2020/EG
    Quelle: Project Syndicate, New York

    Thomas Piketty, Lucas Chancel, Facundo Alvaredo, Emmanuel Saez, Gabriel Zucman und weitere Wissenschaftler rufen die Zivilgesellschaft, Medien, Regierungen und die akademische Gemeinschaft auf, sich den Bemühungen anzuschließen, die Verfügbarkeit von Daten zur Ungleichheit zu schaffen:

    „Wir leben im dunklen Zeitalter der Ungleichheitsstatistik. Mehr als ein Jahrzehnt nach der „Großen Rezession“ sind die Regierungen immer noch nicht in der Lage, die Entwicklung von Einkommen und Vermögen genau zu verfolgen. Statistische Ämter erstellen Einkommenswachstumsstatistiken für die Gesamtbevölkerung (volkswirtschaftliche Gesamtrechnung), aber nicht für die „Mittelschicht“, die „Arbeiterklasse“ oder die reichsten 1% und 0,1%. In einer Zeit, in der Google, Facebook, Visa, Mastercard und andere multinationale Unternehmen intime Details über unser Privatleben kennen, erfassen die Regierungen immer noch nicht die grundlegendsten Statistiken über die Verteilung von Einkommen und Vermögen, geschweige denn veröffentlichen sie diese.
    (…).
    Viele fortgeschrittene Volkswirtschaften haben die Anzahl der jährlich durchgeführten Steuerprüfungen reduziert, was den Zugang zu dieser wichtigen Informationsquelle und deren Analyse erschwert. Ebenso sind mit dem Auslaufen der progressiven Steuern auf Kapitaleinkommen und der Aufhebung der Vermögens- und Erbschaftssteuern einige der grundlegendsten Datenquellen zur Vermögensungleichheit verschwunden.“ project-syndicate.org

    Zum Thema

    WID-Ungleichheits-Transparenzindex wid.world

    UN-Bericht über die Ungleichheiten in der menschlichen Entwicklung im 21. Jahrhundert: Im Zeitraum 1980 bis 2017 lag in Deutschland das Einkommenswachstum der unteren 40 Prozent bei 21,2 Prozent, das der TOP-1-Prozent bei 97,9 Prozent. ↗hdr.undp.org (siehe Tabelle Seite 122)