Autor: 8dF1v0

  • OECD: Einkommensungleichheit ist in Deutschland deutlich gestiegen

    19.10.2017/EG aus der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris/Berlin

    OECD: Deutschland hat das größte geschlechtsspezifische Rentengefälle unter den OECD-Ländern / Bedarf an Hoch- und Geringqualifizierten steigt – Bedarf an Mittelqualifizierten sinkt

    Der aktuelle OECD-Bericht ‘Preventing Ageing Unexpected‘ gibt an, wie sich die beiden globalen Megatrends Bevölkerungsalterung und wachsende Ungleichheiten innerhalb und über Generationen hinweg entwickelt und interagiert haben:

    Gemäß OECD-Bericht nehmen in Deutschland die Risiken der Ungleichheit im Alter zu, obwohl Einkommensunterschiede zwischen den in den 1950er und 1980er Jahren Geborenen um schätzungsweise mehr als 10 Prozent zugenommen haben (drei Prozentpunkte des Gini-Koeffizienten), was einer ähnlichen Zunahme der in den 1920er und 1950er Jahren Geborenen entspricht. Auch die Armutsraten der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sind in den letzten Jahrzehnten gestiegen, während sie im Rentenalter zurückgegangen sind.

    Ein wichtiger Grund für die Zunahme der Ungleichheit ist, dass (mehr …)

  • Weltweite Umfrage: 66 % sympathisieren mit der Volksabstimmung

    18.10.2017/EG aus der Denkfabrik Pew Research Center, Washington

    Globale, breite Unterstützung für die repräsentative und direkte Demokratie aber auch andere Modelle überzeugen

    In den letzten Jahren hat sich weltweit eine wachsende Sorge um die Zukunft der Demokratie verbreitet. Die ermutigten Autokraten und die aufstrebenden Populisten haben die Annahmen über die künftige Entwicklung der liberalen (in den USA ein Begriff der Verantwortung für das Sozialwesen) Demokratie erschüttert, sowohl in Ländern, in denen sie noch nicht gedeihen konnte, als auch in Ländern, in denen sie sich stark zu verankern schien. Wissenschaftler haben eine globale „demokratische Rezession“ dokumentiert, und einige warnen jetzt davor, dass selbst alteingesessene und stabile Demokratien ihr Engagement für die Freiheit verlieren und in Richtung einer autoritäreren Politik abrutschen könnten.

    Wissenschaftler des Pew Research Center stellten am Montag (16.) die Ergebnisse einer Umfrage zu Regierungsformen vor, die im Zeitraum Februar bis Mai 2017 unter 41.953 Befragten in 38 Ländern durchgeführt wurde. Danach betrachten 78 Prozent der Befragten die repräsentative Demokratie als eine sehr gute oder auch nur teilweise gute Art und Weise, ihr Land zu regieren. Eine hohe Akzeptanz (66 Prozent) erreichte auch die direkte Demokratie (Volksabstimmung). Jeder Zweite (49 Prozent) könnte sich ein Expertengremium vorstellen. Für 26 Prozent wäre ein Alleinherrscher und für 24 Prozent eine Militärregierung denkbar. pewglobal.org

  • NO2: Abgase gefährden eher Menschen der Unterschicht?

    17.10.2017/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

    Menschen mit geringem sozioökonomischem Status wohnen häufiger an einer stark oder extrem stark befahrenen Straße

    Frage 2: „Welche Personengruppen sind nach Einschätzung der Bundesregierung besonders gefährdet, durch Emissionen von Dieselkraftfahrzeugen Gesundheitsschäden zu erleiden?“

    Antwort der Bundesregierung: „Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft gelten für den Schadstoff NO2 Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma und chronischer obstruktiver Lungenerkrankungen (chronic obstructive pulmonary disease (COPD)), Schwangere und deren Ungeborene, Kinder und ältere Menschen als besonders gefährdet. Nach Ergebnissen bundesweit repräsentativer Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) und des Robert Koch-Instituts (RKI) wohnen Menschen mit geringem sozioökonomischem Status häufiger an einer stark oder extrem stark befahrenen Straße als Personen der mittleren und oberen Statusgruppe.“ bundestag.de

  • Regierungen befeuern Ungleichheit

    17.10.2017/EG aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, Duisburg

    Sozialwissenschaftler Gerhard Bosch und Thorsten Kalina, Institut Arbeit und Qualifikation Universität Duisburg-Essen, über die wachsende Ungleichheit in der Prosperität

    „Die Einkommensunterschiede in Deutschland haben in den letzten 20 Jahren stärker als in vielen anderen europäischen Ländern zugenommen. Vor allem seit Mitte der 90er Jahre bis 2005, also noch vor den Hartz-Gesetzen, nahm die Ungleichheit zu. Trotz des starken Beschäftigungsaufschwungs seit 2004 mit einer Zunahme der Zahl der Beschäftigten um 4,6 Millionen Personen kam dieser Prozess nicht zum Stillstand. (…)

    Den wichtigsten Grund für die Ausdifferenzierung der Markteinkommen sehen die Autoren in der abnehmenden Tarifbindung, die überhaupt erst die Entstehung eines großen Niedriglohnsektors in Deutschland möglich gemacht hat. Entscheidend dafür waren die abnehmende Verhandlungsmacht der Gewerkschaften nach der Wiedervereinigung, die wachsenden Chancen von Unternehmen, aus Tarifverträgen auszuscheren, die zunehmende Auslagerung von Tätigkeiten in nicht tarifgebundene Unternehmen oder auf nicht an deutsche Tarife gebundene Werkvertragnehmer vor allem aus Osteuropa wie auch die Produktmarktderegulierungen der EU in den 90er Jahren.

    Die verteilungspolitische Wende in Deutschland, die seit Anfang 2000 zu einer Absenkung der progressiven Einkommenssteuer, einer Anhebung der indirekten, regressiv wirkenden Steuern und einer Absenkung von Sozialleistungen geführt hat, ist ein weiterer wichtiger Erklärungsfaktor für die wachsende Ungleichheit der verfügbaren Haushaltseinkommen.“ ↗iaq.uni-due.de

  • TV-Tipp: Roundup, der Prozess

    17.10.2017/EG aus dem Kultursender ‘arte‘, Strasbourg/Kehl

    arte, ab 20:15 Uhr: Dokumentation über die katastrophalen Folgen des Wirkstoffes Glyphosat mit Beiträgen von Wissenschaftlern

    ‘Roundup‘ ist unter diesem und anderen Markennamen das weltweit am meisten gespritzte Pflanzenschutzmittel. Vierzig Jahre nach dessen Markteinführung wurde sein Wirkstoff Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. Vor dem Hintergrund der in der Europäischen Union anstehenden Entscheidung über ein Glyphosat-Verbot geht die Doku dem Skandal auf den Grund. ↗arte.tv