Schlagwort: Wirtschaft

  • Standortwettbewerb: Steuervermeidung könnte für Konzerne schwieriger werden, wenn …

    01.06.2019/EG
    Quelle: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris

    Internationale Gemeinschaft verabschiedete Arbeitsprogramm zur Besteuerung multinationaler Unternehmen / G20-Finanzminister sollen es beim Treffen am 08. und 09. Juni in Japan billigen

    Die 129 Mitglieder des OECD/G20 und die BEPS-Arbeitsgruppen verabschiedeten ein Arbeitsprogramm, das einen Prozess für den Abschluss eines neuen globalen Abkommens zur Besteuerung multinationaler Unternehmen festlegt.
    Im Jahr 2015 schätzte die OECD die Einnahmenverluste durch Steuervermeidungsstrategien auf bis zu 240 Milliarden US-Dollar und gründete die BEPS-Arbeitsgruppen. ↗oecd.org

    BEPS
    Die Erosion der Grundversorgung und Gewinnverlagerung (BEPS) bezieht sich auf Steuervermeidungsstrategien, die Lücken und Unstimmigkeiten in den Steuervorschriften ausnutzen, um Gewinne künstlich an Niedrig- oder Nichtsteuerstandorte zu verlagern. Im Rahmen des OECD/G20 „Inclusive Framework on BEPS“ arbeiten über 125 Länder und Jurisdiktionen zusammen, um die BEPS-Maßnahmen umzusetzen und BEPS anzugehen.

    Anbieter von Steuervermeidungspraktiken in der EU
    18 EU-Länder praktizieren schädliche Steuerpraktiken: Belgien, Cypern, Estland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Slowakei, Spanien, Ungarn. ↗oxfam.de

    OECD
    Die 1961 gegründete OECD ist eine internationale Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit 36 Mitgliedstaaten. Das erklärte Ziel der OECD ist es, Politik zu gestalten, die Wohlstand, Gleichberechtigung, Chancen und Wohlstand für alle fördert. Wie? Zum Beispiel durch die Bekämpfung der internationalen Steuerhinterziehung – seit 1961.

    G20
    Die 1999 gegründete „Gruppe der Zwanzig“ ist ein informeller Zusammenschluss aus 19 Staaten und der Europäischen Union. Das Forum der einflussreichsten Länder thematisiert ‘Probleme‘ des internationalen Wirtschafts- und Finanzsystems.

  • Buchtipp: Wirtschaftswachstum und soziale Frage

    31.05.2019/EG

    Simon Mugier: Wirtschaftswachstum und soziale Frage
    Zur soziologischen Bedeutung der ökonomischen Theorie von Hans Christoph Binswanger

    Sachbuch (Gesellschaft, Wirtschaft)

    Simon Mugier untersucht, welche ökonomischen und soziologischen (Vor-)Urteile bisher daran hindern, die umfassende gesellschaftliche Bedeutung der Theorie der Wachstumsspirale anzuerkennen. Er entdeckt dabei auch weniger offensichtliche Implikationen, die mit der sozialen Frage zusammenhängen. Das Wirtschaftswachstum schadet nicht nur der Umwelt, sondern korrumpiert auch systematisch die gesellschaftliche Solidarität.
    Hans Christoph Binswanger (1929-2018) gilt als Pionier der Umweltökonomie. Aber er scheint mit seinem wissenschaftlichen Kernanliegen bisher weitgehend unverstanden. Seine Theorie der «Wachstumsspirale» kritisiert die neoklassisch geprägte Mainstream-Ökonomie fundamental. (mehr …)

  • Globalisierung: Akzeptanz schwindet

    28.05.2019/EG
    Quelle: ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, München

    ifo-Umfrage* unter 1.281 Wirtschaftsexperten in 119 Ländern: Globalisierung erreicht Grenzen der Akzeptanz in den USA und Teilen Europas

    „Unter den Europäern halten die Experten aus Frankreich ihre heimische Bevölkerung für besonders kritisch gegenüber der Globalisierung (85,2 Prozent), gefolgt von Tschechien (70,6), Österreich (69 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (67,5 Prozent). In Deutschland stimmten 63,6 Prozent der Experten der Aussage zu, in Ungarn 57,1, in der Schweiz 53,8 Prozent, in Bulgarien 53,9 Prozent, in Italien 53,1 Prozent und in Griechenland 52,1 Prozent, in Spanien 48,8 Prozent, in Russland 47,2 Prozent. Auch Australien ist so kritisch gegenüber der Globalisierung wie die Europäer mit 56,3 Prozent.“ ↗ifo.de

    *“Der genaue Wortlaut der Frage war: „Inwieweit stimmen Sie mit folgender Aussage überein: Die Globalisierung hat in der breiten Bevölkerung meines Landes die Grenzen ihrer Akzeptanz erreicht.“ Die sechs Antwortkategorien waren: völlig uneins / etwas uneins / weder zustimmen noch uneins / etwas zustimmen / völlig zustimmen / nicht wissen. Für den Ländervergleich auf der Weltkarte wurden die Anteile für „völlig einverstanden“ und „etwas einverstanden“ addiert und von der Summe der beiden Meinungsanteile „etwas uneins“ und „völlig uneins“ abgezogen. Diese Methodik ermöglicht einen allgemeinen Überblick darüber, ob die Einstellung zur Globalisierung im Land negativ oder positiv ist. Wir haben nur Länder einbezogen, aus denen wir mehr als 3 Antworten erhalten haben.“

    Das ifo Institut ist eine auf die Politikberatung ausgerichtete Wirtschaftsforschungseinrichtung. (mehr …)

  • „EU-Staaten drücken seit Jahren systematisch die Löhne“

    22.05.2019/EG
    Quelle: Werner Vontobel, Wirtschaftswissenschaftler und Publizist, Adliswil (Schweiz)

    Werner Vontobel: Wie soll die Schweiz damit umgehen, dass sie von Ländern umzingelt ist, die Lohndumping zum Geschäftsmodell gemacht haben?

    „Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat es bei ihrer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Kollege Alain Berset zurückhaltend formuliert: „Die Schweiz zeichnet sich gegenüber den Nachbarn dadurch aus, dass wir keine gespaltene Gesellschaft sind.“ Diese Spaltung zeigt sich etwa darin, dass in Italien die Löhne der unter 30jährigen seit 20 Jahren um 33% gesunken sind. In Österreich verdienen die Arbeiter/innen heute real 13% weniger als 1998 obwohl das BIP pro Kopf um 25% gestiegen ist. Fast 20% aller Deutschen sind von Armut bedroht. In Frankreich trägt der abgehängte Mittelstand gelbe Westen.“ ↗werner-vontobel.ch

  • Strompreisabgaben und -entwicklung

    20.05.2019/EG
    Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

    Anteil der von Bundesregierungen veranlassten „staatlichen Preisbestandteile“ beträgt rund 54 Prozent / 2017 wurden 343.865 Stromsperren durchgeführt

    Der prozentuale Anteil für sogenannte „staatlich veranlasste Preisbestandteile“ beträgt bei den Stromkosten rund 54 Prozent des durchschnittlichen Elektrizitätspreises für Haushaltskunden. Darin enthalten sind eine Konzessionsabgabe (5,4 Prozent), eine Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (22,7 Prozent), eine Stromsteuer (6,9 Prozent), eine Umsatzsteuer (16 Prozent), eine Umlage nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (1,2 Prozent), eine Umlage nach § 19 Stromnetzentgeltverordnung (1,2 Prozent), eine Offshore-Haftungsumlage (0,1 Prozent) sowie eine Umlage für abschaltbare Lasten (<0,1 Prozent).
    Nach Angaben der Bundesregierung stieg der Strompreis zwischen 2008 und 2018 um 39,7 Prozent von 21,39 Cent pro Kilowattstunde auf 29,88 Cent pro Kilowattstunde. ↗bundestag.de

    Zum Thema

    Kostenanstieg bei Netzentgelten

    Das Netzentgelt bildet mit durchschnittlich 25 Prozent inzwischen den größten Kostenbestandteil am Strompreis für private Verbraucher – noch vor der Erneuerbaren-Energien-Umlage (EEG-Umlage). Private Verbraucher bezahlen bereits heute schätzungsweise 600 bis 900 Millionen Euro zu viel Netzkosten im Jahr. ↗vzbv.de

    RUB/RWI-Studie: Subventionen für stromintensive Unternehmen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beeinflussen Zahlungsbereitschaft von privaten Haushalten

    „Ein großer Teil der Haushalte wäre bereit, den Ausbau der erneuerbaren Energien mit höheren Strompreisen zu finanzieren, wenn die Ausnahmeregelungen für stromintensive Unternehmen entfallen würden.

    Die aus Wettbewerbsgründen etablierte Ausnahmeregelung für energieintensive Unternehmen bei der EEG-Umlage sollte daher künftig aus Steuermitteln finanziert werden und nicht dadurch, dass die übrigen Stromverbraucher mehr zu bezahlen haben, meinen die Forscher.“ ↗rub.de