Schlagwort: Politik

  • Buchtipp: Der Osten: eine westdeutsche Erfindung

    22.10.2022/EG

    Dirk Oschmann: Der Osten: eine westdeutsche Erfindung

    Sachbuch (Gesellschaft, Medien, Politik)

    „Was bedeutet es, eine Ost-Identität auferlegt zu bekommen? Eine Identität, die für die rasant wachsende gesellschaftliche Spaltung verantwortlich gemacht wird? Der Attribute wie Populismus, ein mangelndes Demokratieverständnis, Rassismus, Verschwörungsmythen und Armut zugeschrieben werden? Der Leipziger Germanist Dirk Oschmann zeigt in seinem augenöffnenden Buch, dass der Westen sich über dreißig Jahre nach Mauerfall als Norm definiert und den Osten als Abweichung. Unsere Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden von westdeutschen Perspektiven dominiert. Pointiert durchleuchtet Dirk Oschmann, wie dieses Othering unserer Gesellschaft schadet und initiiert damit eine längst überfällige Debatte.“

    Autor

    Dirk Oschmann, geboren 1967 in Gotha, ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Leipzig.

    Ullstein Verlag, ISBN: 978-3-843-72916-1, E-Buch, 17 Euro

  • Friedensfähigkeit beginnt im Inneren

    10.10.2022/EG
    Quelle: Friedensgutachten.de

    Friedensforschungsinstitute erkennen in der demokratischen und rechtsstaatlichen Kontrolle von Sicherheitsbehörden eine zentrale Aufgabe

    Friedensgutachten 2022, Schlussfolgerungen, Seite 12, Auszug: „Die aktuellen Friedensbedrohungen reichen über den Ukraine-Krieg hinaus. Internationalisierte Bürgerkriege und dschihadistische Gewalt dürfen aufgrund des Ukrainekrieges nicht in Vergessenheit geraten, da sie das Konfliktgeschehen weltweit stark prägen. Hier sind diplomatische Initiativen gefordert sowie eine restriktive Rüstungsexportpolitik. Beachtenswert ist zudem, dass viele der Kriege tief verankerte Dominanzverhältnisse zwischen den Geschlechtern widerspiegeln und nachhaltiger Frieden nur eine Chance haben wird, wenn benachteiligte Gruppen Gehör finden und mitentscheiden können. Nicht zuletzt beginnt Friedensfähigkeit im Inneren. Eine zentrale Aufgabe ist es, angesichts des Bedeutungszuwachses von Sicherheitsbehörden deren Wirken demokratisch und rechtsstaatlich zu kontrollieren.“

    Das Friedensgutachten 2022 der Friedensforschungsinstitute BICC Bonn International Centre for Conflict Studies, HSFK Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, IFSH Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg und INEF Institut für Entwicklung und Frieden, Universität Duisburg-Essen, lesen Sie hier ↗friedensgutachten.de.

  • Buchtipp: Angst und Angstmacherei

    07.10.2022/EG

    Markus Marterbauer, Martin Schürz: Angst und Angstmacherei
    Für eine Wirtschaftspolitik, die Hoffnung macht

    Sachbuch (Einkommen, Politik, Wirtschaft)

    „Neoliberale Wirtschaftspolitik betrachtet Angst als mobilisierenden Faktor. Sie schürt Angst vor Altersarmut, sozialem Abstieg und dem bevormundenden Staat. Doch ist es das, was wir angesichts von Pandemie, Krieg und Klimakrise brauchen? Markus Marterbauer und Martin Schürz plädieren für eine Wirtschaftspolitik, die begründeten Ängsten gezielt entgegenwirkt, die Verängstigten bestärkt, Hoffnung weckt und Freiheit schafft. In einer Gesellschaft, in der Wenige Milliarden besitzen, darf es keine Armut geben, und es darf nicht mit Angstmacherei Politik betrieben werden. Ein Plädoyer für hohe Mindeststandards in einem besseren Sozialstaat, Löhne, von denen man gut leben kann, und eine Begrenzung des Reichtums.“

    Autoren

    Markus Marterbauer, geboren 1965 in Uppsala (Schweden), arbeitete bis 2011 als Verantwortlicher für Konjunkturprognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO). Seit 2011 leitet er die Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien. Markus Marterbauer ist Lehrbeauftragter an mehreren Universitäten.

    Martin Schürz arbeitet als Psychotherapeut in Wien und forscht seit mehr als zwei Jahrzehnten zur Vermögensverteilung in Europa. Er ist Lektor an der WU Wien. 2015 erhielt er den Progressive Economy Award des Europäischen Parlaments. Überreichtum (2019) wurde mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch ausgezeichnet.
    Einen Beitrag von Martin Schürz über die Vermögensverteilung in Deutschland lesen Sie hier awblog.at.

    Zsolnay Verlag, ISBN: 978-3-552-07330-2, E-Buch, 20 Euro

  • Bereits 2021 war die Einkommenssituation für viele prekär

    05.10.2022/EG
    Quelle: Statistische Bundesamt, Wiesbaden

    Fast ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland konnte 2021 größere, unerwartet anfallende Ausgaben nicht bestreiten

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag im Jahr 2021 der Anteil der Personen, die in Haushalten lebten, welche aufgrund der finanziellen Situation nicht dazu in der Lage waren, größere, unerwartet anfallende Ausgaben (in Deutschland 1.150 Euro oder mehr) aus eigenen Finanzmitteln zu bestreiten, in Deutschland bei 31,9 Prozent.
    Höhere Anteile der betroffenen Personen lebten 2021 im EU-Raum (27 Länder) nur in Rumänien (47,3 %), Kroatien, Griechenland, Zypern, Lettland, Bulgarien, Litauen, Ungarn, Spanien und Italien (32,7 %).
    Die Mitteilung lesen Sie hier destatis.de.

  • Buchtipp: Zeitenwende

    23.09.2022/EG

    Andrea Komlosy: Zeitenwende
    Corona, Big Data und die kybernetische Zukunft

    Sachbuch (Digitalisierung, Ökonomie, Politik, Recht)

    „Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0, New Green Deal, Great Reset und die Messung aller Körperregungen und Gedanken beruhen auf Big Data. Mit den Corona-Gesetzen wurden Home Office und Online-Handel zur Grundlage des Überlebens. Sie dienten der Verhaltenseinübung in neue Kulturtechniken. Medizinische Überwachung, Bewegungskontrolle und biopolitische Konditionierung verwandeln den Körper in ein Interventionsfeld für Datenextraktion, Optimierung und Kontrolle.
    Covid-19 wird an Schrecken verlieren. Die Akzeptanz von Verdatung und Tracking ist jedoch Bestandteil des Alltags geworden…“

    Autorin

    Prof. Dr. Andrea Komlosy lehrt an der Universität Wien Wirtschafts- und Sozialgeschichte.

    Promedia Verlag, ISBN: 978-3-85371-901-5, E-Buch, 19 Euro