Schlagwort: Politik

  • Buchtipp: „Kampf und Sehnsucht in der Mitte der Gesellschaft“

    08.09.2023/EG

    Stephan Anpalagan: Kampf und Sehnsucht in der Mitte der Gesellschaft

    Sachbuch (Migration, Politik, Wahlen)

    „Sinkende Wahlbeteiligung, Kirchenaustritte, fallende TV-Quoten und Zeitungs-Auflagen: Viele Menschen fühlen sich vom Angebot, das ihnen die politische und mediale Öffentlichkeit in Deutschland macht, nicht mehr angesprochen. Zugleich erhöhen Multi-Krisen und eine immer kaputtere Daseinsvorsorge – Schienenverkehr, die Schulen, die Verwaltung – den Stress der Bürgerinnen und Bürger.
    Jetzt wird das Erbe von vier Jahrzehnten neoliberaler Fehlsteuerung des Staates als Erosion der materiellen und mentalen Infrastrukturen erkennbar. Wo Polizisten, Ärztinnen, Rettungspersonal oder Zugbegleiterinnen angegriffen werden, wirken die Rituale der Politik nur zynisch. Wenn Kinder keinen ordentlichen Unterricht mehr bekommen, …“

    Autor

    Stephan Anpalagan, geboren 1984 in Sri Lanka und aufgewachsen in Wuppertal, ist Diplom-Theologe und Autor. Nachdem er viele Jahre in der Wirtschaft als Manager tätig war, ist er nun Geschäftsführer der gemeinnützigen Strategieberatung »Demokratie in Arbeit«. In seinen Texten verhandelt er die Themen Heimat und Identität. Er ist Lehrbeauftragter an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung in NRW. In dem SWR-Podcast »Gegen jede Überzeugung« diskutierte er mit Nicole Diekmann über die kontroversen Themen unserer Gesellschaft. Zudem ist er Jurymitglied des Grimme Online Awards.

    S. Fischer Verlage, 978-3-10-491711-5, E-Buch

  • Allokationsproblem: Subventionen für Plug-In-Hybride

    04.09.2023/EG
    ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim

    Ilona Tsanko, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZEW, untersuchte die Wirkung von Subventionen für Plug-In-Hybride

    Ilona Tsanko: „Die Subventionen wurden hauptsächlich für den Kauf von großen und schweren Neuwagen genutzt. Inländische Unternehmen profitierten davon besonders, denn sie konnten dadurch ihr Flottengewicht deutlich erhöhen und damit die EU-Emissionsnormen leichter erfüllen. Denn die sind gewichtsbasiert: je schwerer ein Fahrzeug, desto mehr Emissionen dürfen ausgestoßen werden.“
    Die Studie lesen Sie hier zew.de.

    Zum Thema

    Den aktuellen Subventionsbericht der Bundesregierung lesen Sie hier bundesfinanzministerium.de. Der Subventionsbericht stellt die Entwicklung der Finanzhilfen des Bundes und der Steuervergünstigungen für die privaten Unternehmen und Wirtschaftszweige im Zeitraum 2021 bis 2024 dar.

  • Buchtipp: „Zeiten Ende“

    01.09.2023/EG

    Harald Welzer: Zeiten Ende
    Politik ohne Leitbild, Gesellschaft in Gefahr

    Sachbuch (Demokratie, Medien, Politik)

    „Sinkende Wahlbeteiligung, Kirchenaustritte, fallende TV-Quoten und Zeitungs-Auflagen: Viele Menschen fühlen sich vom Angebot, das ihnen die politische und mediale Öffentlichkeit in Deutschland macht, nicht mehr angesprochen. Zugleich erhöhen Multi-Krisen und eine immer kaputtere Daseinsvorsorge – Schienenverkehr, die Schulen, die Verwaltung – den Stress der Bürgerinnen und Bürger.
    Jetzt wird das Erbe von vier Jahrzehnten neoliberaler Fehlsteuerung des Staates als Erosion der materiellen und mentalen Infrastrukturen erkennbar. Wo Polizisten, Ärztinnen, Rettungspersonal oder Zugbegleiterinnen angegriffen werden, wirken die Rituale der Politik nur zynisch. Wenn Kinder keinen ordentlichen Unterricht mehr bekommen, …“

    Autor

    Harald Welzer, geboren 1958, ist Sozialpsychologe. Er ist Direktor von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit und des Norbert-Elias-Centers für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg. In den Fischer Verlagen sind von ihm u. a. erschienen: »Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden«, »Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird«, »Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen«, »Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens« und – gemeinsam mit Richard David Precht – »Die vierte Gewalt. Wie Mehrheitsmeinung gemacht wird, auch wenn sie keine ist«. Seine Bücher sind in 21 Ländern erschienen.

    S. Fischer Verlage, 978-3-10-491911-9, E-Buch

  • Eine Investition in die Zukunft: Kindergrundsicherung

    19.08.2023/EG
    Quelle: DIW Econ, Berlin

    Armut belastet die soziale Teilhabe, die Gesundheit, den Bildungs- und Berufsweg sowie die Perspektive

    Fazit der DIW Econ Kurzexpertise „Kosten (k)einer Kindergrundsicherung: Folgen von Kinderarmut“, Auszug, Seite 30: „Die erhöhte finanzielle Belastung für den Staat, die durch die verstärkte Inanspruchnahme staatlicher Unterstützung durch einkommensschwache Menschen und wegfallende Steuereinnahmen verursacht wird, muss in der Beurteilung politischer Maßnahmen immer mitgedacht werden. Investitionen in Kinder zahlen sich langfristig aus und führen langfristig zu erheblichen fiskalischen Einsparungen. […]. Abschließend muss festgehalten werden, dass die monetäre Hilfe nur ein Standbein des Konzepts zur Bekämpfung von Kinderarmut ist. Der verbesserte Zugang und die Ausweitung der finanziellen Unterstützungszahlungen müssen durch nicht-monetäre, fördernde Maßnahmen wie eine soziale Infrastruktur flankiert werden. Nur dann können auch nicht monetär greifbare Wirkungskanäle, wie beispielsweise die soziale Teilhabe, adäquat angegangen, soziale Mobilität gefördert und Folgekosten nachhaltig reduziert werden.“
    Die Studie lesen Sie hier diw-econ.de.

    Ergänzung zum Thema am 26.08.2023:

    Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin, über die Mythen zu Kinderarmut und Kindergrundsicherung:

    „Im öffentlichen Diskurs über die Kindergrundsicherung nennt Bundesfinanzminister Christian Lindner zwei neue Argumente: Die Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland seit 2015 sei dahingehend positiv, dass viele „ursprünglich deutsche Familien“ nicht mehr arm seien und lediglich die Zuwanderung die Kinderarmut weiter erhöht habe. Zudem seien eine Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt und ein stärkeres Bildungssystem bessere Alternativen zur Kindergrundsicherung. Die Aussagen zeugen von grundlegenden Missverständnissen über Kinderarmut, was sie verursacht und wie sie definiert wird. Es ist höchste Zeit, diese Mythen auszuräumen…“ diw.de.

  • Buchtipp: „Der soziale Staat“

    11.08.2023/EG

    Renate Dillmann, Arian Schiffer-Nasserie: Der soziale Staat
    Über nützliche Armut und ihre Verwaltung

    Sachbuch (Sozialpolitik)

    „Die Autoren halten Sozialpolitik nicht für eine unhinterfragbar gute Errungenschaft moderner Staatlichkeit, nur weil die »sozial Schwachen« in der »freien Marktwirtschaft« ohne sie kein Auskommen haben. Sie feiern den Sozialstaat nicht dafür, dass er der Garant für den »sozialen Frieden« und die »Nachhaltigkeit« der staatlich etablierten Konkurrenzgesellschaft ist. Weder verurteilen sie die sozialpolitischen Maßnahmen aus der Warte der Betroffenen und Sozialverbände als »unterfinanziert« und »unzureichend«, noch kritisieren sie die aktuelle Sozialpolitik vom Standpunkt der »Leistungs- und Verantwortungsträger« aus Wirtschaft und Politik als »überzogen« und »unbezahlbar«.“
    Die Autoren erklären, wie der soziale Staat die kapitalistisch produzierte Armut verwaltet und nützlich macht.

    Autoren

    Dr. Renate Dillmann studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie an der Uni Mainz; Promotion zur Staatstheorie. Die Autorin ist Dozentin an der Evangelischen Hochschule Bochum (EVH), arbeitet als freie Journalistin und hat unter anderem das Buch „China – ein Lehrstück“ im VSA-Verlag veröffentlicht.

    Dr. Arian Schiffer-Nasserie studierte Sozialwissenschaften und Geographie an der Ruhr-Uni Bochum. Promotion zu Rassismustheorie und antirassistischer Erziehung in der Schule. Der Autor ist Professor für Sozial- und Migrationspolitik an der Evangelischen Hochschule in Bochum.

    VSA Verlag, 978-3-89965-885-9, Buch