Schlagwort: Politik

  • Pflege: Leicht verdientes Geld – für Investoren

    26.11.2017/EG aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft DELOITTE GmbH, München

    Deloitte Pflegeheim Rating Report 2017 sieht Marktvolumen bis 2030 von derzeit etwa 47 Mrd. Euro auf über 66 Mrd. Euro ansteigen – Erwarteter Mehrbedarf an vollstationären Pflegeplätzen: 400.000

    „Der Anteil der Neuzugänge im Pflegeheim, die direkt aus dem Krankenhaus überwiesen werden, hat sich innerhalb von zehn Jahren auf über 70 Prozent mehr als verdoppelt. Gleichzeitig nimmt der Anteil der Pflegebedürftigen der leichtesten Stufe 1 in den Pflegeheimen kontinuierlich zu (von ca. 30% auf nahezu 40%). (…)
    Mit knapp 47 Mrd. Euro ist der Pflegemarkt der am stärksten wachsende Bereich im gesamten Gesundheitsmarkt. Dabei ist die wirtschaftliche Lage der Pflegeheime relativ gut: … das durchschnittliche Heim erwirtschaftete 2015 ein EBITDAR (Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Amortisation und Mieten) von 14% der Erlöse.“ ↗deloitte.com

    Zum Thema

    Pflege: Schwer erarbeitetes Geld – für Pflegekräfte

    Stefan Sell, Sozialwissenschaftler: „Und wir müssen uns nicht nur um die größer werdende Zahl an Senioren kümmern, auch die Pflegebedürftigen werden mehr. Und hier wird besonders erkennbar, dass unser System auf Selbst-und Fremdausbeutung basiert und ohne diese zusammenbrechen würde. Wir haben mittlerweile über 3 Million Pflegebedürftige. Mehr als 70 Prozent werden zu Hause betreut, nicht in Heimen, viele ausschließlich von Angehörigen, häufig Frauen, die dann selbst einen hohen Preis zahlen müssen. Und in vielen dieser Haushalte arbeiten geschätzt 200.000 Osteuropäerinnen, vom Wohlstandsgefälle in unser Land gezogen, niemals zu legalen Bedingungen. Und die derzeit schon 800.000 in Pflegeheimen untergebrachten Menschen sind mit oftmals menschenunwürdigen Bedingungen konfrontiert. Derzeit wird überall eklatanter Personalmangel in den Heimen beklagt. Nicht nur in Bremen gibt es Belegungssperren, weil dort weniger als 50 Prozent des Personals Fachkräfte sind.“ aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de

    Regierungsverantwortung im Rückblick:

    • 2013 bis 2017 CDU/CSU und SPD
    • 2009 bis 2013 CDU/CSU und FDP
    • 2005 bis 2009 CDU/CSU und SPD
    • 1998 bis 2005 SPD und Bündnis90/Die Grünen
    • 1982 bis 1998 CDU/CSU und FDP
    • 1974 bis 1982 SPD und FDP
  • Honduras plant Hoheitsgebiete inklusive Regierungsverantwortung an Investoren zu übergeben

    24.11.2017/EG aus dem Deutschlandfunk (Deutschlandradio), Köln

    Juan Orlando Hernández, Präsident von Honduras, möchte eine für Investoren (Kapital/Industrie) weitgehend vom nationalen Rechtswesen befreite ‚Sonderwirtschaftszone‘ verwirklichen

    „Laut dem neuem Gesetz dürfen die Investoren der ZEDE* ein eigenes Steuersystem aufbauen, ebenso wie eigene Gerichte, Sicherheitsbehörden und Strafvollzug. Auch die Arbeitsgesetzgebung und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Zonen dürften die Investoren selbst bestimmen, sagt Carlos Sierra.“ ↗deutschlandfunk.de

    * Zonas de Empleo y Desarrollo Económico (Zonen für Beschäftigung und wirtschaftliche Entwicklung)

    Ergänzende Informationen über Honduras lesen Sie hier ↗liportal.de.

  • Abgasmanipulation: Autohersteller, Bundes- und Landesregierungen bilden Interessenkartell

    24.11.2017/EG aus der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), Berlin

    VZBV-Umfrage: 67 Prozent der Verbraucher bewerten den Umgang der Politik mit der Dieselproblematik als schlecht

    „62 Prozent der Befragten bewerten das Engagement der Autohersteller bei der Dieselproblematik als schlecht, davon 30 Prozent als eher schlecht und 32 Prozent als sehr schlecht. Den Umgang der Politik mit dem Dieselskandal bewerten sogar 67 Prozent als schlecht, davon 41 Prozent als eher schlecht und 26 Prozent als sehr schlecht.“ vzbv.de

    Zum Thema

    Verbraucherrechte in Österreich: „Das Landesgericht attestiert VW arglistige Täuschung und entscheidet zugunsten des Klägers, der Autokonzern zieht damit erstmals den Kürzeren“ derstandard.at

  • Buchtipp: Gleichheit!

    24.11.2017/EG

    Jochen Dahm / Thomas Hartmann / Max Ostermayer (Hg.): Gleichheit!
    wirtschaftlich richtig, politisch notwendig, sozial gerecht

    Sachbuch (Armut, Gesellschaft, Reichtum, Ungleichheit)

    Wachsende soziale Ungleichheit gefährdet die Demokratie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Wachstum und Wohlstand. Was ist zu tun? Dieser Band nimmt die Ursachen und Wirkungen verschiedener Arten von Ungleichheit in den Blick und schließt seinen Analysen konkrete Lösungsvorschläge an.

    Lange hielt sich die Mär, dass Ungleichheit für Wachstum unabdingbar sei. Inzwischen sind Ökonomen eher vom Gegenteil überzeugt. Immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt, marginalisiert, andere haben Angst vor dem sozialen Abstieg, zu viele wenden sich enttäuscht von Demokratie und Parlamentarismus ab. Passend zu einer Zeit, die das Thema Ungleichheit endlich wieder progressiv diskutiert, entsteht ein spannendes Bild an Möglichkeiten. Denn klar ist: Eine gute Gesellschaft braucht mehr Gleichheit.

    Mit Beiträgen u.a. von (mehr …)

  • Lohnungleichheit

    21.11.2017/EG aus dem Statistischen Bundesamt (Destatis), Wiesbaden

    26. Wissenschaftliches Kolloquium am 23. und 24. November 2017 mit Fakten zur Lohnungleichheit

    Bernd Fitzenberger, Wirtschaftswissenschaftler: „In Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten ein deutlicher Anstieg der Lohnungleichheit zu beobachten, der sich bis zum Beginn der 1990er Jahre auf den oberen Bereich der Lohnverteilung beschränkte und sich bis 2010 kontinuierlich sowohl im oberen als auch im unteren Bereich der Lohnverteilung fortsetzte (Dustmann et al. 2009, Antonczyk et al. 2010a, 2010b, Card et al. 2013). Aktuell gibt es erste Hinweise auf eine „Trendwende“ dahingehend, dass der Anstieg der Lohnungleichheit seit 2011 gestoppt ist (Möller 2016). Der Lohnungleichheit ging mit dem Anwachsen des Niedriglohnsektors eine Stagnation oder gar ein Rückgang der Reallöhne am unteren Ende der Lohnverteilung einher. U. a. in Reaktion auf diese Entwicklung wurden inzwischen Mindestlöhne in Deutschland eingeführt. Andererseits wird häufig der Anstieg der Lohnungleichheit als Voraussetzung für die notwendige Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die dadurch bewirkte gute Beschäftigungsentwicklung angesehen (Dustmann et al. 2014).“ ↗destatis.de

    Das komplette Programm zum 26. Wissenschaftliches Kolloquiums lesen Sie hier ↗destatis.de.