Schlagwort: Kapitalismus

  • Buchtipp: Solidarismus

    15.02.2019/EG

    Rudolf Diesel: Solidarismus
    Natürliche wirtschaftliche Erlösung des Menschen

    Sachbuch (Arbeitswelt, Gesellschaft, Kapitalismus, Markt, Ungleichheit, Wirtschaft)

    Dass Rudolf Diesel (1858-1913) ein begnadeter Ingenieur war, ist Allgemeinwissen. Dass er auch ein bedeutender Vordenker einer Sozialreform war, ist nahezu unbekannt. 1903 erschien sein Buch „Solidarismus“ in einer Auflage von 10.000 Exemplaren, von denen nur wenige hundert verkauft wurden. Heute sind davon gerade mal 5 Exemplare in Bibliotheken erhalten, in Antiquariaten fehlt das Buch komplett. Im Gegensatz zum wissenschaftlichen Sozialismus von Marx/Engels, der auf Abschaffung des Privateigentums, Enteignung und Vergesellschaftung abzielte, wollte Diesel durch neue Wege Kapital aufbauen und neue soziale Bedingungen schaffen. Ohne Gewalt und Zwang basiert sein Modell auf Freiwilligkeit und auf der Überzeugungskraft seiner ökonomischen Berechnungen. Diesel hoffte auf Unterstützung durch die Gewerkschaftsbewegung, wurde aber enttäuscht.
    Um den Tod Diesels ranken sich heute noch die unterschiedlichsten Gerüchte. Freitod ist die offizielle Version, Ermordung durch die Ölmafia oder Marktkonkurrenten meinen andere. Auf jeden Fall werden sich für seine Ideen alle interessieren, die heute ein Bürgergeld fordern, bzw. eine gerechtere Gesellschaftsordnung jenseits des globalen Raubkapitalismus anstreben. (mehr …)

  • Privates Geldvermögen steigt

    13.02.2018/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Geldvermögen der privaten Haushalte übersteigen im dritten Quartal 2018 erstmals 6 Billionen Euro (+ 4,5 % gegenüber III/2017)

    „Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag zum Ende des dritten Quartals 2018 bei 6053 Mrd €, womit es gegenüber dem zweiten Quartal um 76 Mrd € oder 1,3 % anstieg. Aufgebaut wurden mit 31 Mrd € vor allem Bargeld und Einlagen. Auch die Ansprüche gegenüber Versicherungen wuchsen mit 17 Mrd € merklich. Trotz weiterhin ausgeprägter Zuflüsse bei Aktien und Investmentfondsanteilen hielt die Präferenz der privaten Haushalte für liquide oder als risikoarm empfundene Anlagen damit an. Zusätzlich zu diesen transaktionsbedingten Zuwächsen gab es im dritten Vierteljahr Bewertungsgewinne.“ bundesbank.de

  • Buchtipp: Mythos Markt. Mythos Neoklassik

    08.02.2019/EG

    Walter Otto Ötsch: Mythos Markt. Mythos Neoklassik
    Das Elend des Marktfundamentalismus

    Sachbuch (Gesellschaft, Markt, Politik, Umweltschutz, Ungleichheit, Wirtschaft)

    Die gegenwärtige Gesellschaft kann als ökonomisiert verstanden werden. Viele Bereiche der Gesellschaft, die früher eigenen Regeln gefolgt sind, haben sich einer wirtschaftlichen Effizienzlogik unterworfen. Die Ökonomik hat damit den Status einer gesellschaftlichen Leitwissenschaft erworben. Das Buch beschreibt

    • die Transformation der Ökonomik in eine Wissenschaft von „dem Markt“,
    • wie sich dieses Konzept durchgesetzt hat,
    • wie dadurch die Gesellschaft verändert wurde und
    • welche Folgen dies hatte – bis hin zur Finanzkrise 2008, zur Klima(wandel)leugnung und zum Rechtspopulismus, der als neue Politikform „des Marktes“ interpretiert wird.

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  • Privatisierung der Bildung am Beispiel Ethik-Institut an der TUM

    Bearbeiten

    31.01.2019/EG
    Quelle: Studis Online, Hamburg

    ‘facebook‘ finanziert Technischer Universität München (TUM) ein Institut, das ethische Fragen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) erforscht

    Der US-amerikanische Social-Media-Konzern ‘facebook‘ unterstützt mit 6,5 Millionen Euro die TUM zur Erforschung ethischer Implikationen der KI.

    Christian Kreiß, Wirtschaftswissenschaftler an der Hochschule Aalen: „Das neue Ethik-Institut beginnt mit einem Ethikbruch. Bei der Besetzung von Instituten an staatlichen Hochschulen sollten nach Art. 33 II Grundgesetz diejenigen Bewerber zum Zug kommen, die am besten geeignet sind. Wer das ist, ermittelt man normalerweise durch öffentliche Stellenausschreibungen, Bewerbungsverfahren und anschließende Auswahl durch ein unabhängiges Expertengremium, etwa eine Berufungskommission.
    Im Fall des neu gegründeten TUM-Instituts hat man ein solches Auswahlverfahren offenbar umgangen und im wohlwollenden Einvernehmen mit dem Geldgeber Facebook lieber gleich einen Institutsleiter eingesetzt, von dem man weiß, dass er der Großindustrie sehr gewogen ist. Dadurch hatten leider andere ausgewiesene Ethikexperten, die beispielsweise der Denkrichtung der „integrativen Wirtschaftsethik“ angehören, keine Chance. Andererseits muss man zugeben, dass deren Vertreter ziemlich kritische Köpfe sind. Die wollte man dem spendablen US-Konzern möglicherweise lieber ersparen.
    Was wir erleben, ist also durchaus kein gelungener Start, aber ganz in der Tradition von Facebook, Ethikregeln ständig zu brechen.“ ↗studis-online.de

  • Immobilien: Hohe Preise schrecken Investoren nicht ab

    17.01.2019/EG
    Quelle: Ernst & Young GmbH, Stuttgart

    Transaktionsvolumen im Immobilien-Sektor im Jahr 2018 um fast 7 Prozent auf 78 Milliarden Euro gestiegen / Wohnimmobilien bei Investoren weiterhin begehrt

    Die Autoren der EY-Studie „Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2019“ erwarten für das Jahr 2019 ein Transaktionsvolumen in Höhe von etwa 72 bis 75 Milliarden Euro mit Gewerbe- und Wohnimmobilien. Im Jahr 2018 wurden Wohnimmobilien für 17,6 Milliarden Euro gekauft, knapp 13 Prozent mehr als im Jahr 2017.

    Die Studie „Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2019“ lesen Sie hier ↗ey.com.

    Zum Thema

    empirica-Preisdatenbank Immobilienpreisindex 4/2018: Die Steigerungen bei den Mietpreisen sind in den wichtigsten Städten erstmals seit 2014 nachgebend, dagegen entwickelten sich die Kaufpreise weiter dynamisch. Für das Jahr 2019 erwarten die Autoren, wegen des neuen Baukindergeldes, bei der Entwicklung der Kaufpreise keine Entspannung. empirica-institut.de