Schlagwort: Kapitalismus

  • Video-Tipp: „Geheimakte Finanzkrise“

    02.07.2019/EG
    Quelle: Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Mainz

    Dokumentation von Dirk Laabs, Autor, Filmemacher und Journalist, über die Finanzkrise 2008

    „Die Doku zeigt, dass die Deutsche Bank über Jahre wissentlich gefährliche Papiere verkaufte und 2007 provozierte, dass in Deutschland der Staat Banken stützen musste. Ihre eigenen Probleme vertuschte die Bank und rühmte sich, ohne staatliche Hilfe auszukommen.“ ↗zdf.de

    Zum Thema

    Jahresabschluss 2018 des Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) schließt 2018 mit einem Fehlbetrag von 1,5 Milliarden Euro ab ↗deutsche-finanzagentur.de.

    Das Sondervermögen Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS bzw. SoFFin) umfasst den Anteil des Bundes an der Commerzbank AG, der Hypo Real Estate Holding GmbH und der Portigon AG (HSH Nordbank). Der ehemals von der FMSA verwaltete Finanzmarktstabilisierungsfonds wurde im Zuge der Finanzmarktkrise am 17. Oktober 2008 errichtet, um den Finanzmarkt zu stützen. Er ist ein Sondervermögen des Bundes im Sinne von Artikel 110 Abs. 1 des Grundgesetzes.

    Heike Joebges, Wirtschafswissenschaftlerin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, über die Ursachen, Auswirkungen sowie Bekämpfung der Finanzkrise boeckler.de.

  • Berater der Bundesregierung

    19.06.2019/EG
    Quelle: Bundestag, Berlin

    Bundesregierung erteilte seit 2008 mindestens 134 Aufträge an die vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

    Seit 2008 haben die weltweit größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften* Deloitte (UK), Ernst & Young (UK), KPMG (CH/NL) sowie PricewaterhouseCoopers (UK) mindestens 134 Beratungsverträge von verschiedenen Bundesministerien erhalten. Angaben zum Auftragsvolumen stuft die Bundesregierung als Verschlusssache mit dem VS-Grad „VS – Vertraulich“ ein. bundestag.de

    *Das Oligopol generiert rund zwei Drittel des weltweiten Branchenumsatzes

    Zum Thema

    Prem Sikka und Hugh Willmott, beide Wirtschaftswissenschaftler, untersuchten die Beteiligung globaler Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (siehe oben) an der Entwicklung und dem Verkauf von Steuervermeidungssystemen, die als ‘Steuerplanung‘ vermarktet werden:
    „Die aktive Förderung von Systemen, die keine andere Rechtfertigung haben, als sich der Zahlung von Steuern zu entziehen und damit die 99% der Einnahmen zu entziehen, die für die Aufrechterhaltung öffentlicher Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit und Renten erforderlich sind, stellt die in diesen Unternehmen etablierte „Geschäftskultur“ in Frage. Diese Unternehmen haben Steuervermeidung für Unternehmen und Privatpersonen in industriellem Maßstab entwickelt, um Steuern von riesigen Unternehmen und wohlhabenden Eliten auf Arbeit, Konsum und Ersparnisse abzuwälzen, die Kaufkraft der Bürger zu dämpfen und zu wirtschaftlichen und sozialen Krisen beizutragen.“ essex.ac.uk

  • Wer bietet weniger?

    18.06.2019/EG
    Quelle: Tax Justice Network, Chesham/UK

    Steuersenkungen sowie Anreize dazu enden nicht bei Null

    Der „Unternehmenssteuer-Zufluchtsort-Index“ führt die weltweit wichtigsten Steueroasen für multinationale Unternehmen auf, je nachdem, wie aggressiv und umfassend jede Rechtsordnung dazu beiträgt, dass die multinationalen Unternehmen der Welt sich der Steuerpflicht entziehen können und die Steuereinnahmen anderer Länder auf der ganzen Welt untergräbt. Es zeigt auch, wie viel jeder dieser Zufluchtsorte zu einem globalen „Wettlauf nach unten“ bei den Unternehmenssteuern beiträgt. ↗corporatetaxhavenindex.org

  • Kapitalismus zersetzt die Gesellschaft

    18.06.2019/EG
    Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

    Wolfgang Merkel, Politikwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor am WZB, über den aus dem Gleichgewicht geratenen Kapitalismus

    Wolfgang Merkel in einem Essay auf ZEIT- Online drei Ursachen identifiziert:

    • Die sozioökonomische Ungleichheit hat sich verstärkt
    • Der Staat ist verwundbarer geworden
    • Finanzkapitalismus und Globalisierung begünstigen die Entparlamentarisierung

    wzb.eu

  • Marktwirtschaft: Die Vermarktung der Gesellschaft

    12.06.2019/EG
    Quelle: Internationale Politik und Gesellschaft (IPG) der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn

    Marcel Fratzscher, Wirtschaftswissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin und Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW, Berlin) über Veränderungen unseres Wirtschaftsmodells

    Einem seit neun Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung und kontinuierlichen Beschäftigungsrekorden stehen in Deutschland einer der größten Niedriglohnsektoren in Europa und eine steigende Armutsrisikoquote gegenüber. Rund 40 Prozent der Deutschen besitzen keine Ersparnisse und keine Altersvorsorge und in keinem anderen Land Europas ist es so schwer, über Bildung den sozialen Aufstieg zu schaffen, wie die OECD regelmäßig konstatiert.
    (…)
    Wenn es während des Booms nicht gelungen ist, das Leben für untere Einkommensschichten zu verbessern, wie soll es dann in der nächsten Rezession gelingen? (…). Doch trotz Wirtschaftsboom bekamen im Jahr 2017 rund acht Millionen abhängig Beschäftigte einen Niedriglohn, wohlgemerkt: für ihre Haupttätigkeit. Das sind beinahe drei Millionen mehr als im Jahr 1995. (…). Das Armutsrisiko in unserer Gesellschaft steigt entsprechend, während gleichzeitig die Wirtschaft boomt. Lag die Armutsrisikoquote Mitte der neunziger Jahre noch bei elf Prozent, war sie 20 Jahre später im Schnitt auf rund 17 Prozent gestiegen. Im Klartext heißt das: Der vielbeschworene Aufschwung der letzten Jahre ist bei vielen nicht angekommen.“ ipg-journal.de

    Friedrich-Ebert-Stiftung
    Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ist eine parteinahe Stiftung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Als parteinahe Stiftung orientiert sich die FES „an den Grundwerten der Sozialen Demokratie: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“. Im Jahr 2018 verfügte die FES über einen Etat in Höhe von 194,6 Millionen Euro, überwiegend aus Bundes- und Landeshaushalten finanziert.

    Zum Thema

    Für die (sozialen und wirtschaftlichen) Rahmenbedingungen (Gesetze, Verordnungen, …) waren folgende Regierungsparteien verantwortlich:

    • seit 2017/2018 CDU/CSU und SPD
    • 2013 bis 2017 CDU/CSU und SPD
    • 2009 bis 2013 CDU/CSU und FDP
    • 2005 bis 2009 CDU/CSU und SPD
    • 1998 bis 2005 SPD und Bündnis90/Die Grünen
    • 1982 bis 1998 CDU/CSU und FDP
    • 1974 bis 1982 SPD und FDP