Schlagwort: Gesundheit

  • Finanzierungsfundament der Krankenhäuser ist porös

    11.08.2017/EG aus dem Blog JUNGE WISSENSCHAFT IM ÖFFENTLICHEN RECHT (JuWissBlog), Berlin

    Anika Klafki, Rechtswissenschaftlerin, über die Krise der Krankenhausfinanzierung in Deutschland

    „Stetig steigen die Betriebskosten an, während die Länder die öffentliche Investitionsförderung immer weiter reduzieren. In einem Gutachten zur Investitionsfinanzierung geht die Deutsche Krankenhausgesellschaft im Zeitraum von 1991 bis 2015 von einem Rückgang der Investitionsquote von 11,4 Prozent auf 4,0 Prozent aus (DKG-Gutachten, S. 77). Es bestehen milliardenschwere Investitionslücken in der deutschen Krankenhauslandschaft. Das Problem wird dadurch verschärft, dass (…). Je eher ein Arzt etwa bei orthopädischen Beschwerden – wie Knie-, Hüft-, und Rückenschmerzen – zu Operationen rät statt zu minimalintensiven Maßnahmen, wie etwa gezieltem Muskelaufbau, desto mehr Auslastung und Vergütung verzeichnet das Krankenhaus.“ ↗juwiss.de

    Zum Thema

    Anhörung von Gesundheitsexperten im Gesundheitsausschuss zur Krankenhausfinanzierung vom 13.04.2016 Protokoll und Video (63 Minuten) ↗bundestag.de.

    Gesundheitsminister seit 1991:

    • Gerda Hasselfeldt (CSU) 1991 bis 1992
    • Horst Seehofer (CSU) 1992 bis 1998
    • Andrea Fischer (Grüne) 1998 bis 2001
    • Ulla Schmidt (SPD 2001 bis 2009
    • Philipp Rösler (FDP) 2009 bis 2011 (seit 2014 Vorstandsmitglied des Weltwirtschaftsforums ↗deutsche-apotheker-zeitung.de)
    • Daniel Bahr (FDP) 2011 bis 2013 (2014 Generalbevollmächtigter und seit 2017 Vorstand bei Allianz Private Krankenversicherung/Tätigkeiten in seiner Amtszeit für die Versicherer ↗deutsche-apotheker-zeitung.de)
    • Hermann Gröhe (CDU) seit 2013

    Ergänzung am 12.08.2017

    FDP/FRESENIUS HELIOS (Krankenhausträger im Fresenius-Konzern)
    Im Jahr 2017 spendeten Lutz Helmig (Gründer HELIOS-Kliniken) und R&W Industriebeteiligungen GmbH* über 500.000 Euro (registrierte Großspenden bis 10.08.2017) an die FDP. Spenden unter 50.000 im Jahr 2017 erscheinen erst im Rechenschaftsbericht der Partei im Jahr 2019.
    *Gesellschafter der Norddeutschen Grundstücksentwicklungsgesellschaft sind die R&W Industriebeteiligungen GmbH, Köln, mit 50% sowie die Geschäftsführer Dr. Niels Bunzen, Dr. Carl Hermann Schleifer und Arne Biederbeck mit zusammen ebenfalls 50% des Stammkapitals in Höhe von € 1.000.000. Dr. Niels Bunzen, geschäftsführender Gesellschafter, war von 2005 bis 2012 für die Damp Holding AG (HELIOS) tätig.

  • Die ‘Umweltprämie‘

    09.08.2017/EG aus der NRO Deutsche Umwelthilfe (DUH), München

    Deutsche Umwelthilfe warnt Verbraucher vor Kauf von Euro 6 Diesel-Pkw im Rahmen so genannter „Umweltprämien“ der Dieselkonzerne

    Zur Ankündigung verschiedener Autohersteller, „Umweltprämien“ für den Neukauf von Diesel-Pkw bei gleichzeitiger Abmeldung bzw. Verschrottung von Diesel-Pkw der Abgasstufen Euro 1 bis 4 auszuzahlen, erklärt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH:

    „Wir warnen vor dem Kauf von Euro 6 Diesel-Pkw, die aktuell durch einige Hersteller mit Umweltprämien für den Fall der Abmeldung bzw. Verschrottung von alten Diesel-Pkw angeboten werden. Bezogen auf die Stickoxid-Emissionen sind sogar Euro 3 Diesel im Durchschnitt sauberer als die bis September 2016 verkauften Euro 5 Diesel. Aktuelle Abgasmessungen zeigen bei nicht wenigen Euro 6 Diesel die höchsten je von der DUH gemessenen Werte des Diesel-Abgasgiftes NOx. Solange die Automobilindustrie Diesel verkauft, die auf der Straße schmutzigere sind als im Labor erlaubt, werden wir im Rahmen unserer Gerichtsverfahren für diese Pkw Fahrverbote durchsetzen und auf Aufhebung der Typzulassung klagen. Verbraucher, die derzeit einen Neuwagen erwerben wollen, sollen ausschließlich effiziente Fahrzeuge mit Erdgas-, Elektro-, oder Benzinhybridantrieb wählen.“ ↗duh.de

  • Sozialbericht

    03.08.2017/EG aus der Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Berlin

    Jeder zweite Euro des Bundeshaushaltes wird zur Absicherung elementarer Lebensrisiken benötigt

    Im Jahr 2016 hatten die sozialen Leistungen ein Volumen von rund 918 Milliarden Euro (+ 3,7 Prozent ggü. 2015). Das entspricht 29,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die größten Posten des Sozialbudgets:

    • Rentenversicherung (293 Mrd. Euro für rund 25,6 Mio. Rentenbezieher)
    • Krankenversicherung (220 Mrd. Euro)
    • Pensionen (55 Mrd. Euro für rund 1,2 Mio. Pensionsbezieher)
    • Kindergeld und Familienleistungsausgleich (44 Mrd. Euro)
    • Entgeltfortzahlungen (43 Mrd. Euro)
    • Grundsicherung für Arbeitssuchende (43 Mrd. Euro) und
    • Sozialhilfe (40 Mrd. Euro)

    Die komplette Tabelle lesen Sie auf Seite 274 ↗bmas.de.

  • „Asbest ist unvergänglich“

    03.08.2017/EG aus der Ruhr Universität Bochum (RUB)

    RUB-Forscherinnen weisen die lebenslange Gefährlichkeit von Asbestfasern nach

    „Asbestfasern sind in der menschlichen Lunge über fast 40 Jahre in derselben Menge nachweisbar. Das hat die Auswertung eines weltweit einzigartigen Datensatzes des Deutschen Mesotheliomregisters am Institut für Pathologie der RUB gezeigt. Der Datensatz enthält Messergebnisse der Asbestkonzentration in der Lunge von zwölf Menschen, die jeweils im Abstand von 4 bis 21 Jahren gewonnen wurden.“ ↗rub.de

  • Arzneimittel: Meist teurer, selten nützlich

    31.07.2017/EG aus dem Medium OXI, Berlin

    Jörg Schaaber, Gesundheitswissenschaftler, über eine renditeorientierte Pharmabranche, ein unflexibles Gesundheitssystem und eine pharmafreundliche Politik: „Überprüfung älterer Präparate wurde auf Druck der Industrielobby im Jahr 2016 aus dem Gesetz gestrichen“

    „Das neue Brustkrebs-Medikament Palbociclib verteuert die Therapie je Patientin um 66.000 US-Dollar. Seit November 2016 ist es als Ibrance auf dem deutschen Markt. Doch ob es die Überlebenschancen erhöht, ist derzeit unklar. Die entscheidende Studie dazu wird erst Ende 2018 abgeschlossen sein. Relativ sicher ist bislang nur, dass es schlechter verträglich ist als die bisher übliche Therapie. Das Urteil des für die Bewertung neuer Arzneimittel zuständigen Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) lautete denn kürzlich auch: kein Zusatznutzen.“ ↗oxiblog.de

    Zum Thema

    Verantwortliche Bundesgesundheitsminister seit 1992:

    • Horst Seehofer (CSU) 1992 bis 1998
    • Andrea Fischer (Grüner) 1998 bis 2001
    • Ulla Schmidt (SPD) 2001 bis 2009
    • Philipp Rösler (FDP) 2009 bis 2011
    • Daniel Bahr (FDP) 2011 bis 2013
    • Hermann Gröhe (CDU) seit 2013