Schlagwort: Einkommen

  • Mindestlohn oder wie niedrig eine Arbeitsstunde entlohnt werden darf

    14.02.2019/EG
    Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

    WSI Mindestlohnbericht 2019: Regierungen in Luxemburg, Frankreich, Niederlande, Irland und Belgien verpflichten Arbeitgeber zu einer höhere Mindestentlohnung als die Bundesregierung

    In Deutschland wurde der Mindestlohn zum 01.01.2019 um nominal 4,0 Prozent (real 2,1 Prozent) auf 9,19 Euro pro Stunde erhöht. Deutschland ist das einzige Land in der EU, in dem nur alle zwei Jahre eine Erhöhung vorgesehen ist.

    „Der deutsche Mindestlohn ist auch gemessen am allgemeinen Lohnniveau im Land moderat. Das zeigt ein Blick auf den Medianlohn. Hierzulande entsprach der Mindestlohn 2017, dem letzten Jahr, für das internationale Vergleichsdaten vorliegen, knapp 48 Prozent des Medianlohns. 12 EU-Länder kamen auf höhere Werte, darunter Portugal, Polen, Großbritannien oder Luxemburg. Weit vorne im EU-Vergleich rangiert Frankreich, wo die Untergrenze bei 61,8 Prozent des Medians liegt.“ boeckler.de

  • Einkommen: Prekäre Mietbelastungen steigen

    12.02.2019/EG
    Quelle: Empirica AG, Berlin/Bonn

    Studie: Aktuelle Wohnkostentransfers decken Bedarf nicht / Wachsende Ungleichheit durch Wohnkosten

    „Die räumlichen Unterschiede der Verfügbarkeit zeigen wiederum das Stadt-Land Gefälle. Auffällig ist dabei bereits die enorme Spreizung der Verfügbarkeiten. In München kann sich ein Haushalt mit einem im lokalen Maßstab durchschnittlichem Einkommen lediglich noch 14 % der angebotenen Mietwohnungen leisten. Im Kontrast dazu kann sich ein Haushalt mit einem ebenfalls im lokalen Maßstab durchschnittlichem Einkommen im ländlichen Ostdeutschland bis zu über 90 % der angebotenen Mietwohnungen leisten. Die starke Knappheit am Wohnungsmarkt ist ein regional konzentriertes Phänomen bei einer hohen Bandbreite der Verfügbarkeiten. (…).
    Ein erheblicher Teil der übrigen 90 % der Haushalte, die keine Transfers erhalten und die ihren Wohnraum ausschließlich mit dem eigenen Einkommen finanzieren, haben prekäre Mietbelastungen zu tragen. Sie benötigten eigentlich ebenfalls eine staatliche Unterstützung.“ empirica-institut.de

  • Einkommen: Immer mehr Menschen haben eine zweite Arbeitsstelle

    04.02.2019/EG
    Quelle: Aktuelle Sozialpolitik, Remagen

    Stefan Sell, Sozialwissenschaftler, über die seit 15 Jahren steigende Zahl von Berufstätigen mit Nebenjobs

    „Die Zahl der Mehrfachbeschäftigten ist in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich gestiegen. Rund 3,4 Millionen Menschen in Deutschland üben aktuell mehr als einen Job aus, das sind 150.000 mehr als noch Mitte 2017.

    Die häufigste Kombination: eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit mindestens einem Minijob. So machen es rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland.

    In knapp 330.000 Fällen wurden dagegen mindestens zwei sozialversicherungspflichtige Jobs kombiniert.

    Rund 270.000 Menschen haben mindestens zwei Minijobs. aktuelle-sozialpolitik.de

    Zum Thema

    Seit 2003, dem Jahr, in dem die damalige rot-grüne Bundesregierung die 1999 erst eingeführte Steuer- und Sozialversicherungspflicht bei Nebenbeschäftigungen wieder abgeschafft hatte, ist ein ungebrochener Run auf die Minijobs im Nebenjob (meist in Ergänzung zu einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung) zu beobachten. Im Juni 2003 lag die Zahl der im Nebenjob geringfügig entlohnten Beschäftigten noch unter einer Million, 2009 waren es bereits zwei Millionen. Zuletzt (Ende März 2018) wurde mit knapp 2,76 Millionen ein neuer Quartalshöchststand erreicht. Damit gingen 8,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einer geringfügig entlohnten Nebentätigkeit nach.

    Was auch immer die Motive der Multijobber/innen sein mögen – vielfach ist der Lohn aus dem Hauptjob nicht hoch genug, um über die Runden zu kommen oder um den gewünschten Lebensstandard zu halten bzw. zu erreichen, doch wird Mehrarbeit auch gerne mal aus steuerlichen Gründen im Nebenjob geleistet, weil sie im Hauptjob mit höheren Abgaben belastet wäre – , Fakt ist, dass die zunehmende Zahl an geringfügig entlohnten Nebenjobs dafür sorgt, dass die zurecht umstrittene Beschäftigungsform Minijob sich insgesamt wieder im Aufwärtstrend befindet. Die Arbeitgeber wird es freuen, können sie doch weiterhin auf einen großen Pool an flexibel einsetzbaren Billiglöhnern zurückgreifen.“ ↗miese-jobs.de

  • Geldwertentwicklung 2018: 1,9 % Kaufkraftverlust für alle

    30.01.2019/EG
    Quelle: Statistisches Bundesamt, Bonn

    Inflation im Jahr 2018: 1,9 % / Tariflöhne ‘steigen‘ um 3,0 % / Reallohnzuwachs für Arbeitnehmer im Tarifverbund: 1,1 %

    Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Nach dem Inlandskonzept werden alle Ausgaben berücksichtigt, die in Deutschland von Ein-Personen-Haushalten, Paaren, Familien oder Touristen getätigt werden. Der VPI ist ein zentraler Indikator zur Beurteilung der Geldwertentwicklung in Deutschland.

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verteuerten sich im Jahr 2018 die Warenkorbgruppen

    • Wohnen um 2,0 Prozent (Gewichtung im Warenkorb: 31,7 Prozent),
    • Verkehr um 3,3 Prozent (Gewichtung im Warenkorb: 13,5 Prozent) und
    • Nahrungsmittel/alkoholfreie Getränke um 2,4 Prozent (Gewichtung im Warenkorb: 10,3 Prozent).

    Die Entwicklung der Verbraucherpreise lesen Sie hier destatis.de.
    Informationen zur Gewichtung des VPI lesen Sie hier ↗destatis.de.

    Zum Thema

    Tariflöhne ‘steigen‘ im Jahr 2018 um 3,0 Prozent ↗boeckler.de.

  • TV-Tipp: Rente

    25.01.2019/EG
    Quelle: 3sat, Mainz

    Wirtschaftsmagazin ‘makro‘ sendet heute Abend, ab 21:00 Uhr, einen Beitrag zur aktuellen Rentendebatte / Michael Klundt, Politikwissenschaftler: „Die Widersprüche liegen zwischen Arm und Reich“

    „Innerhalb von 20 Jahren gab es mehr als ein Dutzend Rentenreformen in Deutschland. Durch das ab Januar geltende neue Gesetz wird das Rentenniveau nicht weiter absinken. Das ist der Abschied von der Generationengerechtigkeit, kritisiert nicht nur der Arbeitgeberverband. Denn anders als es das Bild von flaschensammelnden Rentnern vermittelt, ist das Armutsrisiko bei älteren Menschen geringer als bei jüngeren. Das liegt zum Beispiel an der wachsenden Lohnungleichheit zwischen Jung und Alt. Prekäre Jobs, befristete Verträge: Jüngere Menschen haben es heute schwerer als ihre Eltern, ein gutes Einkommen zu erzielen.“ 3sat.de

    Zum Thema

    Die Regierungsverantwortung im Rückblick:

    • seit 2017/2018: CDU/CSU und SPD
    • 2013 bis 2017: CDU/CSU und SPD
    • 2009 bis 2013: CDU/CSU und FDP
    • 2005 bis 2009: CDU/CSU und SPD
    • 1998 bis 2005: SPD und Bündnis90/Die Grünen
    • 1982 bis 1998: CDU/CSU und FDP
    • 1974 bis 1982: SPD und FDP

    Aus den Wahlprogrammen der Parteien, die in der Regierungsverantwortung waren bzw. sind: (mehr …)