Schlagwort: Demokratie

  • Politische Sendungen sind Teil des Unterhaltungsprogramms

    24.04.2019/EG
    Quelle: Otto Brenner Stiftung, Frankfurt am Main

    Gabriele Hooffacker und Marc Liesching, beide Medienwissenschaftler an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig, untersuchten die (Themen-)Gewichtung der politischen Sendungen von ARD und ZDF vor der Bundestagwahl 2017

    „Mehr als ein Viertel der Sendezeit der untersuchten Inhalte in Wahlsendungen, Polit-Talksendungen, Polit-Magazinen und Dokumentationen befasst sich nicht mit politischen Sachthemen im eigentlichen Sinne, sondern fokussiert eher Meta-Themen wie politische Parteien, Politikerinnen und Politiker, den Wahlkampf als solchen, Glaubwürdigkeit von Politik oder die Debattenkultur.
    Die Ergebnisse eines ergänzenden Lehrforschungsprojektes zur Objektivität bzw. Neutralität von Moderationsfragen in Polit-Talksendungen und Wahlsendungen weisen darauf hin, dass ein Anteil von etwa einem Viertel der journalistischen Fragen aus Rezipientensicht als suggestiv-deutend eingestuft werden könnte.“ otto-brenner-stiftung.de (Seite 66)

    Zum Thema

    Desinformation – eine Definition der Europäischen Kommission:

    „Unter „Desinformationen“ versteht die Kommission nachweislich falsche oder irreführende Informationen, die mit dem Ziel des wirtschaftlichen Gewinns oder der vorsätzlichen Täuschung der Öffentlichkeit konzipiert, vorgelegt und verbreitet werden und öffentlichen Schaden anrichten können.“ bundesrat.de (TOP 37, Drucksache 630/18, 15.02.2019)

  • Geldvermögen privater Haushalte bei über 6 Billionen Euro

    16.04.2019/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Geldvermögen der privaten Haushalte* in Deutschland lag zum Ende des vierten Quartals 2018 bei 6.016 Milliarden Euro (+ 2,3 % gegenüber IV/2017)

    „Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag zum Ende des vierten Quartals 2018 bei 6 016 Mrd €, womit es gegenüber dem dritten Quartal um gut 28 Mrd € gesunken ist. Dies ist der erste Vermögensrückgang seit drei Jahren. Grund hierfür waren deutliche Bewertungsverluste im Umfang von rund 88 Mrd €, die den auf Transaktionen basierenden Geldvermögensaufbau in Höhe von knapp 60 Mrd € überstiegen. Die privaten Haushalte bauten vor allem Bargeld und Einlagen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen auf. Damit hielt die Präferenz der privaten Haushalte für liquide und/oder als risikoarm empfundene Anlagen an.“ bundesbank.de

    *Private Haushalte sind Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

  • Bundesbank stellt hohe Ungleichheit fest

    15.04.2019/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Bundesbank-Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“: Ungleichheit bleibt hoch

    „Die Fachleute der Bundesbank untersuchten auch die Ungleichheit in Deutschland. „Nach wie vor ist Deutschland ein Land, in dem die privaten Vermögen ungleich verteilt sind“, schreiben sie in dem Bericht. Dies lässt sich unter anderem am Anteil ablesen, der den reichsten zehn Prozent der privaten Haushalte gehört. Dazu zählen Haushalte, die im Jahr 2017 mindestens 555.400 Euro Nettovermögen besaßen. Diese Gruppe nannte 2017 in Deutschland etwa 55 Prozent des gesamten Nettovermögens ihr Eigen.“ bundesbank.de

    Zum Thema

    Geldvermögen der privaten Haushalte übersteigen im dritten Quartal 2018 erstmals 6 Billionen Euro (+ 4,5 % gegenüber III/2017) bundesbank.de

    Im Jahr 2018 hatten rund 4,1 Millionen Personen (2017: 3,95 Mio.), zumindest in Teilen ihres zu versteuernden Einkommes, ein gemäß dem Spitzensteuersatz pflichtiges Einkommen. bundestag.de (siehe Punkt 13)

    Die Entwicklung des Geldvermögens der privaten Haushalte, im Zeitraum 2004 bis 2018, sehen sie hier ↗bundesbank.de.

  • YouTube: Demokratisches Mitmachportal und radikale Vermarktungsplattform

    03.04.2019/EG
    Quelle: Otto Brenner Stiftung, Frankfurt am Main

    Lutz Frühbrodt, Kommunikationswissenschaftler an der FH Würzburg-Schweinfurt, und Annette Floren, Kommunikationsberaterin, untersuchten die Aktivitäten auf der Videoplattform YouTube

    „Handelt es sich bei YouTube um ein basisdemokratisches Medium zur kulturellen Selbstermächtigung, das obendrein Feuerwerke der Kreativität entfacht? Oder ist der Videodienst eine durchkommerzialisierte Werbeplattform, deren Inhalte nur so vor Trivialität strotzen? Diese Fragen leiteten die vorliegende Untersuchung, die zum Ergebnis kommt, dass im Großen und Ganzen betrachtet beides gilt – allerdings mit einer deutlichen Tendenz zu letzterem.“ otto-brenner-stiftung.de

    Die Otto Brenner Stiftung ist die gemeinnützige Wissenschaftsstiftung der IG Metall.

    YouTube ist eine Tochtergesellschaft im Alphabet-Konzern (Google).

  • Politische Bildung wird von den Landesregierungen sehr unterschiedlich gepflegt

    29.03.2019/EG
    Quelle: Universität Bielefeld

    Studie ‘Politische Bildung an allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I im Bundesländervergleich‘ / Mahir Gökbudak, Lehrer im Hochschuldienst, und Reinhold Hedtke, Sozialwissenschaftler, erforschten den Stellenwert der politischen Bildung an allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I

    „Die Bundesländer schneiden dabei so unterschiedlich ab, dass von einer bundesweiten Gleichwertigkeit des Rechts von Kindern und Jugendlichen auf politische Bildung in der Schule keine Rede sein kann. Die Situation der politischen Bildung an den Schulen hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert. Die Gruppe der Unterdurchschnittlichen umfasst dieselben Länder wie im Ranking 2017: Bayern, Thüringen, Berlin und Rheinland-Pfalz.“

    Die Studie vergleicht die rechtlich verbindlichen bildungspolitischen Vorgaben (der Landesregierungen) für die Verteilung von Lernzeit.

    „Die bildungspolitischen Entscheidungen über die absolute und relative Lernzeit für die politische Bildung in den Schulen der Sekundarstufe I beeinflussen die politischen und demokratischen Kompetenzen der jungen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Damit erzeugen sie Wirkungen auf den Prozess der Erneuerung der Grundlagen der Demokratie von Generation zu Generation.“ uni-bielefeld.de