Kategorie: Allgemein

  • Geldvermögen privater Haushalte stieg 2021 um 8,5 Prozent

    14.04.2022/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland erreicht Ende 2021 rund 7,6 Billionen Euro, eine Vermehrung in Höhe 8,5 Prozent gegenüber 2020

    Wie die Deutsche Bundesbank mitteilt, summierte sich das Geldvermögen¹ der privaten Haushalte² in Deutschland, im vierten Quartal 2021, auf 7,6 Billionen Euro. Damit übertraf es den Vorjahreswert um 594 Milliarden Euro bzw. 8,5 Prozent. bundesbank.de

    ¹Bargeld, Einlagen, Schuldverschreibungen, Aktien, Anteilsrechte, Anteile an Investmentfonds, Ansprüche aus Nichtlebensversicherungen, Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen, Finanzderivate, Mitarbeiteraktienoptionen, Kredite und sonstige Forderungen.
    ²Einzelpersonen oder mehrere Personen umfassende Lebensgemeinschaften, die als selbstständige Wirtschaftseinheiten in erster Linie als Anbieter von Arbeitskraft und als Konsumenten in Erscheinung treten. Zum Sektor der privaten Haushalte zählen auch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Verbände, Vereine und Ähnliche).

    Zum Thema

    Sachvermögen privater Haushalte erreichte Ende 2020 über 9,4 Billionen Euro
    Das Sachvermögen (Immobilien, Ausrüstung, Nutztiere, Nutzpflanzungen, geistiges Eigentum) der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck wird von der Deutschen Bundesbank, zum Jahresende 2020, mit 9.440 Milliarden Euro (+ 4,6 % ggü. 2019) erfasst. bundesbank.de (Seite 14)

    Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögensbefragung 2017:
    „Wie ungleich die Verteilung ist, lässt sich demnach auch am Anteil des Vermögens ablesen, das den oberen 10 % der Nettovermögensverteilung gehört. Diese Gruppe nannte in Deutschland im Jahr 2017 etwa 55 % des gesamten Nettovermögens ihr Eigen.“ bundesbank.de (Seite 16)

    Andreas von Westphalen, Deutschlandfunk, im Gespräch mit Thomas Piketty, Wirtschaftswissenschaftler, über die Sakralisierung des Kapitals und deren Folgen deutschlandfunk.de.

    Eine Dokumentation über „Die zerrissene Gesellschaft“ in Deutschland, nicht erst seit bzw. durch die Corona-Pandemie, sehen Sie hier 3sat.de.

    Ergänzende Beiträge hören und lesen Sie mit Hilfe der Schlagwortsuche.

  • Umweltsch(m)utz: Pestizide belasten Grundwasser

    13.04.2022/EG
    Quelle: Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau

    Umweltbundesamt untersuchte Abbauprodukte (Metaboliten) von Pflanzenschutzmitteln und ihre Risiken für das Grundwasser

    Zusammenfassung: „Das Grundwasser in Deutschland genießt einen hohen gesetzlichen Schutz und hat überwiegend eine sehr gute Qualität. Signifikante Einträge von Pflanzenschutzmitteln ins Grundwasser werden nicht geduldet. Jedoch beobachtet das Umweltbundesamt (UBA) Lücken im Zulassungsverfahren und eine Verringerung des Schutzniveaus in der Praxis. Dies betrifft unter anderem bestimmte Abbauprodukte, sogenannte nicht relevante Metaboliten. Hinter dieser vermeintlich harmlosen und kaum beachteten Stoffgruppe verbergen sich oft umweltkritische Eigenschaften. Viele der Stoffe sind mobil und versickern leicht in das Grundwasser. Sie verbleiben teils lange in der Umwelt, können kaum aus dem Wasser entfernt werden und so auch ins Trinkwasser gelangen. Für den Naturhaushalt fehlt häufig das Wissen über langfristige Folgen. Um das Grundwasser dauerhaft zu schützen, braucht es Nachbesserungen im Zulassungsverfahren, ambitionierte agrarpolitische Maßnahmen sowie einen Schulterschluss von Behörden, Politik und Zivilgesellschaft.“
    Die Ergebnisse lesen Sie hier umweltbundesamt.de.

  • Buchtipp: Wer älter wird, braucht Spaß am Leben

    08.04.2022/EG

    Bernd Stelter: Wer älter wird, braucht Spaß am Leben

    Sachbuch (Alter, Leben)

    „Rund um seinen 60. Geburtstag stellt sich Bernd Stelter dem Älterwerden – das gar nicht so schlecht ist, wie er findet, vor allem, wenn man die Alternative bedenkt. Aber: Jetzt geht’s ums letzte Drittel, Zeit für eine Bestandsaufnahme, um barrierefrei Neunzig zu werden. Stelter beginnt zu gehen, 10.000 Schritte täglich, und seine Muskeln so lange zu triezen, bis sie brennen. Aber der Mensch ist ja nicht nur Körper, da ist auch ein Geist, der nicht verkalken soll. Was könnte da besser geeignet sein, als jetzt, nach zwanzig Jahren Holland-Urlaub auf Deutsch endlich mal die Landessprache unserer Nachbarn zu lernen? Krach-Unfälle und Versprecher sind garantiert. Vor allem aber widmet sich Stelter voller Humor seinem eigentlich Herzensthema: der Freundlichkeit, mit uns selbst und mit unseren lieben Mitmenschen. Denn da gibt es einiges zu entdecken …“

    Autor

    Bernd Stelter, Jahrgang 1961, ist einer der bekanntesten deutschen Kabarettisten. Zehn Jahre lang war er Teil der 7 Köpfe auf RTL, ebenso lang moderierte er die beliebte WDR-Spielshow NRWDuell. Außerdem tourt er mit seinen Kabarettprogrammen durch Deutschland. Bernd Stelter lebt mit seiner Frau in der Nähe von Köln.

    Lübbe Verlag, ISBN: 978-3-7517-1866-0, E-Buch, 17 Euro

  • Gesundheitspolitik: Vom Patienten zum Renditeobjekt

    07.04.2022/EG
    Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), München

    IGES-Institut untersuchte für die KVB die Kommerzialisierung im solidarischen Gesundheitssystem

    Schlussfolgerungen ab Seite 118 ff, auszugsweise:
    „Der wichtigste Einwand gegen die zunehmende Übernahme von vertragsärztlichen Versorgungseinrichtungen durch Finanzinvestoren betrifft die Befürchtung bzw. den Vorwurf, dass damit eine „Kommerzialisierung“ der medizinischen Versorgung einherginge, d.h. eine für die Patienten nachteilige und zu Unwirtschaftlichkeit i.S. des § 12 SGB V führende Überformung bzw. Beeinflussung von medizinischen Entscheidungen und Vorgehensweisen durch ökonomische Zielsetzungen. Dieser Vorwurf ist nicht ganz fernliegend, wenn man die Selbstbeschreibungen von Private Equity Investoren und ihren Beratern ernstnimmt oder wirtschaftswissenschaftliche Studien zu diesem Sektor des Kapitalmarktes zugrunde legt, die übereinstimmend die Erzielung von überdurchschnittlichen Kapitalrenditen als wesentliche Fähigkeit dieser Finanzmarktakteure benennen. […]
    Die hier vorgelegten Analysen des Leistungsgeschehens von Ärzten, die bei gleicher Fachrichtung in unterschiedlichen Betriebsformen bzw. Trägerschaften und Eigentumsverhältnissen tätig sind, zeigen, dass in mehreren Fachgruppen die MVZ deutlich höhere Honorarvolumina abrechnen als Einzelpraxen. Auch die Analysen zu den bei mitversorgenden Ärzten veranlassten Leistungen zeigen einen deutlichen Effekt, wenn der steuernde Hausarzt in einem MVZ tätig ist. In einer fachgruppenübergreifenden Betrachtung zeigt sich, dass MVZ im Eigentum von Finanzinvestoren (PEG-MVZ) in noch deutlich ausgeprägterem Maße als die Gesamtheit der MVZ höhere Honorarvolumina abrechnen als Einzelpraxen. […]
    Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass unter sonst gleichen Bedingungen eine Versorgung in MVZ – zumindest bestimmter Fachrichtungen – sowie insbesondere bei MVZ im Eigentum von Finanzinvestoren höhere Honorarumsätze nach sich zieht, was die These einer stärkeren Ausrichtung an ökonomischen Motiven stützt.“

    Das Gutachten lesen Sie hier ↗kvb.de.

    Die Kurzfassung des Gutachtens lesen Sie hier ↗kvb.de.

    Zum Thema

    „Spekulanten greifen nach Arztpraxen“, die NDR-Recherche sehen Sie hier ndr.de.

  • Pandemie: Medien und andere Konfliktquellen

    05.04.2022/EG
    Quelle: Deutscher Ethikrat, Berlin

    Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zur Verwundbarkeit und Anpassungsfähigkeit in einer Pandemie

    Seite 20, Absatz 65: „Massenmedien und insbesondere die öffentlich‐rechtlichen Rundfunk‐ und Fernsehanstalten haben gerade in Krisenzeiten die für eine republikanisch verfasste Demokratie unverzichtbare Aufgabe, das strittige Für und Wider von Maßnahmen in einer räsonierenden Öffentlichkeit hör‐ und sichtbar zu machen. Der kritische Teil dieser Aufgabe wurde zu Beginn der Corona‐Krise nicht immer im wünschenswerten Maß erfüllt. Zwar mag die Zurückhaltung, angesichts der Größe, der Neuartigkeit sowie der „Plötzlichkeit“ der pandemischen Problemlagen jedes Detail mit scharfer Kritik zu fokussieren, durchaus verständlich und berechtigt gewesen sein. Im weiteren Verlauf der Pandemie jedoch wurden selbst offenkundige Fehlentwicklungen von einem sich selbst als „konstruktiv“ oder „gemeinwohlsensibel“ verstehenden Journalismus kaum in der notwendigen Deutlichkeit aufgegriffen.“

    Seite 139/140: „Wie gut Staat und Bevölkerung kommunizieren, hängt entscheidend von der Vermittlung durch die Medien ab. Diese stehen deshalb nicht nur in der Verantwortung, gesellschaftliche Entwicklungen in der Breite zu begleiten und insbesondere staatliche Herrschaftsausübung kritisch zu hinterfragen. Diesseits konkreter medienrechtlicher Vorgaben (etwa Trennung von Bericht und Kommentar, Ausgewogenheit) besteht ferner die allgemeinere, demokratietheoretisch und ethisch fundierte Erwartung, Einseitigkeiten entgegenzusteuern und sie auszugleichen. In einer Demokratie müssen – in den Grenzen der Meinungsfreiheit – sämtliche relevanten Stimmen zu Wort kommen, sowohl von Betroffenen als auch von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen. Nur wo Pluralität hör‐ und sichtbar wird, ist differenzsensibles Handeln möglich.“

    Die Stellungnahme lesen Sie hier ethikrat.org.