Kategorie: Allgemein

  • Gesundheit: Körperliche Inaktivität macht krank

    08.04.2021/National Library of Medicine, Bethesda (USA)

    Peter T. Katzmarzyk, Biowissenschaftler am Pennington Biomedical Research Center in Baton Rouge, Christine Friedenreich, Biowissenschaftlerin am Cancer Epidemiology and Prevention Research in Calgary, Eric J. Shiroma, wissenschaftlicher Mitarbeiter am National Institute on Aging in Bethesda, und I-Min Lee, Biowissenschaftlerin an der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston, untersuchten die gesundheitlichen Risiken durch körperliche Inaktivität

    „Zielsetzung: Körperliche Inaktivität ist ein Risikofaktor für vorzeitige Sterblichkeit und mehrere nicht übertragbare Krankheiten. Das Ziel dieser Studie war es, die globale Belastung durch körperliche Inaktivität abzuschätzen und Unterschiede nach Ländereinkommen und Region zu untersuchen.

    Methoden: Für 168 Länder wurden bevölkerungsbezogene, prävalenzbasierte Population attributable risks (PAR) berechnet, um abzuschätzen, wie viele Krankheiten vermieden werden könnten, wenn körperliche Inaktivität beseitigt würde. Wir berechneten PARs (Prozentsatz der Fälle, die auf Inaktivität zurückzuführen sind) für die Gesamtmortalität, die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nicht übertragbare Krankheiten, einschließlich koronarer Herzkrankheiten, Schlaganfall, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Demenz, Depression und Krebserkrankungen der Blase, der Brust, des Dickdarms, der Gebärmutterschleimhaut, der Speiseröhre, des Magens und der Niere.

    Ergebnisse: Weltweit sind 7,2 % bzw. 7,6 % der Todesfälle durch alle Ursachen und kardiovaskuläre Erkrankungen auf körperliche Inaktivität zurückzuführen. Die Anteile der nicht übertragbaren Krankheiten, die auf körperliche Inaktivität zurückzuführen sind, reichen von 1,6 % für Hypertonie bis 8,1 % für Demenz. Es gab ein zunehmendes Gefälle zwischen den Einkommensgruppen; die PARs waren in Ländern mit hohem Einkommen mehr als doppelt so hoch wie in Ländern mit niedrigem Einkommen. Allerdings treten 69 % der gesamten Todesfälle und 74 % der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die mit körperlicher Inaktivität in Verbindung gebracht werden, in Ländern mit mittlerem Einkommen auf, wenn man ihre Bevölkerungsgröße berücksichtigt. Es wurden auch regionale Unterschiede beobachtet, wobei die höchsten PARs in Lateinamerika/Karibik und in westlichen und asiatisch-pazifischen Ländern mit hohem Einkommen auftraten, während die geringste Belastung in Ozeanien und Ost-/Südostasien zu verzeichnen war.

    Schlussfolgerung: Die globale Belastung durch körperliche Inaktivität ist erheblich. Die relative Belastung ist in Ländern mit hohem Einkommen am größten; die größte Anzahl von Menschen (absolute Belastung), die von körperlicher Inaktivität betroffen sind, lebt jedoch in Ländern mit mittlerem Einkommen, wenn man die Größe ihrer Bevölkerungen berücksichtigt.“ ↗ncbi.nlm.nih.gov

  • Buchtipp: Die Rente

    02.04.2021/EG

    Klaus Müller: Die Rente

    Sachbuch (Alterssicherung, Rente, Politik, Wirtschaft)

    „Klaus Müller stellt zunächst die Entstehung des deutschen Rentensystems im Zuge der Bismarck’schen Politik von Zuckerbrot und Peitsche gegenüber der sozialistischen Arbeiterbewegung dar. Danach verfolgt er, wie es vor und nach dem Zweiten Weltkrieg weiterging, um sodann die gegenwärtige Situation unter die Lupe zu nehmen: Seit Jahren steigt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, während die der Beitragszahler*innen sinkt. Steht somit also der »Generationenvertrag« vor dem Aus? Scheitert die solidarische Umlagefinanzierung? Führt deshalb kein Weg vorbei am Ausbau der privaten Vorsorge für das Alter? Und sind langfristige Beitragserhöhungen ohne Alternative? Oder muss die Lebensarbeitszeit verlängert werden, um das deutsche Rentensystem zu retten? Klaus Müller weist nach, dass allen Unkenrufen zum Trotz diese Fragen verneint werden können. Er belegt, dass und wie das System der umlagefinanzierten Altersrente den künftigen Anforderungen standhalten kann. Es auszubauen und durch staatliche Zuschüsse zu stärken, das ist – wie Müller schlüssig nachweist – der einzig sichere Weg, die Altersrente als tragende Säule der Alterssicherung zukunftsfest zu machen.“

    Autor

    Klaus Müller, Prof. Dr. sc. oec., *1944, bis 1991 beschäftigt an der TU Karl-Marx-Stadt und der TU Chemnitz. Danach freiberuflicher Dozent für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Von 2000 bis 2009 Leiter des Studiengangs »Mittelständische Wirtschaft« an der Berufsakademie Glauchau. Etwa 400 Publikationen.

    PapyRossa Verlag, ISBN: 978-3-89438-760-0, Buch, 134 Seiten, 10 Euro

  • Energiewende: Unzureichende Regierungsarbeit

    31.03.2021/EG
    Quelle: Bundesrechnungshof, Bonn

    Bundesrechnungshof kritisiert die Umsetzung der Energiewende im Hinblick auf die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit bei Elektrizität

    „Die Steuerung der Energiewende durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist nach wie vor mangelhaft. Das BMWi geht von teils zu optimistischen und teils unplausiblen Annahmen zur Sicherheit der Stromversorgung aus. Es muss deshalb sein Monitoring der Versorgungssicherheit vervollständigen.
    Außerdem hat das BMWi immer noch nicht festgelegt, was es unter einer preisgünstigen Stromversorgung versteht. Die Strompreise für private Haushalte sowie kleine und mittlere Gewerbe- und Industriekunden liegen in Deutschland europaweit an der Spitze. Einen Großteil des Strompreises machen staatlich geregelte Bestandteile aus, insbesondere die EEG-Umlage und die Netzentgelte. Der Bundesrechnungshof empfiehlt, diese Strompreis-Bestandteile grundlegend zur reformieren.“

    Den Bericht lesen Sie hier ↗bundesrechnungshof.de.

  • Neuregelungen ab April

    30.03.2021/EG
    Quelle: Bundesregierung, Berlin

    Zum April kommen treten folgende Neuregelungen in Kraft:

    Planungssicherheit für Investitionsprojekte
    Viele Gemeindeverwaltungen sind wegen der geltenden Corona-Kontaktbeschränkungen für den allgemeinen Publikumsverkehr gesperrt. Sie können somit Planungsunterlagen für öffentliche Bau- und Erschließungsprojekte nicht öffentlich auslegen. Das Planungssicherstellungsgesetz vom 20. Mai 2020 besagt, dass die öffentliche Beteiligung in Genehmigungsverfahren rechtssicher und ohne zeitlichen Aufschub durchgeführt werden kann. Erörterungen und Antragskonferenzen können online stattfinden. Die Sonderregelung wurde bis Ende 2022 verlängert. bundesregierung.de

    Jugendschutz
    Das neue Jugendschutzgesetz verbessert den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet und in den sozialen Medien. Anbieter sind verpflichtet, Minderjährige vor Mobbing, sexueller Belästigung oder Kostenfallen zu bewahren. Das Gesetz tritt am 01. April in Kraft. bundesregierung.de

    Adoptionen
    Adoptivfamilien, die Herkunftsfamilien und die Kinder erhalten mehr Hilfe und Unterstützung. Dies wird erreicht durch eine bessere Beratung, Aufklärung und Vermittlung. Die Vorgaben bei Auslandsadoptionen werden verbindlicher. Die Neuerungen treten zum 01. April in Kraft. bundesregierung.de

    Alterssicherung für Landwirte
    Die Einkommensgrenzen für den Anspruch auf einen Beitragszuschuss werden ab dem 01. April deutlich angehoben und dynamisch ausgestaltet. Damit profitieren künftig mehr einkommensschwächere Landwirtinnen und Landwirte von einem Beitragszuschuss in der Alterssicherung. bmel.de

    Förderung von E-Fahrzeugen für Fahrschulen / Änderung der Fahrprüfung
    Wer ab dem 01. April 2021 seine praktische Fahrprüfung in einem Automatik-Pkw ablegt, darf anschließend trotzdem Autos mit Schaltung fahren. Voraussetzung dafür: Mindestens zehn zusätzliche Fahrstunden in einem Schaltfahrzeug und eine Bescheinigung über die Fahrtauglichkeit mit Schaltgetriebe. Hierfür muss eine 15-minütige Testfahrt absolviert werden. Damit soll der Einsatz von E-Autos in der Fahrausbildung gefördert werden. ↗bmvi.de

  • 1.002. Sitzung des Bundesrates

    27.03.2021/EG
    Quelle: Bundesrat, Berlin

    Ausgewählte Beschlüsse der Länderkammer vom 26. März 2021:

    TOP 10 Pflegeversicherung
    Mecklenburg-Vorpommern kritisiert das im Herbst 2020 vorgestellte Eckpunktepapier der Bundesregierung zur Pflegereform. Neben der darin vorgesehenen geringen Entlastung der pflegebedürftigen Menschen moniert das Bundesland das schleppende Vorgehen. Für Mecklenburg-Vorpommern zählt die Reform zu den dringendsten sozialpolitischen Aufgaben. Angesichts rasant steigender Kosten in der Pflege dulde diese notwendige und eng durch die Länder zu begleitende Reform keinen weiteren zeitlichen Aufschub.
    Ab 19. April 2021 berät der federführende Gesundheitsausschuss über die Landesinitiative. Sobald er seine Beratungen abgeschlossen hat, kommt der Entschließungsantrag zur Abstimmung wieder auf die Plenartagesordnung.

    TOP 11 Immobilienregister
    Ein Antrag des Landes Berlin zur Einrichtung eines bundesweiten zentralen Immobilienregisters lehnte der Bundesrat ab.

    TOP 48 Handwerksordnung
    Mit dem Gesetzentwurf verfolgt die Bundesregierung das Ziel, Entwicklungen im Handwerksrecht in der Handwerksordnung und anderen handwerksrechtlichen Vorschriften nachzuvollziehen (zum Beispiel Einführung der Doppik durch die Kammern, aktuelle Bezeichnung von Gewerben, Erlass von Aus-bildungs- und Meisterprüfungsverordnungen). Außerdem sind durch die Wiedereinführung der Zulassungspflicht für einzelne, zuvor zulassungsfreie Handwerke im Zuge der letzten Änderung der Handwerksordnung weitere Anpassungen erforderlich.
    Da die Tarifbindung im Handwerk zurückgehe, soll die Aufgabe der Innungen und ihrer Innungsverbände im Bereich des Tarifgeschehens stärker als bisher betont und das entsprechende Bewusstsein der Mitglieder und Organe in den Innungen verbessert werden. Dem Rückgang der Tarifbindung soll so entgegengewirkt werden.
    Der Bundesrat erhob keine Einwendungen gegen den Gesetzentwurf.

    TOP 88 Lobbyregister
    Bundesrat billigt das „Gesetz zur Einführung eines Lobbyregisters für die Interessenvertretung gegenüber dem Deutschen Bundestag und gegenüber der Bundesregierung (Lobbyregistergesetz – LobbyRG)“.
    Die Lücken des Gesetzes lesen Sie hier lobbycontrol.de.

    Die Tagesordnung lesen Sie hier bundesrat.de.