Kategorie: Allgemein

  • Umweltschutz: Erheblicher politischer Handlungsbedarf

    13.04.2021/EG
    Quelle: Umweltbundesamt (UBA), Dessau-Roßlau

    In seinem „Umweltmonitor 2020“ bewertet das UBA nur drei von 30 Bewertungs-Indikatoren positiv

    Der „Umweltmonitor 2020“ des Umweltbundesamtes zeichnet ein gemischtes Bild zum Zustand der Umwelt in Deutschland. Insbesondere sieht das UBA in den Indikatoren „Heiße Tage“, „Globale Lufttemperatur“, „Umweltmanagement“, „Energieverbrauch des Verkehrs“, „Belastung der Bevölkerung durch Verkehrslärm“, „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“, „Kunststoffmüll in der Nordsee“, „Ökologischer Zustand der Flüsse“ und „Nitrat im Grundwasser“, zunehmend belastende Trends.

    Den Bericht „Umweltmonitor 2020“ lesen Sie hier umweltbundesamt.de.

    Zum Thema

    OECD: Große Lücke zwischen CO2-Bepreisung und tatsächlichen CO2-Klimakosten
    Die OECD-Studie untersucht die aus Steuern und Emissionshandel resultierenden Preise für CO2- Emissionen in den 44 OECD- und G20-Ländern. Diese Länder verursachen zusammen 80 Prozent des weltweiten energiebedingten Kohlenstoffausstoßes.
    Die Studie nutzt einen sogenannten Carbon Pricing Score, der in Prozent angibt, wie nah sich die Länder bei der CO2-Bepreisung am empfohlenen Schätzwert befinden. Legt man einen Preis von 60 Euro pro Tonne CO2 (100 %) zugrunde, wird der höchste Score mit knapp 70 Prozent von den Ländern Schweiz (69 %), Luxemburg (69 %) und Norwegen (68 %) erreicht. Deutschland liegt bei 41 Prozent.
    Die Studie lesen Sie hier oecd.org.

    Claudia Kemfert, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Leuphana Universität Lüneburg und am DIW Berlin, über das „Brückentechnologietheater“:
    „Seit über 40 Jahren läuft das so. Dass sich die Bedarfsszenarien im Nachhinein immer als falsch herausgestellt haben, dass wir immer neue fossile Infrastrukturen gebaut haben, die nicht zu den internationalen Klimavereinbarungen passen: egal. Am Ende werden mit Steuergeldern den unnützen Investitionen horrende Entschädigungszahlungen hinterhergeworfen. So geschehen bei Atom und Kohle.
    Jetzt also die nächste Inszenierung des Brückentechnologietheaters mit fossilem Erdgas in der Hauptrolle: Wasserstoff klingt harmlos. Die Farben grau und blau übertünchen, dass bei der grauen Wasserstoffherstellung aus Erdgas hohe CO2-Emissionen entstehen. In der Blau-Version würden diese als Problemmüll eingelagert. Wie immer bei „Brückentechnologien“ ist die Namensgebung ein Ablenkungsmanöver. Statt über Müll reden wir über „Übergangstechnologien“, diesmal in die grüne Wasserstoffwelt.“
    Den Beitrag lesen Sie hier diw.de.

  • Buchtipp: Medienanalyse

    09.04.2021/EG

    Sabine Schiffer: Medienanalyse
    Ein kritisches Lehrbuch

    Sachbuch (Informationen, Informationskonsum, Medien)

    „Die Macht der Medien wächst stetig, ihr Einfluss auf unser Leben ist erheblich. Sie prägen unseren Blick auf die Welt, können ihn verstellen oder befreien. Auf diese Weise leiten sie unser Handeln und so muss die Fähigkeit, diese Einflüsse zu durchschauen, in einer offenen Gesellschaft als zentrales Ziel gelten, damit jede und jeder in der Lage ist, sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden und für sie einzutreten. Die Bedeutung dieser Kompetenz wächst heute mindestens genauso rasant wie die Masse an Informationen, denen wir alle zu jeder Tag- und Nachtzeit ausgesetzt sind. Ob für den Laien oder die angehende Akademikerin: Sabine Schiffer legt nun ein Buch vor, das sowohl theoretische Grundlagen liefert als auch an etlichen Beispielen aufzeigt, wie Medienanalyse konkret aussieht. Welche Möglichkeiten gibt es, innerhalb der täglichen Informationsflut den Überblick darüber zu behalten, was echt und wahr und was falsch und unwahr ist? Endlich eine kritische Einführung, die nicht nur Gefahren und Möglichkeiten der Manipulation aufdeckt, sondern zugleich Werkzeuge an die Hand gibt, diese zu erkennen und ihnen zu begegnen! Wer wissen will, worauf beim täglichen Medienkonsum zu achten ist, kommt an diesem Buch nicht vorbei.“

    Autorin

    Prof. Dr. Sabine Schiffer, geboren 1966, studierte Sprachwissenschaft in Erlangen und entdeckte früh die Semiotik. Sie promovierte zum Islambild in den Medien und gründete 2005 das Institut für Medienverantwortung. Neben der Forderung nach einem systematischen Lehrplan für ein Schulfach Medienbildung setzt sich das IMV für eine kritische Auseinandersetzung mit jeglichen medial konstruierten Debatten ein.

    Westend Verlag, ISBN: 978-3-86489-818-1, E-Buch, 304 Seiten, 16 Euro

  • Gesundheit: Körperliche Inaktivität macht krank

    08.04.2021/National Library of Medicine, Bethesda (USA)

    Peter T. Katzmarzyk, Biowissenschaftler am Pennington Biomedical Research Center in Baton Rouge, Christine Friedenreich, Biowissenschaftlerin am Cancer Epidemiology and Prevention Research in Calgary, Eric J. Shiroma, wissenschaftlicher Mitarbeiter am National Institute on Aging in Bethesda, und I-Min Lee, Biowissenschaftlerin an der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston, untersuchten die gesundheitlichen Risiken durch körperliche Inaktivität

    „Zielsetzung: Körperliche Inaktivität ist ein Risikofaktor für vorzeitige Sterblichkeit und mehrere nicht übertragbare Krankheiten. Das Ziel dieser Studie war es, die globale Belastung durch körperliche Inaktivität abzuschätzen und Unterschiede nach Ländereinkommen und Region zu untersuchen.

    Methoden: Für 168 Länder wurden bevölkerungsbezogene, prävalenzbasierte Population attributable risks (PAR) berechnet, um abzuschätzen, wie viele Krankheiten vermieden werden könnten, wenn körperliche Inaktivität beseitigt würde. Wir berechneten PARs (Prozentsatz der Fälle, die auf Inaktivität zurückzuführen sind) für die Gesamtmortalität, die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nicht übertragbare Krankheiten, einschließlich koronarer Herzkrankheiten, Schlaganfall, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Demenz, Depression und Krebserkrankungen der Blase, der Brust, des Dickdarms, der Gebärmutterschleimhaut, der Speiseröhre, des Magens und der Niere.

    Ergebnisse: Weltweit sind 7,2 % bzw. 7,6 % der Todesfälle durch alle Ursachen und kardiovaskuläre Erkrankungen auf körperliche Inaktivität zurückzuführen. Die Anteile der nicht übertragbaren Krankheiten, die auf körperliche Inaktivität zurückzuführen sind, reichen von 1,6 % für Hypertonie bis 8,1 % für Demenz. Es gab ein zunehmendes Gefälle zwischen den Einkommensgruppen; die PARs waren in Ländern mit hohem Einkommen mehr als doppelt so hoch wie in Ländern mit niedrigem Einkommen. Allerdings treten 69 % der gesamten Todesfälle und 74 % der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die mit körperlicher Inaktivität in Verbindung gebracht werden, in Ländern mit mittlerem Einkommen auf, wenn man ihre Bevölkerungsgröße berücksichtigt. Es wurden auch regionale Unterschiede beobachtet, wobei die höchsten PARs in Lateinamerika/Karibik und in westlichen und asiatisch-pazifischen Ländern mit hohem Einkommen auftraten, während die geringste Belastung in Ozeanien und Ost-/Südostasien zu verzeichnen war.

    Schlussfolgerung: Die globale Belastung durch körperliche Inaktivität ist erheblich. Die relative Belastung ist in Ländern mit hohem Einkommen am größten; die größte Anzahl von Menschen (absolute Belastung), die von körperlicher Inaktivität betroffen sind, lebt jedoch in Ländern mit mittlerem Einkommen, wenn man die Größe ihrer Bevölkerungen berücksichtigt.“ ↗ncbi.nlm.nih.gov

  • Buchtipp: Die Rente

    02.04.2021/EG

    Klaus Müller: Die Rente

    Sachbuch (Alterssicherung, Rente, Politik, Wirtschaft)

    „Klaus Müller stellt zunächst die Entstehung des deutschen Rentensystems im Zuge der Bismarck’schen Politik von Zuckerbrot und Peitsche gegenüber der sozialistischen Arbeiterbewegung dar. Danach verfolgt er, wie es vor und nach dem Zweiten Weltkrieg weiterging, um sodann die gegenwärtige Situation unter die Lupe zu nehmen: Seit Jahren steigt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, während die der Beitragszahler*innen sinkt. Steht somit also der »Generationenvertrag« vor dem Aus? Scheitert die solidarische Umlagefinanzierung? Führt deshalb kein Weg vorbei am Ausbau der privaten Vorsorge für das Alter? Und sind langfristige Beitragserhöhungen ohne Alternative? Oder muss die Lebensarbeitszeit verlängert werden, um das deutsche Rentensystem zu retten? Klaus Müller weist nach, dass allen Unkenrufen zum Trotz diese Fragen verneint werden können. Er belegt, dass und wie das System der umlagefinanzierten Altersrente den künftigen Anforderungen standhalten kann. Es auszubauen und durch staatliche Zuschüsse zu stärken, das ist – wie Müller schlüssig nachweist – der einzig sichere Weg, die Altersrente als tragende Säule der Alterssicherung zukunftsfest zu machen.“

    Autor

    Klaus Müller, Prof. Dr. sc. oec., *1944, bis 1991 beschäftigt an der TU Karl-Marx-Stadt und der TU Chemnitz. Danach freiberuflicher Dozent für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Von 2000 bis 2009 Leiter des Studiengangs »Mittelständische Wirtschaft« an der Berufsakademie Glauchau. Etwa 400 Publikationen.

    PapyRossa Verlag, ISBN: 978-3-89438-760-0, Buch, 134 Seiten, 10 Euro

  • Energiewende: Unzureichende Regierungsarbeit

    31.03.2021/EG
    Quelle: Bundesrechnungshof, Bonn

    Bundesrechnungshof kritisiert die Umsetzung der Energiewende im Hinblick auf die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit bei Elektrizität

    „Die Steuerung der Energiewende durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist nach wie vor mangelhaft. Das BMWi geht von teils zu optimistischen und teils unplausiblen Annahmen zur Sicherheit der Stromversorgung aus. Es muss deshalb sein Monitoring der Versorgungssicherheit vervollständigen.
    Außerdem hat das BMWi immer noch nicht festgelegt, was es unter einer preisgünstigen Stromversorgung versteht. Die Strompreise für private Haushalte sowie kleine und mittlere Gewerbe- und Industriekunden liegen in Deutschland europaweit an der Spitze. Einen Großteil des Strompreises machen staatlich geregelte Bestandteile aus, insbesondere die EEG-Umlage und die Netzentgelte. Der Bundesrechnungshof empfiehlt, diese Strompreis-Bestandteile grundlegend zur reformieren.“

    Den Bericht lesen Sie hier ↗bundesrechnungshof.de.