Autor: 8dF1v0

  • Filialnetz der Banken mit immer größeren Lücken

    19.05.2017/EG aus der Deutschen Bundesank, Frankfurt am Main

    Banken 2016: Anzahl inländischer Zweigstellen verringerte sich im Jahr 2016 um 2.019 auf 32.026 Zweigstellen (- 5,9 %) / Sparkassennetz minus 7,8 % / Genossenschaftsnetz minus 6,1 %

    In nahezu allen Sektoren des Kreditgewerbes – außer bei Zweigstellen ausländischer Banken – sank die Zahl der Filialen per Saldo. Der größte Rückgang war erneut im Sparkassenbereich (einschließlich Landesbanken minus 922 bzw. 7,8 Prozent) auf 10.939 Filialen zu verzeichnen. Hier wird jedoch weiterhin die größte Filialzahl unterhalten (Anteil 34,2 Prozent).

    Auch im genossenschaftlichen Sektor erfolgte eine deutliche Verringerung um 664 bzw. um 6,1 Prozent auf 10.169 Filialen. Der Anteil am gesamten Filialnetz deutscher Kreditinstitute beträgt 31,8 Prozent. ↗bundesbank.de

  • Hoher Anteil atypischer Beschäftigung

    19.05.2017/EG aus dem Wirtschaft- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI), Düsseldorf

    2016 waren fast 40 % aller abhängig Hauptbeschäftigten (ohne Beamte und Selbständige) in atypischen Jobs

    „Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2016 positiv entwickelt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit ist deutlich gewachsen. Noch stärker hat allerdings die atypische Beschäftigung zugenommen: 2016 waren rund 39,6 Prozent aller abhängigen Hauptbeschäftigungsverhältnisse (ohne Beamte und Selbständige) atypische Jobs, 2015 lag die Quote noch bei 39,3 Prozent. Die Zahl der oft besonders schlecht bezahlten und abgesicherten Minijobber im Haupterwerb hat jedoch um etwa 46.000 Beschäftigte abgenommen – auf 5,14 Millionen.“

    Einen aktuellen Stand atypischer Beschäftigung in den Regionen sehen Sie hier↗boeckler.de.

    Zu den atypischen Beschäftigungsformen werden – in Abgrenzung vom Normalarbeitsverhältnis – Teilzeitbeschäftigungen mit 20 oder weniger Arbeitsstunden pro Woche, geringfügige Beschäftigungen, befristete Beschäftigungen sowie Zeitarbeitsverhältnisse gezählt.

  • Buchtipp: Licht und Glut

    19.05.2017/EG

    Jennifer Haigh: Licht und Glut

    Roman (Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, USA)

    Bakerton im ländlichen Pennsylvania hat schon bessere Zeiten gesehen. Die einst blühende Region ist durch den Niedergang von Kohle und Stahl schwer gezeichnet. Ist es da Segen oder Fluch, dass ein Energiekonzern den verarmten Landbesitzern plötzlich das große Geld verspricht?
    Naivität und Gier, Hysterie und blinder Aktivismus, Ehekrisen und unverhoffte neue Allianzen – der Erdgas-Boom bringt die kleine eingeschworene Gemeinschaft aus den Fugen. (mehr …)

  • LeiharbeiterInnen gesucht

    18.05.2017/EG

    NRO LabourNet, Bochum, sucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in Deutschland

    Klagevorschlag von Rechtswissenschaftler Wolfgang Däubler:

    “Ein Leiharbeitnehmer, der nach einem DGB-Leiharbeit-Tarif vergütet wurde, macht bei seinem früheren Leiharbeitgeber »gleiche Bezahlung wie eine vergleichbare Stammkraft« (also Equal Pay) geltend und klagt die Differenz zu seinem bisherigen niedrigeren Lohn ein. Begründung: Weil die Tarife wegen Überschreitung der Ermächtigungsgrundlage (Erläuterung siehe unten) unwirksam sind, steht ihm »Equal Pay« zu.
    Das Arbeitsgericht überprüft dann, …“ labournet.de.

    Arbeitnehmervertreter ‘IG Metall‘ zum Thema „Bessere Leiharbeits-Tarife in der Metallindustrie“ (Auszug):

    „Der Tarifvertrag ermöglicht es Betriebsräten, noch bessere und passgenaue Vereinbarungen für Leiharbeiter auszuhandeln: mehr Geld, etwa gleiche Bezahlung wie Stammbeschäftigte ab dem ersten Tag. Oder eine maximale Quote von Leiharbeitern in der Belegschaft. Dafür können Betriebsräte in Ausnahmen freiwillig die Verleihdauer auf bis zu 48 Monate verlängern. Das ergibt in einigen Betrieben Sinn. Beispielsweise dort, wo Leihbeschäftigte als Fachkräfte in längeren Projekten arbeiten, etwa in Forschung und Entwicklung.“ igmetall.de

    Einen Überblick zur Entwicklung der sogenannten Arbeitnehmerüberlassung lesen Sie hierwikipedia.org.

    Das Geschäft mit Arbeitskräften – die Großen der Branche in Deutschland:

    • Randstad Gruppe Deutschland: etwa 58.000 (Leih-)Arbeiter erarbeiteten im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 2,1 Mrd. Euro
    • Adecco Germany: etwa 37.000 (Leih-)Arbeiter erarbeiteten im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 1,7 Mrd. Euro
    • ManpowerGroup Germany: etwa 20.000 (Leih-)Arbeiter erarbeiteten im Jahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 0,8 Mrd. Euro
    • Persona Service: etwa 18.000 (Leih-)Arbeiter erarbeiteten im Jahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 0,8 Mrd. Euro
    • I. K. Hofmann: etwa 23.000 (Leih-)Arbeiter erarbeiteten im Jahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 0,8 Mrd. Euro
    • AutoVision (ein Unternehmen der Volkswagen AG): etwa 10.300 (Leih-)Arbeiter erarbeiteten im Jahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 0,6 Mrd. Euro)

    Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales:

    „Leiharbeit und Werkverträge geben unserer Wirtschaft Flexibilität. Wir wollen verhindern, dass sie missbraucht werden, um Druck auf Beschäftigte, Löhne und Arbeitsbedingungen zu machen.“

    Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird seit 2013 von Andrea Nahles (SPD) geführt. Die Vorgänger waren Ursula von der Leyen (CDU, 2009 bis 2013), Franz Josef Jung (CDU, 2009), Olaf Scholz (SPD, 2007 bis 2009), Franz Müntefering (SPD, 2005 bis 2007), Ulla Schmidt und Wolfgang Clement (SPD, 2002 bis 2005), Walter Riester (SPD, 1998 bis 2002).

    Die Zuständigkeiten für die Themen Arbeit und Soziales waren in den Jahren 2002 bis 2005 in die BM Gesundheit und Soziale Sicherung (Ulla Schmidt) sowie Wirtschaft und Arbeit (Wolfgang Clement) integriert.

  • Aktionsplan gegen Kinderarmut abgelehnt

    18.05.2017/EG aus dem Deutschen Bundestag, Berlin

    Bundesregierung: 14 Mrd.-Ausgabe angesichts der Finanzlage nicht zu stemmen

    Gestern ist die Fraktion DIE LINKE im Ausschuss Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Beschlussforderung zur Einführung eines Aktionsplans gegen Kinderarmut an den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gescheitert.

    Die Fraktion der CDU/CSU wies die Forderungen als nicht finanzierbar zurück. Angesichts der Finanzlage sei dies nicht zu stemmen. Die Fraktion der SPD argumentierte ähnlich. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lehnten die im Aktionsplan enthaltene beitragsfreien Besuche von Kindertagesstätten ab. bundestag.de