Schlagwort: Wirtschaft

  • Buchtipp: Solidarismus

    15.02.2019/EG

    Rudolf Diesel: Solidarismus
    Natürliche wirtschaftliche Erlösung des Menschen

    Sachbuch (Arbeitswelt, Gesellschaft, Kapitalismus, Markt, Ungleichheit, Wirtschaft)

    Dass Rudolf Diesel (1858-1913) ein begnadeter Ingenieur war, ist Allgemeinwissen. Dass er auch ein bedeutender Vordenker einer Sozialreform war, ist nahezu unbekannt. 1903 erschien sein Buch „Solidarismus“ in einer Auflage von 10.000 Exemplaren, von denen nur wenige hundert verkauft wurden. Heute sind davon gerade mal 5 Exemplare in Bibliotheken erhalten, in Antiquariaten fehlt das Buch komplett. Im Gegensatz zum wissenschaftlichen Sozialismus von Marx/Engels, der auf Abschaffung des Privateigentums, Enteignung und Vergesellschaftung abzielte, wollte Diesel durch neue Wege Kapital aufbauen und neue soziale Bedingungen schaffen. Ohne Gewalt und Zwang basiert sein Modell auf Freiwilligkeit und auf der Überzeugungskraft seiner ökonomischen Berechnungen. Diesel hoffte auf Unterstützung durch die Gewerkschaftsbewegung, wurde aber enttäuscht.
    Um den Tod Diesels ranken sich heute noch die unterschiedlichsten Gerüchte. Freitod ist die offizielle Version, Ermordung durch die Ölmafia oder Marktkonkurrenten meinen andere. Auf jeden Fall werden sich für seine Ideen alle interessieren, die heute ein Bürgergeld fordern, bzw. eine gerechtere Gesellschaftsordnung jenseits des globalen Raubkapitalismus anstreben. (mehr …)

  • Mindestlohn oder wie niedrig eine Arbeitsstunde entlohnt werden darf

    14.02.2019/EG
    Quelle: Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf

    WSI Mindestlohnbericht 2019: Regierungen in Luxemburg, Frankreich, Niederlande, Irland und Belgien verpflichten Arbeitgeber zu einer höhere Mindestentlohnung als die Bundesregierung

    In Deutschland wurde der Mindestlohn zum 01.01.2019 um nominal 4,0 Prozent (real 2,1 Prozent) auf 9,19 Euro pro Stunde erhöht. Deutschland ist das einzige Land in der EU, in dem nur alle zwei Jahre eine Erhöhung vorgesehen ist.

    „Der deutsche Mindestlohn ist auch gemessen am allgemeinen Lohnniveau im Land moderat. Das zeigt ein Blick auf den Medianlohn. Hierzulande entsprach der Mindestlohn 2017, dem letzten Jahr, für das internationale Vergleichsdaten vorliegen, knapp 48 Prozent des Medianlohns. 12 EU-Länder kamen auf höhere Werte, darunter Portugal, Polen, Großbritannien oder Luxemburg. Weit vorne im EU-Vergleich rangiert Frankreich, wo die Untergrenze bei 61,8 Prozent des Medians liegt.“ ↗boeckler.de

  • Arbeitslosigkeit 2017: Fiskalische Kosten sinken auf neuen Tiefstand

    13.02.2019/EG
    Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

    Fiskalische Kosten sanken 2017 auf 53,1 Milliarden Euro (- 4,5 %)

    „Die Arbeitslosigkeit verursacht nicht nur höhere staatliche Ausgaben, sie führt wegen des niedrigeren Steueraufkommens und der geringeren Sozialbeiträge auch zu Mindereinnahmen bei den Gebietskörperschaften (Bund, Länder und Gemeinden) sowie den Trägern der gesetzlichen Sozialversicherung (Rentenversicherung, Kranken- und Pflegekassen, Bundesagentur für Arbeit).
    Die fiskalischen Kosten der Arbeitslosigkeit hatten mit 53,1 Milliarden Euro im Jahr 2017 zwar eine erhebliche Größenordnung; sie erreichten aber zugleich einen neuen Tiefstand.
    Angesichts der besonders deutlich gesunkenen Kosten der Bundesagentur für Arbeit konnten vor allem die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung stark gesenkt werden: von 6,5 Prozent im Jahr 2006 auf 3,0 Prozent seit 2011 und zuletzt ab Januar dieses Jahres noch einmal um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent.“ ↗iab-forum.de

  • Einkommen: Prekäre Mietbelastungen steigen

    12.02.2019/EG
    Quelle: Empirica AG, Berlin/Bonn

    Studie: Aktuelle Wohnkostentransfers decken Bedarf nicht / Wachsende Ungleichheit durch Wohnkosten

    „Die räumlichen Unterschiede der Verfügbarkeit zeigen wiederum das Stadt-Land Gefälle. Auffällig ist dabei bereits die enorme Spreizung der Verfügbarkeiten. In München kann sich ein Haushalt mit einem im lokalen Maßstab durchschnittlichem Einkommen lediglich noch 14 % der angebotenen Mietwohnungen leisten. Im Kontrast dazu kann sich ein Haushalt mit einem ebenfalls im lokalen Maßstab durchschnittlichem Einkommen im ländlichen Ostdeutschland bis zu über 90 % der angebotenen Mietwohnungen leisten. Die starke Knappheit am Wohnungsmarkt ist ein regional konzentriertes Phänomen bei einer hohen Bandbreite der Verfügbarkeiten. (…).
    Ein erheblicher Teil der übrigen 90 % der Haushalte, die keine Transfers erhalten und die ihren Wohnraum ausschließlich mit dem eigenen Einkommen finanzieren, haben prekäre Mietbelastungen zu tragen. Sie benötigten eigentlich ebenfalls eine staatliche Unterstützung.“ ↗empirica-institut.de

  • Steuermittel für externe Berater: Einzelne Bundesministerien melden auffällig hohe Ausgaben

    11.02.2019/EG
    Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

    Kompetenzlücken: Bundesministerien verursachen im Zeitraum 2015 bis 2018 Kosten in Höhe von mindestens 600 Millionen Euro für externe Beratungsleistungen

    Wie aus einer Antwort der Bundesregierung hervorgeht, beauftragten die Bundesministerien im Zeitraum 2015 bis 2018 externe Dritte für Beratungs- und Unterstützungsleistungen in Höhe von mindestens 600 Millionen Euro. Die höchsten Auftragsvolumina erteilten

    das Bundesministerium für Finanzen (verantwortliche Minister: Wolfgang Schäuble (CDU) bis Oktober 2017/ Olaf Scholz (SPD) seit Oktober 2017) in Höhe von 167,7 Millionen Euro,

    das Ministerium des Innern, für Bau und Heimat (verantwortliche Minister: Thomas de Maizière (CDU) bis März 2018/ Horst Seehofer (CSU) seit März 2018), in Höhe von 132,4 Millionen Euro (Zeitraum 2015 bis 2017/Daten für 2018 fehlen),

    das Bundeministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, (verantwortliche Minister: Barbara Hendricks (SPD) bis März 2018/ Svenja Schulze (SPD) seit März 2018), in Höhe von 95,0 Millionen Euro und

    das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, (verantwortliche Minister: Katarina Barley (SPD) bis März 2018/ Franziska Giffey (SPD) seit März 2018), in Höhe von 70,7 Millionen Euro. ↗bundestag.de