Schlagwort: Wirtschaft

  • Buchtipp: Bereicherung – Eine Kritik der Ware

    28.12.2018/EG

    Luc Boltanski, Arnaud Esquerre: Bereicherung – Eine Kritik der Ware

    Sachbuch (Gesellschaft, Kapitalismus, Medien, Politik, Umwelt, Wirtschaft)

    Museen, Kunst, Luxusgüter, Immobilien, Tourismus – für die Soziologen Luc Boltanski und Arnaud Esquerre sind dies zentrale Felder einer neuen Ökonomie der Anreicherung, die zunehmend unsere Gesellschaften prägt und vor allem der Bereicherung der Reichen dient. In ihrem brillanten Buch, das seit seinem Erscheinen Furore macht, analysieren sie diesen neuen Kapitalismus.

    Sein Ziel ist nicht mehr die industrielle Warenproduktion, die in die Entwicklungs- und Schwellenländer ausgelagert wurde, sondern die Anreicherung von Dingen, die bereits da sind. Der Wert von Waren sinkt normalerweise mit der Zeit, in der Anreicherungsökonomie ist das jedoch umgekehrt: Er steigt. Die Ware – das Kunstwerk, die Uhr, der Urlaubsort oder die Immobilie – wird dabei mit einer bestimmten Geschichte oder Tradition versehen, die sie anreichert. Boltanski und Esquerre verfolgen den Aufstieg dieser neuen Ökonomie, die auf den Industriekapitalismus seit den 1970er Jahren folgt, und zeigen, wie sie von den Medien, den Hochglanzbeilagen und Kunstmagazinen, aber auch von der Politik befördert wird und neue soziale Rollen schafft: Rentiers und Bedienstete, Kreative und Zukurzgekommene. (mehr …)

  • Buchtipp: Die Gemeinwohl-Ökonomie

    21.12.2018/EG

    Christian Felber: Die Gemeinwohl-Ökonomie

    Sachbuch (Arbeitswelt, Demokratie, Gemeinschaft, Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft)

    Die Gemeinwohl-Ökonomie, Christian Felbers alternatives Wirtschaftsmodell, beruht – wie eine Marktwirtschaft – auf privaten Unternehmen und individueller Initiative. Doch die Betriebe streben nicht in Konkurrenz zueinander nach Finanzgewinn, sondern sie kooperieren mit dem Ziel des größtmöglichen Gemeinwohls. Das Manifest dieser demokratischen Bewegung, die bereits wenige Jahre nach der Gründung von mehr als 1700 Unternehmen, über 200 Organisationen und zahllosen Privatpersonen unterstützt wird, erscheint nun erstmals im Taschenbuch. (mehr …)

  • Arbeitsmarkt IT: Mangelt es an Fachkräften oder an der Entlohnung?

    18.12.2018/EG
    Quelle: bitkom, Berlin

    82.000 offene Stellen für IT-Experten / Bewerber fordern zu viel Gehalt

    „Die Besetzung von IT-Stellen scheitert vor allem am Geld, aber auch an fehlender Qualifikation und Kompetenz. So lässt die starke Nachfrage nach IT-Spezialisten auch die Gehaltsvorstellungen der Bewerber steigen. Drei von vier Unternehmen (76 Prozent) erklären, die Bewerber forderten zu viel Gehalt.“ ↗bitkom.org

    Zum Thema

    Markt
    Definition
    „Mikroökonomik: Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage, aufgrund dessen sich Preise bilden. Märkte lassen sich nach dem Institutionalisierungsgrad, der Art des Marktzutritts, dem Autonomiegrad der Marktteilnehmer und den vorherrschenden Präferenzen unterscheiden.“ ↗wirtschaftslexikon.gabler.de

  • Arbeitsmarkt oder der Verkauf des Arbeitsvermögens

    18.12.2018/EG
    Quelle: TELEPOLIS, Berlin

    Heinz-Josef Bontrup, Wirtschaftswissenschaftler, über die ‘Vollbeschäftigung‘

    „Nur Demagogen und Populisten reden von einer fast erreichten Vollbeschäftigung. Mit der Realität hat das leider nichts zu tun. Wir haben weiter Massenarbeitslosigkeit im Land und ich gehe noch weiter: Die Arbeitsmärkte waren in Deutschland, zählt man das gesamte Prekariat der Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten, die befristet Beschäftigten, die Praktikantenverträge und die Leiharbeiter dazu, noch nie in einem so schlechten Zustand. (…)
    Eine jüngst veröffentlichte Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) kommt zu dem Befund, dass insbesondere die Klagen der Unternehmerverbände widersprüchlich und deutlich überhöht sind. Die Klagen sind mehr Ausdruck eines Bestrebens, die Arbeitseinkommen niedrig zu halten. „Ursächlich ist also kein Mangel an Fachkräften, sondern an Zahlungsbereitschaft.“ Der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft, Paul Krugman, hat US-amerikanischen Unternehmern bezüglich ihres Jammerns für fehlende Arbeitskräfte geantwortet: „Zahlen Sie anständig, dann werden Sie auch schnell ihre benötigten Arbeitskräfte finden.““ ↗heise.de

    KenFM im Gespräch mit Heinz-Josef Bontrup ↗kenfm.de.

  • Exportüberschuss: Deutsches Netto-Auslandsvermögen ist auf rund zwei Billionen Euro angewachsen

    17.12.2018/EG
    Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main

    Deutsche Bundesbank Monatsbericht Dezember 2018: Deutsches Netto-Auslandsvermögen bis 2017 auf 1,8 Billionen Euro gestiegen / 2018 werden weitere 200 Milliarden Euro auflaufen

    Das deutsche Nettovermögen im Ausland ist in den vergangenen Jahren nahezu kontinuierlich gestiegen und belief sich Ende 2017 auf 1,8 Billionen Euro. Dies entsprach 54 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.“ „Das wachsende Netto-Auslandsvermögen reflektiert die Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands in den vergangenen zehn Jahren““, heißt es im Monatsbericht Dezember. Lediglich während der globalen Finanzkrise hätten Bewertungseffekte den Anstieg gebremst.
    Das hohe deutsche Auslandsvermögen wird bisweilen kritisiert, da es grundsätzlich den Gegenpart zu Auslandsverbindlichkeiten in anderen Teilen der Welt darstellt. Allerdings sei nur etwa die Hälfe der deutschen Forderungen gegenüber dem Ausland Ende 2017 mit unbedingten Zahlungsverpflichtungen der Gegenseite verbunden gewesen, so das Fazit im Monatsbericht Dezember. ↗bundesbank.de

    Die Zahlungsbilanz Januar bis Oktober 2018 lesen Sie hier↗bundesbank.de.

    Zum Thema

    „Der Welthandel ist ein Nullsummenspiel, bei dem die Überschüsse des einen die Defizite des anderen sind.“↗makronom.de

    „Ungesunder Überschuss“↗boeckler.de

    „Das süße Gift der Exportüberschüsse“↗makronom.de

    IMK-Report zur Rolle der Nominallöhne für die Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse ↗boeckler.de