Schlagwort: Kapitalismus

  • Versicherungskonzerne hintergehen ihre Kunden?

    02.07.2018/EG aus dem Medium RUBIKON, Mainz

    Versicherer erwirtschafteten 2016 eine Umsatzrendite (vor Bildung der Zinszusatzreserve) in Höhe von 20,56 % (BMW erreichte 2016 ‘nur‘ 10,3 %)

    „Die in der Öffentlichkeit vorherrschende These, der gegenwärtige Niedrigzins gefährde die Altersvorsorge mit Lebensversicherungen ist krass falsch. Die bestehenden Verpflichtungen in Form von Garantiezinsen können leicht erfüllt werden. Die Versicherer erzielen seit Jahren Nettoverzinsungen von deutlich über 4 Prozent. Für die Erfüllung der versprochenen Garantiezinsen benötigen sie gerade mal 1,9 Prozent.

    Die Versicherer sind extrem profitabel und erzielten 2016 eine Umsatzrendite von 20,56 Prozent, ungefähr doppelt so viel wie die erfolgreichen deutschen Automobilhersteller. Es gelingt ihnen jedoch, den gewaltigen Rohüberschuss von 22,7 Milliarden Euro so zu gestalten, dass sie am Ende nur einen Gewinn nach Steuern in Höhe von rund 1,5 Milliarden ausweisen. Die Behauptung der Branche, rund 90 Prozent des Überschusses lande bei den Kunden, ist irreführend: Tatsächlich wurden 2016 vom Rohüberschuss nur 45 Prozent an die Kunden ausgeschüttet.“ ↗Link

  • Korruptionsbekämpfung: Unternehmen bleiben in Deutschland auffällig verschont

    29.06.2018/EG aus der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris

    OECD fordert von der Bundesregierung konsequentere Rechtsdurchsetzung gegen Unternehmen

    Seit 1999 wurden 328 Einzelpersonen und 18 Unternehmen in Fällen von Auslandskorruption strafrechtlich verfolgt und mit Haft- oder Geldstrafen belegt. Wie jedoch ein neuer Bericht der OECD-Arbeitsgruppe für Korruptionsbekämpfung darlegt, bestehen angesichts des geringen Anteils von nur einem Viertel der abgeurteilten Fälle von Auslandskorruption Bedenken, dass gegen Unternehmen nicht entschieden genug vorgegangen wird.

    Den Korruptionsbericht der OECD lesen Sie hier ↗oecd.org.

  • Finanzstabilität mit instabilen Faktoren

    28.06.2018/EG aus dem Bundesministerium der Finanzen, Berlin

    Fünfter Bericht zur Finanzstabilität in Deutschland: Niedrigzinsumfeld fordert Banken und Versicherer

    „Systemrelevante“ Banken*

    „Aufgrund der sehr langen Phase niedriger Zinsen und des günstigen Wirtschaftswachstums berücksichtigen die internen Risikomodelle der Institute derzeit nur in begrenztem Umfang Krisenperioden mit konjunkturellen Abschwüngen und entsprechend höheren Kreditausfallraten. Damit besteht die Gefahr, dass systemische Risiken im Bankensektor insgesamt unterschätzt werden, die etwa bei einer abrupten Eintrübung der Konjunktur eintreten können. Eine Simulationsstudie der Bundesbank lieferte Hinweise, dass einige dieser Institute systemische Kreditrisiken unterschätzen könnten.“

    Lebensversicherer¹

    „Die niedrigen Zinsen belasten die deutschen Lebensversicherer weiter erheblich. Aktuell liegen die Marktzinsen deutlich unter den durchschnittlichen Zinsgarantien der Lebensversicherer. Deshalb stehen viele Lebensversicherer vor der Herausforderung, hinreichend Erträge zu erwirtschaften, um ihre langfristigen Verpflichtungen zu erfüllen.“

    Wohnimmobilien

    „Der Preisauftrieb bei deutschen Wohnimmobilien setzte sich im Berichtszeitraum fort. Nach Berechnungen der Bundesbank stiegen die Preise von Wohnimmobilien in Deutschland im Jahr 2017 durchschnittlich um 7,0 Prozent, nach 8,3 Prozent im Vorjahr. Die anhaltend hohe Preisdynamik ist vor allem Ausdruck der im Vergleich zum Angebot nach wie vor kräftigen Nachfrage nach Wohnraum. (…) Nach Schätzungen der Bundesbank betrugen die Preisübertreibungen im Jahr 2017 in den städtischen Gebieten insgesamt zwischen 15 Prozent und 30 Prozent.“

    Den kompletten Bericht lesen Sie hier ↗bundesfinanzministerium.de.

    * Große und stark vernetzte Institute spielen eine zentrale Rolle für die Stabilität des Finanzsystems und gelten deswegen als systemrelevant.

    ¹ Zum Thema

    Urteil des IV. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 27. Juni 2018: Lebensversicherer darf Beteiligung an Bewertungsreserven kürzen.

    Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. Juni 2018 entschieden, dass die Neuregelung zur Beteiligung des Versicherungsnehmers an Bewertungsreserven (sog. stille Reserven) in der Lebensversicherung gemäß § 153 Absatz 3 Satz 3 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) in der Fassung des Lebensversicherungsreformgesetzes vom 1. August 2014, in Kraft getreten am 7. August 2014, nicht verfassungswidrig ist. bundesgerichtshof.de

  • Buchtipp: Das Kapital sind wir

    18.05.2018/EG

    Timo Daum: Das Kapital sind wir
    Zur Kritik der digitalen Ökonomie

    Sachbuch (Gesellschaft, Internet, Kapitalismus)

    Was passiert, wenn sich Unternehmen Menschheitsaufgaben zum Ziel setzen? Wie sieht eine Gesellschaft aus, in der das Internet zur Meta-Struktur einer neuartigen, digitalen Ökonomie wird?

    Internet-Monopole sind allgegenwärtig, deren Ziel nicht mehr die fabrikmäßige Herstellung von Waren und deren Verkauf ist, sondern die Organisation des Zugangs zu Wissen und Information selbst. Ob es darum geht, die ganze Erde zu kartieren oder alle Freundschaften der Welt zu organisieren – im digitalen Kapitalismus werden Algorithmen zur wichtigsten Maschine, Daten zum essenziellen Rohstoff und Informationen zur Ware Nummer eins. (mehr …)

  • „Ist das Heilen von Patienten ein nachhaltiges Business-Modell?“

    30.04.2018/EG aus dem Medium INFOSPERBER, Spiegel bei Bern

    CNBC veröffentlichte Memo von Goldman Sachs an Kunden der Pharmabranche

    „«Ist das Heilen von Patienten ein nachhaltiges Business-Modell?», fragt das Memo die Branche der medizinischen Biotechnologie. Die Frage ist offensichtlich rhetorisch. Denn damit «das Geschäft erfolgreich bleibt», müsse die Zahl der Patienten stabil bleiben.
    Dies sei zum Beispiel bei Krebserkrankungen der Fall, wo eine Verzögerung oder Heilung den langfristigen Vertrieb eines Medikaments nicht gefährde, heisst es im Memo.“ infosperber.ch

    Ergänzende Informationen zum Finanzkonzern Goldman Sachs lesen Sie hier wikipedia.org und hier lobbypedia.de.