Schlagwort: Gesundheit

  • Bis 2030 fehlen rund 130.000 Pflegekräfte

    09.07.2019/EG
    Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO),

    Zahl der (Vollzeit-)Pflegekräfte aktuell: 590.000 / Prognose des WIdO zum Bedarf bis 2030: 720.000 / Bedarf bis 2050: 1.000.000

    „Bis 2030 werden allein aufgrund der Alterung der Bevölkerung zusätzlich rund 130.000 Pflegekräfte in der Langzeitpflege gebraucht. Hochgerechnet auf Vollzeitstellen pflegen und betreuen aktuell knapp 590.000 Pflegekräfte die gesetzlich versicherten Pflegebedürftigen. 2030 werden rund 720.000 Personen benötigt. Bis zum Jahr 2050 steigt der Bedarf auf insgesamt knapp 1 Millionen Pflegekräfte an.
    Diese Entwicklung ist aufgrund der jeweiligen Altersstruktur jedoch in allen Bundesländern unterschiedlich. 2017 reichte die Spanne des pflegebedürftigen Bevölkerungsanteils von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,7 Prozent in Brandenburg. Für 2030 prognostiziert der Pflege-Report Anteile zwischen 4,1 Prozent in Bayern und 8,8 Prozent in Brandenburg, 2050 werden die Unterschiede noch größer. Hamburg hat danach mit nur 5,5 Prozent den niedrigsten Anteil an Pflegebedürftigen, in Brandenburg steigt dieser auf 11,1 Prozent (Abbildung 1). Damit legt der Anteil der zu pflegenden Bevölkerung in fast allen Bundesländern von 2017 auf 2050 um 60 bis 70 Prozent zu, lediglich in den Stadtstaaten fällt der Anstieg mit 40 Prozent geringer aus.
    Ungelöst sind auch die Fragen, wie die Finanzierung der Pflegeversicherung in Zukunft stabil aufgestellt werden kann und wie Pflegebedürftige vor finanzieller Überlastung geschützt werden. So sind die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung – ohne die Mittel für den Pflegevorsorgefond – in nur sechs Jahren von 22 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf 40 Milliarden Euro im Jahr 2018 angestiegen. Bis ins Jahr 2022 ist nach einer Prognose des WIdO eine weitere Erhöhung auf rund 50 Milliarden Euro zu erwarten. Das entspricht einem Anstieg von 230 Prozent in nur 10 Jahren.“
    Den kompletten „Pflege-Report 2019“ lesen Sie hier ↗wido.de.

  • Wirtschaftspolitik erschafft Lebensbedingungen

    08.07.2019/EG
    Quelle: Ökonomen-Blog VOX, London

    William H. Dow, Anna Godøy, Chris Lowenstein, Michael Reich, alle Wirtschaftswissenschaftler an der University of California, Berkeley, untersuchten den Zusammenhang von „Todesfällen aus Verzweiflung“ (Konsum legaler und illegaler Drogen sowie Suizide) und Wirtschaftspolitik in den USA

    Die Wissenschaftler William H. Dow, Anna Godøy, Chris Lowenstein und Michael Reich haben die Ursachen sowie die Wirksamkeit politischer Reaktionen auf den jüngsten Anstieg der Sterblichkeit aufgrund von Alkohol, Drogen und Selbstmord unter US-Bürgern ohne Hochschulabschluss untersucht. Ergebnis: Mindestlohn und Lohnsteuergutschrift – die beiden wichtigsten politischen Hebel zur Einkommenssteigerung für Niedriglohnarbeiter in den USA – sind wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung der vorgenannten Verwerfungen. Beide Instrumente (Mindestlohn und Lohnsteuergutschrift) reduzierten die Selbstmordrate bei Erwachsenen ohne Hochschulabschluss deutlich, bei den Frauen noch stärker.
    In den USA stieg im Zeitraum 1999 bis 2017 die altersbereinigte Rate der Todesfälle durch Drogenüberdosierung um 256 Prozent, die Selbstmordrate um 33 Prozent. ↗voxeu.org

    Zum Thema

    „Dimensionen prekärer Beschäftigung und Gesundheit im mittleren Lebensalter“ in Deutschland

    Kennzeichen prekärer Erwerbssituationen: geringe Entlohnung, mangelnde Möglichkeiten der Selbstverwirklichung in der Erwerbstätigkeit, soziale Isolation sowie der Mangel an Planungssicherheit und Anerkennung. (…). Während eine formalrechtlich prekäre Erwerbssituation in keinem statistischen Zusammenhang zur körperlichen oder mentalen Gesundheit steht, geht eine materiell-prekäre Lebenssituation mit einer durchschnittlich schlechteren körperlichen Gesundheit einher. Noch stärkeren Einfluss auf die Gesundheit haben arbeitsplatzbezogene prekäre Kennzeichen der Erwerbstätigkeit. ↗boeckler.de

    „Armut – Morbidität – Mortalität: Situation in Deutschland“

    „Zwischen dem sozialen Status und Morbidität besteht nachweislich eine enge Korrelation. Verbunden sind damit Beeinträchtigungen im Alltag, eine verminderte gesundheitsbezogene Lebensqualität und möglicherweise sogar eine vorzeitige Mortalität. Kumuliert man die zuvor aufgezählten Erkrankungen, Beschwerden und Risikofaktoren, ergibt sich bei Menschen mit einem niedrigen SES im Vergleich zu denen mit einem höheren SES ein erhöhtes Sterberisiko, eine verringerte Lebenserwartung sowie weniger Lebensjahre bei guter Gesundheit.“ (Seite 15)
    Lösungsansätze: Bekämpfung sozialer Ungleichheit und Armut sowie eine zielgruppenspezifische Gesundheitsförderung und Prävention. (Seite 16) ↗nav-virchowbund.de

  • Arbeitsleben beeinflusst Lebenserwartung

    03.07.2019/EG
    Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, Duisburg

    Martin Brussig und Susanne Eva Schulz, Sozialwissenschaftler am IAQ, untersuchten die sozialen Unterschiede im Mortalitätsrisiko

    „Nach den hier vorgelegten Ergebnissen haben Personen jenseits des 65. Lebensjahres, die sehr hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt waren, ein deutlich höheres Mortalitätsrisiko als Personen mit sehr niedrigen Arbeitsbelastungen. Die Wirkungen der Arbeitsbelastungen scheinen also auch über die Erwerbsphase hinaus fortzuwirken. Diese Wirkung der Arbeitsbelastungen bleibt auch unter Kontrolle zahlreicher weiterer Merkmale erhalten.“ ↗iaq.uni-due.de

  • Luftqualität: Maßnahmen reichen nicht aus!

    17.06.2019/EG
    Quelle: Umweltbundesamtes (UBA), Dessau

    Messdaten für Stickstoffdioxid (NO2) 2018: 57 Städte überschritten den Luftqualitätsgrenzwert von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel – 2017 waren es 65 Städte

    „Auch wenn im Jahr 2018 nur an einer industrienahen Messstation der Feinstaub (PM10)-Grenzwert (nicht mehr als 35 Tage mit Tagesmittelwerten über 50 µg/m³) überschritten wurde, ist die Belastung dennoch zu hoch und ein Risiko für die Gesundheit. Deutlich wird dies, wenn die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – maximal drei Tage mit Werten oberhalb von 50 µg/m³ – zur Bewertung herangezogen wird. An 78 Prozent aller 374 Messstellen wurde dieser von der WHO emfohlene Wert überschritten. Nicht nur Ballungsräume und große Städte waren hiervon betroffen, sondern auch Kleinstädte und ländliche Gebiete.“ ↗umweltbundesamt.de

    Zum Thema

    „Die Anstalt“ vom 12.03.2019: Isaac Newton (Max Uthoff) erklärt Andreas Scheuer (Claus von Wagner) die Berechnung bzw. Werte der Luftbelastung in 12 Minuten ↗youtube.de.

  • Einkommen ist im Mund sichtbar

    13.06.2019/EG
    Quelle: Barmer Krankenkasse, Berlin

    Barmer Zahnreport 2019: Regelversorgung wird immer seltener

    „In Deutschland werden immer weniger Menschen mit neuem Zahnersatz versorgt. In den Jahren 2014 bis 2017 ging der Anteil der Versicherten ab 20 Jahren, die Prothesen, Brücken oder Zahnkronen bekamen, um acht Prozent zurück. Auch die Zahl der Fälle sank von 5,31 auf 4,96 Millionen. „

    Den Barmer Zahnreport lesen Sie hier ↗barmer.de.