Schlagwort: Gesellschaft

  • Warum ich kein Christ bin

    19.01.2018/EG

    Bertrand Russel: Warum ich kein Christ bin

    Sachbuch (Gesellschaft, Religion)

    Dieser Band versammelt die religionskritischen Schriften Bertrand Russels, darunter die titelgebende Rede Warum ich kein Christ bin, Nette Leute und Was ich glaube. Seine Reden und Essays bleiben dabei nicht nur reine Meinungsäußerung, sondern widerlegen geistreich und unterhaltsam religiösen Irrglauben und liefern Argumente, die selbst orthodoxe Fanatiker ins Grübeln bringen sollten. In Was ich glaube wird der Humanismus des Mathematikers, Philosophen und Pazifisten Bertrand Russell deutlich. Denn wenn Gott keine Option ist, müssen plötzlich andere Antworten auf wichtige Fragen gefunden werden: Wie sollen wir leben? Hat das Leben einen Sinn? Kurzweilig und bestechend zeigt Russell, dass ein selbstbestimmtes Leben nur ohne Religion möglich ist und dass eine gute Tat, die nicht aus freien Stücken begangen wird, letztlich die höchste Form der Heuchelei ist. (mehr …)

  • Ein Blick nach Tunesien

    17.01.2018/EG

    IWF gewährt Tunesien Kredit in Höhe von 2,4 Mrd. Euro / Der Preis: Austerität

    „Der Internationale Währungsfonds gewährt bis 2020 Kredite in Höhe von 2,4 Milliarden Euro, fordert aber im Gegenzug, dass der Staat sich massiv aus der Wirtschaft und seiner Rolle als Arbeitgeber zurückzieht. Das jedoch hat verheerende wirtschaftliche und soziale Folgen – speziell für die Menschen im strukturschwachen, weil schon immer vernachlässigten Landesinneren.“ ↗qantara.de

    Der gesetzlich festgelegte Mindestlohn (Salaire Minimum Garantie – SMIG liegt aktuell bei TD 352 (ca. 143 Euro). ↗auwi-bayern.de (Seite 8)

    „Laut einer aktuellen Untersuchung des Sozialministeriums leben rund 24% der Bevölkerung in Armut, d.h. sie leben von weniger als dem staatlichen Mindestlohn.“ ↗liportal.de

    „Die Regierung muss die Einnahmen mobilisieren und das Wachstum der laufenden Ausgaben eindämmen, um dringend benötigte Investitionen und Sozialausgaben, einschließlich Ausgaben für Gesundheit und Bildung, zu finanzieren. Diese Maßnahmen, einschließlich Steuererhöhungen und einer verstärkten Steuererhebung, können kurzfristig schaden, sind aber für die wirtschaftliche Stabilität und das Wirtschaftswachstum unerlässlich. (…) Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen ist es wichtig, die Schwächsten zu schützen, indem ein angemessener Sozialschutz gewährleistet wird, und sicherzustellen, dass die Lasten gerecht auf die Gesellschaft verteilt werden.“ ↗imf.org (Internationaler Währungsfonds/IWF/IMF)

  • Ungleichheit wird größer

    16.01.2018/EG aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    DIW: Spreizung der Bruttoeinkommen hat seit der Wiedervereinigung zugenommen – Oberstes Ein-Prozent steigert Anteil am Volkseinkommen seit 1995 von acht auf 13 Prozent

    „Der Einkommensanteil der unteren 50-Prozent sank von 26 Prozent im Jahr 1995 auf knapp 17 Prozent im Jahr 2013. Gleichzeitig erhöhte sich der Einkommensanteil der obersten Zehn-Prozent von 32 auf 40 Prozent.
    (…)
    Wenn man politische Maßnahmen gegen eine zunehmende Spreizung der Markteinkommen in Deutschland ergreifen möchte, müsste man die Teilhabe unterer Einkommensgruppen an der Unternehmensrendite verbessern.“ diw.de

  • Ungleichheit verursacht Kosten

    12.01.2018/EG aus dem Blog ÖKONOMENSTIMME, Zürich

    Werner Vontobel, Wirtschaftskolumnist, über die wahren Kosten der Ungleichheit

    „Je ungleicher die Kaufkraft verteilt ist, desto mehr muss nämlich – und damit sind wir beim dritten Kostenblock – die Wirtschaft bestrebt sein, mit viel Werbeaufwand denen etwas zu verkaufen, die eh schon alles haben. (…)

    Ungleichheit ist in der Regel mit einer hierarchischen Organisation der Arbeit verbunden. Dabei wird viel Arbeit mit reiner Überwachung und Bürokratie verschwendet. (…)

    Alfred Kleinknecht hat die „angelsächsischen“ Länder mit ihren flexibilisierten Arbeitsmärkten mit den Ländern des „rheinländischen Kapitalismus“ mit relativ starkem Arbeitnehmerschutz, höheren Löhnen und grösserer Arbeitsautonomie verglichen und festgestellt, dass letztere deutlich produktiver sind. Der Vergleich mit 20 Ländern über 44 Jahre zeigt, dass jedes Prozent weniger Lohnerhöhung die Produktivität pro Arbeitsstunde um 0,3 bis 0,5% senkt. Der Hauptgrund dafür liegt gemäss Kleinknecht in der aufgeblähten Bürokratie und an dem durch den häufigen Stellenwechsel bedingten Verlust an betriebsinternem Knowhow.“ ↗oekonomenstimme.org

    Zum Thema eine Buchempfehlung:
    Gleichheit ist Glück. Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind. Autoren: Richard Wilkinson und Kate Pickett

  • Buchtipp: Hitlers amerikanisches Vorbild

    12.01.2018/EG

    James Q. Whitman: Hitlers amerikanisches Vorbild
    Wie die USA die Rassengesetze der Nationalsozialisten inspirierten

    Sachbuch (Nationalsozialismus, Rassismus)

    Als in Deutschland die Nationalsozialisten triumphieren, ist in den USA die hohe Zeit der „Jim-Crow-Gesetze“, mit denen die Diskriminierung der Schwarzen geltendes Recht wird. Eine zufällige Parallele? Was kaum zu glauben klingt, das dokumentiert der Rechtshistoriker James Q. Whitman unwiderleglich: Der Rassismus in den USA lieferte den Nazis Anschauungsmaterial für die Diskriminierung der Juden. Der Empfang durch die New Yorker Anwaltskammer sei „warm“ und „besonders befriedigend“ gewesen, befand Ludwig Fischer. Der Jurist, der 1947 hingerichtet wurde, war Leiter einer Delegation, die sich auf eine „Studienreise“ in die USA begeben hatte. Die Reise im September 1935 war als Belohnung für ein Jahr „harter Arbeit“ gedacht, das die Ausarbeitung der „Nürnberger Rassengesetze“ und die Überwindung „überholter“ Rechtsstandpunkte allen Beteiligten abverlangt hatte. Nun aber war man in dem Land, von dem man so viel gelernt hatte und von dem man noch mehr lernen wollte: Wie man Rassengesetze nicht nur macht, sondern auch wirksam umsetzt. (mehr …)