Schlagwort: Gesellschaft

  • Video-Tipp: „Betreutes Leben – Wie uns Google, Facebook und Co. beherrschen“

    05.02.2018/EG aus dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), Mainz

    Richard David Precht, Philosoph, im Gespräch (42 Minuten) mit Udo Di Fabio, ehemaliger Bundesverfassungsrichter, über rechtliche Lücken / Grundrechte im digitalen System

    „In fast allen Lebensbereichen verlassen sich die Menschen heute auf digitale Anwendungen, die nicht nur immer unverzichtbarer sondern auch immer intelligenter werden. Doch welche Auswirkungen hat dies auf unsere Art zu leben?“ ↗daserste.de

  • Angst wird konsumiert

    03.02.2018/EG

    Was macht Angst? Wer sind die Koproduzenten?

    Die scheinbaren Auslöser von Angstgefühlen haben sich in den letzten Jahren vermehrt: Finanzkrise, (Terror-)Anschläge, finanzielle Verluste, Armut, Fremde/Überfremdung, Verlust an Einfluss und/oder Status, Verlust der Identität, Katastrophen und so weiter.

    Dirk Gieselmann, Journalist: „Eine Beobachtung ist, dass der klassische Marktplatz als Ort der Kommunikation im Verschwinden begriffen ist. Viele Kleinstädte haben sich uns so dargestellt, dass irgendwo draußen eine riesige Mall eröffnet. Da fahren die Leute hin, kaufen ein, als würde der atomare Winter kurzbevorstehen, fahren dann nach Hause, lassen die Jalousien runter und setzen sich vor ihren Riesen-Plasma-Bildschirm, um sich mit Angst aufzuladen, die dann durch nichts mehr relativiert wird. Nicht durch den Austausch mit dem Nachbarn – wie siehst du das, übertreibe ich vielleicht mit meiner Angst, lass uns mal drüber reden -, sondern die Angst wird durch Konsum der Angst immer weiter vergrößert.“ ↗deutschlandfunk.de

    Harald Welzer, Sozialwissenschaftler, zum Thema, insbesondere über die ‚Profiteure‘ der Angst, ↗3sat.de.

  • Buchtipp: „There is no alternative“

    02.02.2018/EG

    Astrid Séville: „There is no alternative“
    Politik zwischen Demokratie und Sachzwang

    Sachbuch (Demokratie, Gesellschaft, Politik)

    „There is no alternative“, behauptete die britische Premierministerin Margaret Thatcher einst, um ihre Politik zu rechtfertigen. Viele Politikerinnen und Politiker sind ihr seitdem in dieser Aussage gefolgt: Gerhard Schröder, Tony Blair und zuletzt Angela Merkel während der Eurokrise. Die Rhetorik der Alternativlosigkeit war und ist als politische Strategie beliebt. Astrid Séville setzt sich kritisch mit diesem Mantra auseinander, untersucht die theoretischen Ursprünge und zeigt die Gefahren für die Demokratie auf, wenn Sachzwänge als Begründung für politische Entscheidungen herhalten sollen. (mehr …)

  • Markt, Globalisierung und andere ‘Götter‘

    30.01.2018/EG

    Walter Otto Ötsch, Wirtschaftswissenschaftler und Kulturhistoriker, über den Fundamentalismus in der Ökonomik

    „Wenn es um wirtschaftliche Erfolge geht (unser hoher Lebensstandard, der Rückgang der weltweiten Armut), dann sind sie der Realität des Marktes geschuldet.
    Wenn es um Probleme der Wirtschaft geht (wie die Finanzkrise 2008, die zunehmende Ungleichheit der Vermögen oder die ökologische Krise), dann kann die Ursache niemals der Markt sein, sondern nur sein Fehlen (z.B. ein Staatsversagen oder die falschen Deregulierungen) – und die Fahne wird dann für den Markt in seinen anderen Bedeutungen hochgehalten.
    In dieser Rhetorik manifestiert sich ein Glaubenssystem, das sich von der Wirklichkeit so weit entfernt hat, dass es durch keinen empirischen Tatbestand mehr infrage gestellt werden kann.“ ↗awblog.at

    „Die zentrale Denkfigur der Ökonomik ist die Behauptung der Existenz „des Marktes“ in der Einzahl, ein personifiziertes Etwas (dem „wir“ zu gehorchen hätten) und das wie ein göttliches Wesen über uns schwebt, eine Überfülle von Wissen enthält (Hayek spricht von einer „Übervernunft “) und gegen das „die Politik“ (d.h. jene, die an „den Markt“ glaubt) vorgibt, nichts unternehmen zu können. Angela Merkel will eine „marktkonforme Demokratie“: die Demokratie kann und darf sich nach ihrer Vorstellung nur im Rahmen „des Marktes“ abspielen. Viele Ökonomen unterstützen sie dabei, weil sie selbst an „den Markt“ und seine „Gesetze“ glauben. (Vor einem halben Jahr haben vier Mitglieder des Sachverständigenrats ihrem Kollegen Peter Bofinger gegenüber eine „Liebe von Ökonomen zum Markt“ propagiert: deutlicher kann man einen solchen Glauben nicht zum Ausdruck bringen.)“ agora42.de

  • Video-Tipp: Der Wohlstandsreport

    29.01.2018/EG

    Dokumentation (44 Min.) des Fernsehsender ARD über Armut und Reichtum in Deutschland

    „Nicht alle haben in Deutschland die gleichen Chancen, sich ein Leben im Wohlstand zu erarbeiten. Die Zahl der Millionäre steigt, der Abstand der oberen 40 Prozent zu den unteren 40 Prozent wird immer größer. Die Reportage erkundet Ursachen.“ ↗daserste.de

    Die Regierungsverantwortung seit der Wiedervereinigung (03.10.1990) im Rückblick:

    • 2013 bis 2017 CDU/CSU und SPD
    • 2009 bis 2013 CDU/CSU und FDP
    • 2005 bis 2009 CDU/CSU und SPD
    • 1998 bis 2005 SPD und Bündnis90/Die Grünen
    • 1982 bis 1998 CDU/CSU und FDP