Schlagwort: Gesellschaft

  • Globalisierung: Privilegien von Privilegierten für Privilegierte

    09.01.2018/EG aus dem Medium MAKRONOM, Berlin

    Dani Rodrik, Wirtschaftswissenschaftler, über die Nachteile der Hyper-Globalisierung und die Vorteile des fairen Handels

    „Die Hauptprofiteure der nach 1990 geschaffenen Regeln der Globalisierung waren die Unternehmen und professionellen Eliten. Kein Zweifel, die Hyper-Globalisierer glaubten an ihre Sache. Aber sie übertrieben es bis hin zur vollständigen Verzerrung, und waren blind für den unausweichlichen Aufschrei ihrer Mitbürger – Bürger, die ihre Beschwerden neuerdings nicht mehr so schnell runterschlucken.“ ↗makronom.de

    Zum Thema

    Die Initiative „Konzernmacht beschänken“ will den gefährlichen Trend zu immer mehr Marktkonzentration stoppen. Google beherrscht in Deutschland 90 Prozent des Suchmaschinenmarkts und Facebook 75 Prozent der mobilen Kommunikationsdienste. Amazon kontrolliert nicht nur 65 Prozent des Online-Buchhandels, der Konzern breitet sich krakenartig in andere Geschäftsfelder wie den Lebensmittelhandel aus. Wenn die EU-Kommission Anfang März 2018 die Fusion von Bayer und Monsanto genehmigt, kontrollieren drei Agrarkonzerne mehr als 60 Prozent des globalen Marktes für kommerzielles Saatgut und Pestizide. Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel teilen sich Edeka, Rewe, Schwarz (Lidl und Kaufland) und Aldi bereits 85 Prozent des Absatzmarktes. Wettbewerbsbehörden und die Politik haben dabei versagt, die Entstehung von konzentrierten Märkten und Konzerngiganten zu verhindern. oxfam.de

  • Demokratie: Offene Gesellschaft fördert Kreativität

    06.01.2018/EG aus dem wirtschaftspolitischen Blog VOXEU.ORG, London

    Michel Serafinelli und Guido Tabellini, Wirtschaftswissenschaftler, über den Zusammenhang von Demokratie und Innovationskraft

    „Warum fördert die Kommunalisierung die lokale Kreativität? A priori sind mehrere Antworten möglich. Erstens hat der Schutz der persönlichen und wirtschaftlichen Freiheiten die lokale Kultur verändert und sie für Innovationen und neue Ideen empfänglicher gemacht. Zweitens haben die neuen Institutionen auch die Anreize verändert, durch ein leistungsorientiertes und integratives soziales Umfeld, aber auch durch die Förderung von Kunstwerken und Innovationen, die das Ansehen der Stadt verbessern würden. Drittens zogen freie Städte talentierte und kreative Individuen an, die der Zensur und Verfolgung andernorts entkamen, und das schuf Vorbilder und erleichterte das soziale Lernen, indem es neue Generationen von Innovatoren hervorbrachte. Diese Kanäle schließen sich nicht gegenseitig aus, und es ist wahrscheinlich, dass sie alle relevant sind, obwohl wir in unserer Forschung nicht zwischen ihnen unterscheiden können. Wie auch immer der Mechanismus aussehen mag, die historischen Beweise sprechen für die Idee, dass offene und demokratische Institutionen Innovation und Kreativität hervorbringen.“ ↗voxeu.org

  • Buchtipp: Theorie der feinen Leute

    29.12.2017/EG

    Thorstein Veblen: Theorie der feinen Leute
    Eine ökonomische Untersuchung der Institutionen

    Sachbuch (Gesellschaft, Reichtum)

    Veblens „Theorie der feinen Leute“, erstmals 1899 veröffentlicht, ist einer der scharfsinnigsten und brillantesten Beiträge zur Soziologie des Prestiges, die wir kennen; ein klassisches Werk der Gesellschaftskritik, das intelligent und höchst lebhaft sich mit Institutionen, Sitten, Gebräuchen, kollektiven Denkgewohnheiten auseinandersetzt und dessen Nachwirkungen bei Riesman ebenso wie bei Bourdieu zu erkennen sind. (mehr …)

  • Buchtipp: Die Maschine steht still

    10.11.2017/EG

    E. M. Forster: Die Maschine steht still

    Roman (dystopische Erzählung/automatisierte Lebenswelt)

    In E. M. Forsters Dystopie leben die Menschen in einer unterirdischen, abgekapselten Welt mit allem Komfort: Das ganze Leben ist durch die Dienstleistungen der »Maschine« perfekt geregelt. Die Menschen haben kein Bedürfnis mehr nach persönlichen Begegnungen, man kommuniziert nur über die Maschine, die über allem wacht. Ihr Handbuch ist zu einer Art Bibel geworden, die Menschen sind gefangen in ihrer absoluten Abhängigkeit von der Technik, die sie nicht mehr kontrollieren können. Doch nach und nach geht das Wissen, das hinter der Maschine steckt, verloren und das System wird anfällig für Pannen …

    E. M. Forsters visionäres Werk wirft Fragen auf, die von großer Aktualität sind: Wie kann der Mensch seine Selbstbestimmung wahren gegenüber Maschinen, die immer stärker unser Leben bestimmen? (mehr …)

  • Buchtipp: Peter Holtz

    03.11.2017

    Ingo Schulze: Peter Holtz
    Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst

    Roman (Armut, Demokratie, Kapitalismus, Reichtum, Sozialismus, Politik)

    Peter Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, erfindet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Hat er sich für das Falsche eingesetzt? Oder für das Richtige, aber auf dem falschen Weg? Und vor allem: Wie wird er das Geld mit Anstand wieder los? Peter Holtz nimmt die Verheißungen des Kapitalismus beim Wort. (mehr …)