Schlagwort: Gesellschaft

  • Mietkosten: Ältere Mieterhaushalte stark belastet

    03.07.2019/EG
    Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    Bei zwei Drittel aller älteren Mieterhaushalte liegt die Wohnkostenbelastung über 30 Prozent

    „Die Zahl der älteren Menschen nimmt in Deutschland zu. Dabei steigen die Wohnkosten seit einigen Jahren schneller als die Alterseinkommen. Damit nimmt auch die Wohnkostenbelastung im Alter zu, allerdings nicht für alle Gruppen gleichförmig. Eine doppelte Polarisierung nach Wohnform und Einkommenshöhe setzt ein. Zunächst ist der Anteil der Mieterhaushalte unter den Älteren gesunken. Aber die Schere der Kostenbelastung zwischen MieterInnen und EigentümerInnen einerseits und über die Einkommensverteilung andererseits geht auseinander. Diese Effekte verstärken sich gegenseitig, da in den höheren Einkommensquintilen der Anteil der (vollentschuldeten) EigentümerInnen zugenommen hat. Sozialpolitisch brisant ist die Situation von immer mehr älteren Mieterhaushalten, von denen fast zwei Drittel mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aufwenden müssen.“ diw.de

  • Video-Tipp: „Geheimakte Finanzkrise“

    02.07.2019/EG
    Quelle: Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Mainz

    Dokumentation von Dirk Laabs, Autor, Filmemacher und Journalist, über die Finanzkrise 2008

    „Die Doku zeigt, dass die Deutsche Bank über Jahre wissentlich gefährliche Papiere verkaufte und 2007 provozierte, dass in Deutschland der Staat Banken stützen musste. Ihre eigenen Probleme vertuschte die Bank und rühmte sich, ohne staatliche Hilfe auszukommen.“ ↗zdf.de

    Zum Thema

    Jahresabschluss 2018 des Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) schließt 2018 mit einem Fehlbetrag von 1,5 Milliarden Euro ab ↗deutsche-finanzagentur.de.

    Das Sondervermögen Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS bzw. SoFFin) umfasst den Anteil des Bundes an der Commerzbank AG, der Hypo Real Estate Holding GmbH und der Portigon AG (HSH Nordbank). Der ehemals von der FMSA verwaltete Finanzmarktstabilisierungsfonds wurde im Zuge der Finanzmarktkrise am 17. Oktober 2008 errichtet, um den Finanzmarkt zu stützen. Er ist ein Sondervermögen des Bundes im Sinne von Artikel 110 Abs. 1 des Grundgesetzes.

    Heike Joebges, Wirtschafswissenschaftlerin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, über die Ursachen, Auswirkungen sowie Bekämpfung der Finanzkrise boeckler.de.

  • Buchtipp: Wohnungsmärkte und Wohnungspolitik

    28.06.2019/EG

    Armin Hentschel, Peter Lohauß: Wohnungsmärkte und Wohnungspolitik
    Beiträge zur Kritik des Immobiliensektors

    Sachbuch (Gesellschaft, Immobilien, Politik)

    In Deutschland ist eine Krise des Immobiliensektors eingetreten. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass sich Immobilienpreise und Wohnkosten von der regionalen Einkommensentwicklung abkoppeln und die Schere zwischen Nachfrage und Angebot trotz staatlicher Eingriffe in den Immobilienmarkt immer weiter auseinander geht. In der Folge hat sich eine wohnungspolitische Kontroverse in bislang nicht bekannter Schärfe entwickelt. (mehr …)

  • Wirtschaftswachstum wirkt tief

    25.06.2019/EG
    Quelle: Blätter für deutsche und internationale Politik, Berlin

    Ulrich Roos, Akademischer Rat an der Universität Augsburg, plädiert für eine intervenierende Sozialwissenschaft

    „Viele Ökonomen scheinen zudem aus dem Blick verloren zu haben, dass Märkte nicht voraussetzungslos unter Bedingungen von Pareto-Gleichgewichten operieren, sondern politischen Machtmechanismen, dem Streben nach Kartellbildung oder der Beeinflussung politischer Entscheidungen zugunsten von bestimmten Marktteilnehmern unterworfen sind. Daher ist es notwendig, Märkte immer wieder auf ihre gesellschaftlich intendierten und nicht-intendierten Handlungsfolgen zu überprüfen und gegebenenfalls politisch zu regulieren. (…).
    Die Saat der Demokratiekrise besteht wohl nicht allein in der ökonomischen Ungleichheit, sondern in einer damit korrelierenden Krise der politischen Bildung. Wer die Vorgänge einer komplexen Welt nicht versteht und sich zugleich ökonomisch von den staatlichen Institutionen nicht vertreten fühlt, neigt kaum zur Verteidigung der repräsentativen Demokratie.“ blaetter.de

    Zum Thema

    Werner Vontobel, Autor und Wirtschaftsjournalist:
    50 Jahre nach dem „Wirtschaftswunder“ und nachdem sich die Produktivität noch einmal verdreifacht hat, führt Deutschland unter dem Stichwort Hartz-IV eine Hungerlohndebatte. Da ist etwas gründlich schiefgelaufen. ↗oekonomenstimme.org

    Amin Schäfer, Politikwissenschaftler an der Universität Münster: Vortrag an der Uni Witten/Herdecke „Politische Gleichheit – das uneingelöste Versprechen der Demokratie
    youtube.de

  • Arbeit: Vom Kostenfaktor zum Produkt

    25.06.2019/EG
    Quelle: Blog Ökonomenstimme der Konjunkturforschungsstelle der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

    Werner Vontobel, Autor und Wirtschaftsjournalist, über die prekäre Arbeitswelt in Deutschland

    „In Deutschland sind die Produktivität und die realen Stundenlöhne von 1950 bis 1980 im Gleichschritt etwa um den Faktor 4.5 bzw. um jährlich 5% gestiegen. Gleichzeitig purzelten die Arbeitszeiten förmlich nach unten. Statt anfänglich zwei, gab’s 1980 schon 6 Wochen Ferien, Mitte der 1960er Jahre wurden in der Druck- und in der Metallindustrie schon die 40-Stundenwochen eingeführt.“ ↗oekonomenstimme.org