Pflege: Entbehrungen, Not und andere Kosten

08.06.2017/EG aus der Hans Böckler Stiftung, Düsseldorf

Studie „Pflege in den eigenen vier Wänden: Zeitaufwand und Kosten“ veröffentlicht:

„Hochgerechnet auf alle Pflegehaushalte in Deutschland werden rund 90 Prozent des Zeitaufwands für die Versorgung von der Hauptpflegeperson und weiteren informellen Helfern und nur rund 10 Prozent von professionellen Diensten abgedeckt.

Jeder zwölfte Pflegehaushalt in Deutschland beschäftigt eine mit im Hause lebende, meist aus Osteuropa stammende Hilfskraft. Diese Versorgungsform nutzen vor allem Haushalte mit höherem Einkommen und mit Pflegebedürftigen, für die ein sehr hoher Betreuungs- und Pflegeaufwand besteht.

Die zeitliche und finanzielle Belastung steigt mit zunehmender Pflegebedürftigkeit. In einer gewichteten Gesamtbetrachtung waren in einem durchschnittlichen Pflegehaushalt in Deutschland 63 Stunden pro Woche und rund 360 Euro monatlich für die Bewältigung der Pflegebedürftigkeit aufzubringen.“

Hintergrund

„Ausgehend von der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder könnte die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland von gut 2,6 Millionen im Jahr 2013 auf rund 3,5 Millionen Menschen im Jahr 2030 steigen (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2015). Langfristig könnte sie sich auf bis zu 4,5 Millionen Personen erhöhen (Statistisches Bundesamt 2010). (…) Über drei Viertel der Hauptpflegepersonen fühlen sich durch die Pflege stark bis sehr stark belastet (Schmidt/Schneekloth 2011). Infolgedessen weisen pflegende Angehörige insgesamt eine höhere Morbidität und Mortalität auf (Gräßel/Behrndt 2016) und sind im Vergleich zu Personen ohne Pflegeverpflichtungen z. B. stärker von psychischen Erkrankungen und von Erkrankungen des Muskel-und Skelettapparats betroffen (DAK 2015).“

Die Studie lesen Sie hierboeckler.de.

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