Kategorie: Allgemein

  • Am Ende der Verwertung

    14.07.2023/EG
    Quelle: Tafel Deutschland, Berlin

    Deutschland 2022: Rund zwei Millionen Menschen suchten Tafeleinrichtungen zur Deckung ihres Lebensmittelbedarfes auf

    Aus dem Jahresbericht 2022 der Tafel Deutschland, Seiten 16 und 17: „Bei den Tafeln wird jeden Tag sichtbar, welche dramatischen Folgen Armut haben kann: Armutsbetroffene Menschen haben nicht genug Geld für Grundbedürfnisse wie eine gesunde und ausgewogene Ernährung, gleichzeitig fehlen ihnen oft die Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe. Sie sind anfälliger für physische und psychische Krankheiten und sterben in vielen Fällen früher… Wer in Armut aufwächst, hat später selbst ein höheres Armutsrisiko. Als arm gilt, wer im Monat weniger als 60 Prozent des nationalen Mittelwerts verdient. In Deutschland liegt die Armutsgefährdungsschwelle aktuell bei 1.251 Euro pro Monat für einen Ein-Personen-Haushalt und bei 2.627 Euro für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren. Armut ist ein strukturelles Problem: Bestimmte Gruppen wie Alleinerziehende, Arbeitslose, kinderreiche Familien und Menschen mit niedriger Qualifikation sind besonders häufig betroffen. Sie haben kaum eine Möglichkeit, sich selbst aus ihrer Situation zu befreien. Auch Kinderarmut und Altersarmut nehmen immer weiter zu.“
    Den Jahresbericht 2022 der Tafel Deutschland lesen Sie hier tafel.de.

    Zum Thema

    Beteiligung zum Siebten Armuts- und Reichtumsbericht
    Die Bundesregierung erstellt im Auftrag des Deutschen Bundestages in jeder Legislaturperiode einen Armuts- und Reichtumsbericht (ARB). Dieser Bericht soll als Instrument zur Überprüfung politischer Maßnahmen dienen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat hierfür, mit einer Mail vom 04. Juli 2023, den Paritätischen Gesamtverband um Unterstützung des Beteiligungsprozesses gebeten. Wenn Sie im Rahmen des Beteiligungsprozesses zum Siebten Armuts- und Reichtumsberichts teilnehmen möchten, sind Sie zur Online-Beteiligung eingeladen.

    Bürgergeld
    Informationen zur „Hartz IV“ Nachfolgeregelung lesen Sie hier der-paritaetische.de.

  • Buchtipp: „Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren“

    14.07.2023/EG

    Rainer Hank (Hg.), Hartmut Leppin (Hg.), Werner Plumpe (Hg.): Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren

    Sachbuch (Demokratie, Gewalt, Politik)

    „Seeraub ist ein aktuelles Thema, dessen Wurzeln bis in die frühe Menschheitsgeschichte zurückreichen. Doch so vertraut die Piraten uns auch scheinen, so widersprüchlich und schillernd sind die Freibeuter der Meere bei näherer Betrachtung. Sind sie Helden der Freiheit oder organisierte Kriminelle? Rächer der Entrechteten oder mörderische Agenten imperialer Großmächte? Räuber zur See oder Entrepreneure mit politischem Gestaltungsanspruch?
    Die Beiträge dieses Bandes beschränken sich nicht nur auf die Geschichte der Seeräuber von der Antike bis heute, sondern nehmen auch die literarische, mythologische und filmische Bearbeitung der Piraterie in den Blick. Sie achten zudem auf den Rollenwechsel der Seeräuber – zwischen Held und Pirat in der Odyssee, zwischen Pirat und Söldner in Byzanz oder Venedig, zwischen Kaperfahrer mit staatlicher Erlaubnis und freiem Pirat in der frühneuzeitlichen Karibik.“

    Herausgeber

    Rainer Hank, Dr. phil., ist Wirtschaftsjournalist; er leitete die Wirtschafts- und Finanzredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS).
    Hartmut Leppin ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Frankfurt am Main.
    Werner Plumpe ist Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Universität in Frankfurt am Main. Von 2008 bis 2012 war er Vorsitzender des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands.

    Campus Verlag, ISBN: 978-3-593-45377-4, E-Buch, 33 Euro

  • Buchtipp: „Undemokratische Emotionen“

    07.07.2023/EG

    Eva Illouz: Undemokratische Emotionen

    Sachbuch (Demokratie, Gewalt, Politik)

    Die Autorin unterstreicht die Bedeutung von Emotionen in der Politik und arbeitet an Ihrer Heimatgeschichte heraus, wie Rechtspopulisten bestimmte Gefühle instrumentalisieren. Israel ist seit seiner Gründung wie kaum ein anderes Land von Sicherheitsfragen geprägt. In dieser Situation sei dem langjährigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu das machiavellistische Kunststück gelungen, gerade wegen der Furcht, die er sät, geliebt zu werden. Anhand ausführlicher Interviews mit u. a. Menschenrechtsaktivisten zeigt Illouz, wie Angst und Ressentiment Gesellschaften spalten und die Demokratie unterminieren.“

    Autorin

    Eva Illouz, geboren 1961, ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität Jerusalem sowie Studiendirektorin am „Centre européen de sociologie et de science politique“, CSE-EHESS in Paris. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Anneliese-Meier-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung und den EMET-Preis für Sozialwissenschaften. Ihre Bücher werden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

    Suhrkamp Verlag, ISBN: 978-3-518-77616-2, E-Buch, 18 Euro

  • Rohstoffe im digitalen Zeitalter

    06.07.2023/EG
    Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin

    Wissenschaftler Luis Aguiar, Tomaso Duso, Jonas Hannane, Christian Peukert und Hannes Ullrich untersuchten den ökonomischen Nutzen von Daten

    DIW Wochenbericht Nr. 27/2023, Seite 367: „Bekannte Unternehmen wie Alphabet (Anbieter von Google Search, Google Maps, Google Mail, Google Analytics, Google Play, Android und zahlreicher weiterer Produkte), Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp), Microsoft (Windows, Office, Bing, Azure) und Amazon (Einzelhandel, Amazon Web Services, Amazon Ads) betreiben eigene Ökosysteme von vielen unterschiedlichen Produkten und Plattformen, in welchen Nutzungsdaten generiert werden. Ihr Geschäftsmodell fußt unter anderem darauf, diese Daten auf unterschiedliche Arten und Weisen zu verknüpfen, zu nutzen und zu monetarisieren. Daten sind wertvoll für Unternehmen, denn …“

    Die Studie lesen Sie hier diw.de.

  • Audio-Tipp: „Die Hausfrau“

    05.07.2023/EG
    Quelle: Südwestrundfunk (SWR), Stuttgart

    Reportage von Julia Haungs, Kulturredakteurin, über unbezahlte Sorge- und Versorgungsleistungen

    Dr. phil. Franziska Schutzbach, Geschlechterforscherin: „Es ist wichtig zu verstehen, dass kapitalistische Wirtschaftsweise und Geschlechterrollen sehr eng miteinander verbunden sind. Die Idee, dass Frauen das von Natur aus gerne machen, ist natürlich eine sehr profitable Idee, denn wenn sie es vermeintlich von Natur aus gerne und gratis machen, dann muss der Markt dafür nicht bezahlen.“

    Den Beitrag lesen und hören Sie hier swr.de.