Kategorie: Allgemein

  • Kapitalismus zersetzt die Gesellschaft

    18.06.2019/EG
    Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Berlin

    Wolfgang Merkel, Politikwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor am WZB, über den aus dem Gleichgewicht geratenen Kapitalismus

    Wolfgang Merkel in einem Essay auf ZEIT- Online drei Ursachen identifiziert:

    • Die sozioökonomische Ungleichheit hat sich verstärkt
    • Der Staat ist verwundbarer geworden
    • Finanzkapitalismus und Globalisierung begünstigen die Entparlamentarisierung

    wzb.eu

  • Luftqualität: Maßnahmen reichen nicht aus!

    17.06.2019/EG
    Quelle: Umweltbundesamtes (UBA), Dessau

    Messdaten für Stickstoffdioxid (NO2) 2018: 57 Städte überschritten den Luftqualitätsgrenzwert von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel – 2017 waren es 65 Städte

    „Auch wenn im Jahr 2018 nur an einer industrienahen Messstation der Feinstaub (PM10)-Grenzwert (nicht mehr als 35 Tage mit Tagesmittelwerten über 50 µg/m³) überschritten wurde, ist die Belastung dennoch zu hoch und ein Risiko für die Gesundheit. Deutlich wird dies, wenn die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – maximal drei Tage mit Werten oberhalb von 50 µg/m³ – zur Bewertung herangezogen wird. An 78 Prozent aller 374 Messstellen wurde dieser von der WHO emfohlene Wert überschritten. Nicht nur Ballungsräume und große Städte waren hiervon betroffen, sondern auch Kleinstädte und ländliche Gebiete.“ ↗umweltbundesamt.de

    Zum Thema

    „Die Anstalt“ vom 12.03.2019: Isaac Newton (Max Uthoff) erklärt Andreas Scheuer (Claus von Wagner) die Berechnung bzw. Werte der Luftbelastung in 12 Minuten youtube.de.

  • „Wie Rufmord heute funktioniert“

    „Wie Rufmord heute funktioniert“

    14.06.2019/EG
    Quelle: Blog Hypotheses, Medienrealität, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München

    Michael Meyen, Kommunikationswissenschaftler an der LMU München, über Veranstaltungen zum Thema „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“

    „Sie möchten dort diskutieren, welche Folgen es für die Gesellschaft hat, wenn Parlamente die BDS-Bewegung als antisemitisch einstufen und so de facto öffentliche Kritik an der israelischen Regierungspolitik einschränken? Ich rate Ihnen: Überlegen Sie sich das noch einmal. Überlegen Sie vor allem, was hinterher alles über Sie im Internet stehen wird. Zum Glück haben wir nicht zu lange überlegt. Sonst hätten wir jetzt nicht diese feine Münchner Rede von Andreas Zumach, die zeigt, wie all die „offenen Briefe“, „Stellungnahmen“ und Boykottaufrufe zustande kommen. Und wenn wir nicht selbst erlebt hätten, wie viele Menschen bei Schlagwörtern wie Querfront, Verschwörungstheorie und Antisemitismus zurückzucken, ohne selbst nachzudenken oder gar mit uns zu sprechen: Wir würden es nicht glauben.“ medienblog.hypotheses.org

    „… wenn Parlamente die BDS-Bewegung als antisemitisch einstufen …“ bundestag.de

  • Buchtipp: Die Weisheit der Stoiker

    14.06.2019/EG

    Massimo Pigliucci: Die Weisheit der Stoiker
    Ein philosophischer Leitfaden für stürmische Zeiten

    Sachbuch (Gesellschaft, Philosophie)

    Neid, Gier, Eifersucht oder Trauer – der Stoff aus dem Tragödien sind. Seit jeher übernehmen diese negativen Gefühle die Kontrolle über die Menschheit und verstellen den Blick auf das Wesentliche. Die Philosophie des Stoizismus erkannte bereits 400 vor Christus, welche Kraft ein Leben ohne zerstörerische Emotionen entfalten kann. Nicht Perfektion sollte demnach das Ziel unseres Strebens sein, sondern die Handlungsfähigkeit des Menschen. Philosoph Massimo Pigliucci entdeckt diese antike Kunst der Gelassenheit für unsere Zeit neu, indem er lehrt, wie sich durch Achtsamkeit im Hier und Jetzt auch die Zukunft positiv gestalten lässt. (mehr …)

  • Einzelhandel profitiert von subventionierter Beschäftigung

    13.06.2019/EG
    Quelle: Deutscher Bundestag, Berlin

    Einzelhandelsbranche beschäftigte 2018 rund 3 Millionen Menschen, darunter etwa 65.000 Aufstocker* / 2014 arbeiteten durchschnittlich 36,6 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel für einen Niedriglohn / 2018 waren nur noch 22 Prozent der Einzelhandelsbetriebe an Tarifverträgen gebunden

    „Der Beschäftigungsstatistik der BA nach gab es im Juni 2018 rund 3,06 Millionen Beschäftigte (sozialversicherungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigte) im Einzelhandel, davon waren 651 000 bzw. 21,3 Prozent ausschließlich geringfügig beschäftigt (siehe Tabelle 2 im Anhang). Erwerbstätige erwerbsfähige Leistungsberechtigte sind Regelleistungsberechtigte in der Grundsicherung für Arbeitsuchende, die Arbeitslosengeld II beziehen und zugleich über zu berücksichtigendes Einkommen aus abhängiger Erwerbstätigkeit und/oder über verfügbares Einkommen aus selbständiger Tätigkeit verfügen. Die Zahlen der erwerbsfähigen Leistungsberechtigen (ELB) und der erwerbstätigen ELB werden in der Grundsicherungsstatistik aus Konsistenzgründen anhand einer Auswertung der Personen mit Wohnort in Deutschland dargestellt (Wohnortprinzip), da nichterwerbstätige ELB keinen Arbeitsort haben. Zudem werden nur die 15- bis unter 65-Jährigen in die Auswertung einbezogen. Im Juni 2018 gab es 40 000 erwerbstätige ELB, die einer ausschließlich geringfügigen Beschäftigung im Einzelhandel nachgingen. Weitere 65 000 erwerbstätige ELB waren sozialversicherungspflichtig im Einzelhandel beschäftigt. Für eine Anteilsberechnung werden die erwerbstätigen ELB auf die Beschäftigten am Wohnort im Alter von 15 bis unter 65 Jahren bezogen. Demnach betrug – bezogen auf alle Beschäftigten im Einzelhandel im Alter von 15 bis 65 Jahren mit Wohnort in Deutschland (2,92 Millionen) – der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten ELB 2,2 Prozent, der ausschließlich geringfügig beschäftigten ELB 1,4 Prozent.“ bundestag.de

    *Aufstocker erhalten zum Arbeitslohn zusätzlich Leistungen nach dem SGB II.

    Zum Thema

    Aktuelle Tarifrunde im Einzelhandel NRW

    „Die Arbeitgeber im Einzelhandel hatten für die 487.000 sozialversicherungspflichtig und 205.000 geringfügig Beschäftigten in der ersten Verhandlungsrunde lediglich eine Entgelterhöhung von 1,5 Prozent zum 01. Mai 2019 und weitere 1,0 Prozent zum 01. Mai 2020 angeboten. Eine von ver.di geforderte Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge (AVE) für die gesamte Branche sowie eine Mindestanhebung, als soziale Komponente, lehnen sie bisher ebenso kategorisch ab, wie die überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro.“ verdi.de