Kategorie: Allgemein

  • Buchtipp: Kapital und Ressentiment

    30.07.2021/EG

    Joseph Vogl: Kapital und Ressentiment
    Eine kurze Theorie der Gegenwart

    Sachbuch (Demokratie, Kapitalismus, Politik, Wirtschaft)

    „Es zieht sich eine Spur der Zerstörung von der Herrschaft der Finanzmärkte über die neuen Netzgiganten bis hin zur dynamisierten Meinungsindustrie. Auf der Strecke bleiben dabei Demokratie, Freiheit und soziale Verantwortung. Joseph Vogl rekonstruiert in seiner brillanten Analyse, wie im digitalen Zeitalter ganz neue unternehmerische Machtformen entstanden sind, die unser vertrautes politisches Universum mit einer eigenen Bewertungslogik überschreiben und über nationale Grenzen hinweg immer massiver in die Entscheidungsprozesse von Regierungen, Gesellschaften und Volkswirtschaften eingreifen…“

    Autor

    Joseph Vogl ist Kultur-, Literatur- und Medienwissenschaftler und lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie an der Princeton University in Princeton, NJ (USA).

    Beck Verlag, ISBN: 978-3-406-76954-2, E-Buch, 224 Seiten, 13 Euro

  • Klima/Umwelt: Umweltbundesamt fordert Gesetz zur Anpassung an den Klimawandel

    28.07.2021/EG
    Quelle: Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau

    Umweltbundesamt⁠ empfiehlt umgehend neue „Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung“ im Grundgesetz zu verankern und ein bundesweites Klimaanpassungsgesetz zu verabschieden

    „Die Risiken durch Folgen der Erderhitzung für Deutschland sind seit langem bekannt und wurden zuletzt in der aktuellen Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland umfassend identifiziert. Ein Netzwerk von 25 Bundesbehörden und -institutionen aus neun Ressorts entwickelte wissenschaftlich fundierte Maßnahmenvorschläge, mit denen Länder, Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen Schäden reduzieren, für Extremwettereignisse vorsorgen und sich an unvermeidliche ⁠Klimafolgen⁠ anpassen können. Doch bisher fehlt es in Deutschland an geeigneten rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, um diese Maßnahmen flächendeckend umzusetzen…“ umweltbundesamt.de

    Zum Thema

    Wissenschaftler warnen vor einem Klimanotstand

    „Im Jahr 2019 warnten Ripple und Kollegen (2020) vor unermesslichem Leid und riefen gemeinsam mit mehr als 11.000 Wissenschaftlern aus 153 Ländern den Klimanotstand aus. Sie präsentierten Diagramme der planetarischen Lebenszeichen, die auf sehr beunruhigende Trends und geringe Fortschritte der Menschheit bei der Bekämpfung des Klimawandels hinwiesen. Auf der Grundlage dieser Daten und der moralischen Verpflichtung der Wissenschaftler, „die Menschheit eindeutig vor einer katastrophalen Bedrohung zu warnen“, forderten sie einen grundlegenden Wandel. Seit der Veröffentlichung des Artikels haben mehr als 2.800 weitere Wissenschaftler die Erklärung zum Klimanotstand unterzeichnet (die aktuelle Liste der Unterzeichner finden Sie in Supplemental File S1); darüber hinaus haben inzwischen 1.990 Gerichtsbarkeiten in 34 Ländern den Klimanotstand formell erklärt oder anerkannt (Abbildung 1p). Gleichzeitig ist es seit 2019 zu einem beispiellosen Anstieg klimabedingter Katastrophen gekommen, darunter verheerende Überschwemmungen in Südamerika und Südostasien, rekordverdächtige Hitzewellen und Waldbrände in Australien und im Westen der USA, eine außergewöhnliche atlantische Hurrikansaison und verheerende Wirbelstürme in Afrika, Südasien und im Westpazifik (siehe Supplemental File S2 für Informationen zu den Ursachen). Es gibt auch immer mehr Beweise dafür, dass wir uns dem Kipppunkt nähern oder ihn bereits überschritten haben, der mit kritischen Teilen des Erdsystems verbunden ist, einschließlich des westantarktischen und grönländischen Eisschilds, der Warmwasserkorallenriffe und des Amazonas-Regenwalds (siehe Zusatzdatei S2). Angesichts dieser alarmierenden Entwicklungen brauchen wir kurze, häufige und leicht zugängliche Updates zum Klimanotstand…“ academic.oup.com

  • Buchtipp: Die Propaganda-Matrix

    23.07.2021/EG

    Michael Meyen: Die Propaganda-Matrix
    Der Kampf für freie Medien entscheidet über unsere Zukunft

    Sachbuch (Medien)

    „Der Journalismus ist tot. Mit oder an Corona gestorben, nach langem Siechtum. Schon vorher war die „vierte Gewalt“ schwer krank, hing arbeitsunfähig und durchseucht von Politik am Tropf der Industrie. Das Virus hat dem Patienten nur den finalen Schlag versetzt. Im Untergang bekämpft der Medien-Mainstream alle bis aufs Messer, die seinen Job übernehmen könnten. Es wird verboten, verleumdet, zensiert und gelöscht. Wer die falschen Fragen stellt, wird zum Schweigen gebracht. Michael Meyen sagt: Medienkritik war gestern. Hört auf, die News der Propagandamaschine als Fakes zu entlarven. Schimpft nicht länger auf Tagesschau, Claus Kleber, Spiegel und die Zensurmaschine Google. Dass wir beständig manipuliert werden, wussten schon die weisen Alten: Edward Bernays, Walter Lippmann, Noam Chomsky. Nun aber ist es an der Zeit, deren Wissen ins Hier und Jetzt zu überführen — um zu verstehen, was gerade geschieht, vor allem aber als Anleitung für die so dringend nötige Medienrevolution.“

    Autor

    Michael Meyen, Jahrgang 1967, hat als Journalist bei der Leipziger Volkszeitung und beim Radio begonnen. Seit 2002 ist er Professor für Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Was er dort macht, kann man im Blog Medienrealität lesen. Zuletzt erschienen von ihm „Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand“, „Das Erbe sind wir“ und „Das Elend der Medien: Schlechte Nachrichten für den Journalismus“.

    Rubikon Verlag, ISBN: 978-3-96789-021-1, E-Buch, 224 Seiten, 16 Euro

  • Pflege: Ein organisch wachsendes Geschäftsfeld

    21.07.2021/EG
    Quelle: Investigate Europe, Berlin

    Quequers Capital*: „Der deutsche Markt für private Pflegeheime wird auf einen Wert von etwa 30 Milliarden Euro geschätzt, mit einer stabilen Wachstumsrate von über 3 % aufgrund einer alternden Bevölkerung und dem stetigen Trend hin zu Privatisierung der öffentlichen Anbieter.“

    Die 28 größten Pflegeheimbetreiber in Europa betreiben über 1.700 Einrichtungen mit rund 150.000 Betten. Darunter sind laut Recherche der Investigate Europe die in Deutschland aktiven Pflegeheimbetreiber
    Alloheim Senioren-Residenzen SE (Inhaber: Nordic Capital) mit rund 22.000 Betten,
    Victor’s Group (Inhaber: Hartmut Ostermann) mit rund 15.000 Betten,
    Deutsche Wohnen SE (Inhaber: Vonovia, BlackRock, u. w.) mit rund 10.000 Betten,
    Kursana GmbH (Inhaber: Dussmann Group / Familie Dussmann) mit rund 9.500 Betten,
    Azurit Deutschland GmbH (Inhaber: Azurit Group) mit rund 6.300 Betten,
    DOMICIL Senioren-Residenzen Hamburg SE (Inhaber: Dieter Scheck, Markus Scheck, u.w.) mit rund 6.300 Betten,
    Schönes Leben Gruppe B.V. & Co. KG (Inhaber: Waterland Privat Equity) mit rund 6.200 Betten,
    Emvia Living GmbH (Inhaber: Chequers Capital) mit rund 6.200 Betten und
    Vitanas GmbH & Co. KGaA (Inhaber: Oaktree Capital) mit rund 5.400 Betten.

    Weitere Informationen lesen Sie hier investigate-europe.eu.
    Ein Interview mit Erik Hamann, Geschäftsführer der Orpea Gruppe (Betreiber von Pflegeheimen), lesen Sie hier investigate-europe.eu.

    *Das Zitat lesen Sie hier ↗chequerscapital.com.

    Ist der Pflegemarkt ein Markt? Auszug aus einem Beitrag von Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, vom 16.08.2018:
    „In der Pflege sind auch private Betreiber tätig und sollen es auch unbedingt sein. Denn eine Vielfalt, ein Wettbewerb der Anbieter liegt im Interesse der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen.“ bundesgesundheitsministerium.de.

    Informationen aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zum Wirtschaftsfaktor „Pflege“ lesen Sie hier bmwi.de.

  • Automobil/Umwelt: Verbrennungsmotoren sind eine Belastung

    21.07.2021/EG
    Quelle: ICCT – International Council on Clean Transportation Europe, Berlin

    ICCT untersuchte in einem umfassenden Vergleich die Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen von PKW mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb

    Ergebnisse:

    „Nur batterieelektrische und wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge haben das Potenzial, die THG-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus in der Größenordnung zu reduzieren, die zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens erforderlich ist.“

    „Es gibt keinen realistischen Weg für eine tiefe Dekarbonisierung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.“

    „Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, sollte die Zulassung neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor im Zeitrahmen 2030-2035 auslaufen.“

    Neben dem regionalen und zeitlichen Umfang unterscheidet sich diese Studie in vier wesentlichen Aspekten von der bisherigen LCA-Literatur:

    Diese Studie berücksichtigt die durchschnittliche Kohlenstoffintensität des Kraftstoff- und Strommixes über die gesamte Lebensdauer, einschließlich Biokraftstoffe und Biogas.

    Diese Studie berücksichtigt den durchschnittlichen Kraftstoff- und Stromverbrauch in der realen Nutzung, anstatt sich nur auf offizielle Testwerte zu verlassen. Dies ist besonders wichtig für die Bewertung der THG-Emissionen von PHEVs.

    Diese Studie verwendet aktuelle Daten zur industriellen Batterieproduktion und berücksichtigt regionale Batterielieferketten. Dies führt zu deutlich geringeren Emissionen bei der Batterieproduktion als in früheren Studien.

    Diese Studie berücksichtigt das kurzfristige globale Erwärmungspotenzial von Methan-Leckage-Emissionen von Erdgas und aus Erdgas abgeleiteten Wasserstoffpfaden. Anders als andere Treibhausgase trägt Methan in den ersten 20 Jahren nach der Emission um ein Vielfaches mehr zur globalen Erwärmung bei, als es das 100-Jahres-Erderwärmungspotenzial (GWP) widerspiegelt.

    Der International Council on Clean Transportation ist – nach eigenen Angaben – eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die gegründet wurde, um erstklassige, unvoreingenommene Forschung sowie technische und wissenschaftliche Analysen für Umweltbehörden bereitzustellen.

    Die Studie lesen Sie hier ↗theicct.org.